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Cannabis – Indexlösung als Alternative zur Einzelaktien-Spekulation

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wie bereits verschiedentlich angedeutet, geht morgen die Ära der Investmentecke auf Finanztreff zu Ende. Seit fast auf den Tag genau 15 Jahren haben wir dabei auf unserem täglichen Streifzug durch die Anlagewelt, unzählige Produktideen für unsere Leser geprüft, beschrieben und kommentiert. Auf die ganz wilden Geschichten haben wir dabei in aller Regel verzichtet und uns stattdessen auf seriöse und manchmal vielleicht auch langweilig anmutende Anlagealternativen beschränkt. Das Leitmotiv war dabei jedenfalls die Idee einer soliden Geldanlage, auch wenn das in Zeiten der Klick-Zähler und Quoten-Junkies nicht ganz unproblematisch ist.  

Der Zufall will es nun aber, dass eine der letzten Geschichten dann eben doch eher eines dieser „wilden“ Themen behandelt. Nämlich den Mega-Hype der Cannabis-Aktien! Und um es gleich vorwegzunehmen: Ich werde auch jetzt auf der Zielgeraden nicht so tun, als könnte ich vernünftig einschätzen, ob die Unternehmen in diesem Sektor vertrauenswürdig sind und ob deren Firmenlenker wissen was sie tun. Für derlei Empfehlungen sind die unzähligen Börsenbriefe zuständig, bei denen jeder selbst entscheiden muss, ob er ihnen folgt oder lieber nicht.

Und trotzdem gibt es hier nun eine beachtenswerte Alternative, die zumindest das gerade in solchen Nischensegmente nicht zu unterschätzende Risiko von spekulativen Engagements in einzelnen Aktien eindämmt. Denn vor ein paar Tagen hat Leonteq nun also in bester alter Zertifikate-Tradition einen Indextracker für Aktien aus dem Cannabis-Universum lanciert (LTQ05M).

Der Cannabis Total Opportunity-Tracker bündelt die Aktien von aktuell 18 Vertretern dieses letztlich erst vor wenigen Jahren entstandenen Geschäftsfeldes für das auch in den kommenden Jahren ein außerordentliches Wachstum erwartet wird. Nach von Leonteq gelieferten Zahlen könnte sich das weltweite Umsatzvolumen für legale Cannabis-Produkte von derzeit rund 20 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2024 mehr als verdreifachen.

Der Zeitpunkt für einen Einstieg könnte dabei durchaus passend sein. Denn die erste Extremwelle mit vollkommen überzogenen Kursexplosionen ist inzwischen abgebbt und viele der Helden der ersten Stunde haben inzwischen deutlich korrigiert. Damit steigt die Chance darauf, dass jetzt ein wenig mehr Ratio einkehrt und es ab jetzt tatsächlich um reale Marktchancen in einem durch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen neu geschaffenen Geschäftsbereich geht.

Ob das aufgeht, bleibt natürlich offen. Das Indexkonzept als solches ist aber stimmig und der Zugang über ein diversifiziertes Instrument ist allemal vernünftiger als die gewagte Spekulation auf eines der zwangsläufig meist noch sehr jungen Unternehmen. Der Index wird von dem hierzulande bislang nicht bekannten Anbieter Lixx berechnet und folgt einem stimmigen Auswahlverfahren. Außerdem wird der Index als „Net Return“-Index ermittelt, sodass auch etwaige Dividendenzahlungen der enthaltenen Unternehmen nach Abzug der fälligen Quellensteuer von 35% angerechnet und in den Index re-investiert werden.

Bei der Zusammensetzung und der Gewichtung der ausgewählten Aktien wird nicht auf die reine Marktkapitalisierung der Unternehmen geschaut, sondern auf eine mathematische Formel die auch die Volatilität der einzelnen Aktien berücksichtigt. Dies soll dazu beitragen, die Kursrisiken zu reduzieren. Die höchste Gewichtung hat dabei derzeit Aurora Cannabis (A12GS7), die mit einem Anteil von 14 Prozent deutlich herausstechen. Dahinter folgen vier Werte mit einem Gewicht von 8 bzw. 7 Prozent. Alle anderen kommen auf fünf oder vier Prozent. So wird sichergestellt, dass letztlich auch Kursbewegungen kleinerer Werte einen vernünftigen Beitrag in Index und Zertifikat beisteuern. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate überprüft und wieder neu-justiert, was indirekt dazuführt, dass bei Überfliegern regelmäßig indirekt Gewinne mitgenommen und bei schwächeren Performern nachgekauft wird. Für das Procedere werden 0,7 Prozent pro Jahr als Gebühr erhoben, was im vertretbaren Rahmen bleibt.

Kurzum: Wer das Risiko eingehen will und es trotzdem etwas solider gestalten möchte, findet in dem Zertifikat eine stimmige Alternative.

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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