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Buy and Hold reicht schon lange nicht mehr

| Quelle: Lars Brandau | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

In vielen Lebensbereichen ist es unerlässlich, sich auf dem Laufenden zu halten. Das gilt insbesondere für den Umgang mit Finanzprodukten. Dabei steht am Anfang die einfach klingende Frage: Wie schätzt man als Anleger die aktuelle Wirtschaftslage und die Entwicklung an den Finanzmärkten ein?

Dabei ist es derzeit sicherlich alles andere als leicht, sich hierüber eine klare Meinung zu bilden. Die Fakten ergeben zumindest ein widersprüchliches Bild. Einerseits weisen die Fundamentaldaten Corona-bedingt keine goldenen Zeiten aus, aber andererseits erleben wir einen bemerkenswerten Turnaround beim Dax.

Wer also in diesen Zeiten den Überblick behalten will, sollte gut informiert sein. Dazu gehört natürlich auch, dass der Anleger das kleine 1x1 seiner eigenen Buchführung beherrscht. Gemeint ist damit die klare Struktur und Ausrichtung des eigenen Depots. Längst sind die Zeiten von Kostolanys „Buy and Hold“-Strategie vorbei.

Wie häufig aber überprüfen Privatanleger eigentlich die Wertentwicklung der Produkte in ihren Depots? Die Untersuchungen dazu sind zwar rar, aber dennoch aussagekräftig. Tendenziell schauen erfahrene Selbstentscheider, die ihr Portfolio eigenständig managen, deutlich häufiger nach ihren Positionen als langfristig orientierte Anlagekunden.

Und was unterscheidet den beratungsaffinen Kleinanleger vom ambitionierten Trader? Die Antwort findet sich schnell, wenn man sich Risikobereitschaft und Anlagehorizont der jeweiligen Investoren anschaut.

Für denjenigen, der mehrfach am Tag handelt und schnell in Produkte investiert, aber sie auch kurze Zeit später wieder verkauft, ist die quasi ununterbrochene Beobachtung der Märkte unerlässlich. Mangelnde Aufmerksamkeit kann für einen solchen Trader schnell sehr teuer werden. Aufgrund des erhöhten Risikos muss er seine Positionen folglich ständig beobachten.

Bei Kunden, die sich für eine mittel- bis langfristige Anlage entscheiden, ist das anders. Sie wollen meist keine größeren Risiken auf sich nehmen und sind mehr am Erhalt ihres Vermögens mit der Option auf ein leichtes Plus aus. Diese Anleger sind meist gut beraten, zwar ab und an mal einen Blick in ihr Depot zu werfen, aber keinesfalls ununterbrochen die Gewinn- und Verlustsituation zu analysieren und zu hinterfragen. Denn bestenfalls ist ihnen bewusst, dass das ohnehin lediglich den hausgemachten psychologischen Druck erhöht und nicht zwingend zu rationalen Entscheidungen führt.

Unabhängig von der Häufigkeit ist es in jedem Fall sinnvoll festzulegen, ab welcher Kursschwelle jemand mögliche Gewinne realisieren oder Verluste in Kauf nehmen will. Hier müssen insbesondere kurzfristig orientierte Anleger, die in Optionsscheine oder Knock-out-Papiere investieren, den Marktverlauf kontinuierlich beobachten, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen. Gerade Trader wissen sehr genau aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist nichts dem Zufall überlassen wollen, sondern ihr Depot genau im Blick behalten. So sind sie in der Lage, sehr schnell auf neue Marktentwicklungen reagieren zu können.

Schlussendlich geht es um Ihr Geld und darum, die Verantwortung dafür wahrzunehmen.

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Lars Brandau

Lars Brandau Lars Brandau ist seit Gründung des Deutschen Derivate Verbands (DDV) Geschäftsführer und vertritt den DDV auch in den Arbeitsgruppen des europäischen Dachverbands EUSIPA. Der studierte Germanist und Politologe gilt als ausgewiesener Kommunikationsprofi. Zuvor war er unter anderem in verschiedenen leitenden Funktionen beim Nachrichtensender n-tv; zuletzt als Chefmoderator. In dieser Zeit berichtete er als Reporter aus Kriegs- und Krisengebieten, kommentierte zahlreiche Landtags- und Bundestagswahlen und moderierte drei Jahre lang die Telebörse. Weitere Informationen unter: www.derivateverband.de

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