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Chemie-Arbeitgeber: Tarif-Forderungen der IG BCE überzogen

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde für die Chemieindustrie, Georg Müller, hat die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) aufgefordert, "ihre Ansprüche und ihre Erwartungshaltung deutlich" herunterzuschrauben. Vor Beginn der bundesweiten Verhandlungen am Montag sagte Müller der Zeit Rheinpfalz, die Gewerkschaft fordere "schlicht zu viel".

Müller verwies auf die schwierige Lage der Weltwirtschaft und darauf, dass Umsatz, Produktion und Produktivität in der deutschen Chemieindustrie im laufenden Jahr deutlich gesunken seien. Die Branche erlebe derzeit einen Rückgang in einer Größenordnung, "wie dies seit zehn Jahren nicht mehr der Fall" gewesen sei. "Da ist es vollkommen klar, dass es keinen wirklichen Spielraum zum Verteilen gibt", sagte Müller.

Die IG BCE fordert neben einem realen Lohnplus für die 580.000 Beschäftigten der Branche ein "Zukunftskonto" mit jährlich 1.000 Euro je Mitarbeiter. Das Geld sollen die Mitarbeiter in zusätzliche freie Tage umwandeln, für längere Auszeiten ansparen oder für die Altersvorsorge nutzen können. Müller sagte, dieses Konto werde "sicher für heftige Diskussionen sorgen". "Die personelle Kapazität zu reduzieren in einer Phase, in der wir einen massiven Fachkräftemangel erleben, ist absolut kontraproduktiv. Das funktioniert nicht", betonte Müller.

Eine von der Gewerkschaft ebenfalls geforderte tarifliche Vereinbarung für eine Pflege-Zusatzversicherung hält Müller grundsätzlich für sinnvoll. "Aber auch das kostet Geld - und zwar auf Dauer. Aufgrund der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ist es jedoch sehr schwer, Geld zu verteilen", warnte er.

Die Kosten für das Zukunftskonto in der von der IG BCE geforderten Form entsprechen laut Müller im Schnitt einer Entgelterhöhung von etwa 1,8 Prozent. Hinzu komme die Pflegeversicherung, die Müller mit etwa 0,7 Prozent veranschlagte. "Wenn man das zusammenrechnet und noch die von der Gewerkschaft gewollte Lohnerhöhung dazu nimmt, steht am Ende ein Preis, bei dem wir sagen müssen: Das wird nicht funktionieren." Angesichts der weit auseinanderliegenden Positionen werde eine Lösung "sehr schwer" zu finden sein.

Kontakt zum Autor: konjunktur.de@dowjones.com

DJG/hab

END) Dow Jones Newswires

October 20, 2019 12:10 ET ( 16:10 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.
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Quelle: Dow Jones Newswire Web
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