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Bundesbank/Dombret: Basel 3 muss nicht dieses Jahr fertig werden

| Quelle: Dow Jones Newswire Web
Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Deutsche Bundesbank hält eine Vollendung der Eigenkapitalrichtlinie Basel 3 noch in diesem Jahr für wünschenswert, aber nicht unbedingt notwendig. Der im Bundesbank-Vorstand für Bankenaufsicht zuständige Andreas Dombret sagte im Vorfeld des Treffens der Finanzminister und Notenbankgouverneure der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20): "Ein Abschluss der Verhandlungen noch während der deutschen G20-Präsidentschaft wäre zu begrüßen, ist aber kein Muss." Deutschland übergibt den Vorsitz 2018 an Argentinien.

Die Vollendung von Basel 3 war eines der wichtigsten Ziele der deutschen G20-Präsidentschaft gewesen. Allerdings ziehen sich die Verhandlungen über dieses Thema ohnehin schon viel länger als geplant hin. Ursprünglich hatte Basel 3 schon 2015 eingeführt werden sollen. Zuletzt hatte es in den Gesprächen keine Fortschritte mehr gegeben.

Wichtigster Streitpunkt ist die Frage, wie Banken ihre Aktiva messen sollen, auf deren Basis die risikogewichteten Eigenkapitalanforderungen ermittelt werden. Der Baseler Ausschuss will die großen Gestaltungsspielräume, die vor allem europäische Banken stark nutzen, einschränken. Vor allem Großbanken verwenden für die Berechnung ihrer Risikoaktiva interne Modelle, deren Ergebnisse von jenen, die sich im Rahmen des Standardmodells ergeben, deutlich nach unten abweichen.

Das hat zur Folge, dass die Institute zwar relativ hohe risikogewichtete Eigenkapitalquoten vorweisen können, aber teilweise sehr niedrige ungewichtete. Einzelne Institute stufen 75 Prozent ihrer Aktiva als völlig risikolos ein, weshalb diese überhaupt nicht mit Eigenkapital hinterlegt sein müssen.

Der Baseler Ausschuss und auch die Bundesbank wollen solche Missbräuche verhindern. Allerdings möchte der Ausschuss den Einsatz interner Modelle generell so stark beschränken und den daraus zu ziehenden Nutzen über einen "Output Floor" so sehr limitieren, was der Bundesbank zu weit geht. Sie fürchtet, dass die Banken bei einem zu radikalen Abschied vom Prinzip der Risikosensitivität den Risiken in ihren Bilanzen künftig zu wenig Beachtung schenken.

Deutschland und andere europäische Länder, in denen interne Modelle stark genutzt werden, lehnen den Vorschlag des Ausschusses daher ab - auch wenn Dombret in Frankfurt betonte, dass sich Deutschland in den Verhandlungen "konstruktiv" gezeigt habe.

Gelingt in diesem Jahr keine Einigung, droht jedoch eine noch stärkere Verzögerung. Die Auswirkungsstudie, mit der die Konsequenzen der Vollendung von Basel 3 für die Banken bestimmt wurden, basierte auf Zahlen von 2015. Vor diesem Hintergrund könnten Forderungen laut werden, eine neue Auswirkungsstudie zu erstellen.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/smh

END) Dow Jones Newswires

October 06, 2017 11:00 ET (15:00 GMT)

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