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Bundesbank: Deutsche erwarten im Mittel 2 Prozent Inflation

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Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)Die Inflationserwartungen deutscher Privatpersonen entsprechen nach Erkenntnissen der Bundesbank ziemlich genau dem mittelfristigen Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB). Wie die Bundesbank im Ergebnis einer mehrstufigen, repräsentativen Umfrage mitteilte, erwarten die Deutschen für die nächsten zwölf Monate einen Anstieg der Verbraucherpreise von 2 Prozent. Diese "Verankerung der Inflationserwartungen" beim EZB-Zielwert ist umso bemerkenswerter, als die Inflation in den vergangenen zehn Jahren deutlich geringer war.

Der Median, also der Wert, der die Befragten in zwei gleich große Gruppen mit hohen oder niedrigen Inflationserwartungen teilt, liegt in allen drei Wellen bei exakt 2 Prozent", schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Der Großteil der Personen habe die Inflation zwischen 0 und 3 Prozent gesehen, mehr als 60 Prozent hätten mit einem Anstieg der Inflationsrate gerechnet.

Im Oktober war der in Deutschland erhobene Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) mit einer Jahresrate von 1,4 Prozent gestiegen, im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre waren es lediglich 1,3 Prozent. Dieser Preisindex ist auch die Zielgröße der EZB. Für die Zentralbank sind Inflationserwartungen derzeit laut Bundesbank besonders wichtig, weil sie "angesichts nahezu fixer kurzfristiger Nominalzinsen" nur noch über sie die Realzinsen beeinflussen kann.

Um den Realzins zu senken und damit die Konsum- und Investitionsbereitschaft zu erhöhen, könnte die EZB einerseits den Nominalzins (ihren Leitzins) weiter senken, was zunehmend auf Widerstand trifft. Sie könnte anderseits versuchen, die erwartete Inflation zu heben. Für Deutschland zeigt sich, dass diese erwartete Inflation erstaunlich hoch ist. 0 Prozent Nominalzins minus 2 Prozent erwartete Inflation ergeben einen Realzins von minus 2 Prozent.

Aus Sicht des Konsumenten, an dem rund die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hängt, ist die Geldpolitik also schon ziemlich wachstums- und inflationsfreundlich. Diese Botschaft dürfte der Bundesbank auch vor dem Hintergrund der Debatte über die EZB-Strategie durchaus gelegen kommen. Sie will von nun an monatlich deutsche Privatpersonen online zu ihren Inflationserwartungen befragen lassen.

Auch die EZB ist nach den Worten ihres Vizepräsidenten Luis de Guindos an den Inflationserwartungen privater Haushalte interessiert und bereitet entsprechende Befragungen vor. Derzeit erhebt sie die Inflationserwartungen von Ökonomen (Survey of professional Forecasters) und die in Marktpreisen implizierten Inflationserwartungen.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/apo

END) Dow Jones Newswires

December 16, 2019 06:00 ET ( 11:00 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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