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Chinas Aktienmärkte: Alle Zeichen stehen auf Rot

| Quelle: BIALLO | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Geldanlage



In China stehen (fast) alle Zeichen auf Rot. Wobei das durchaus doppeldeutig zu verstehen ist. Rot ist zum einen die Farbe der Landesflagge und der regierenden Kommunistischen Partei. Rot ist hier – ganz im Gegensatz zu anderen Ländern wie Deutschland – aber auch das Zeichen für steigende Kurse.



Deal oder Handelskrieg mit den USA?

In den vergangenen Tagen hat der Druck auf den chinesischen Leitindex Hang Seng wieder zugenommen. Der Markt befürchtet offenbar eine Verschärfung des Handelsstreits mit den USA. Wie dieser ausgeht – ob es zu einem Deal mit US-Präsident Donald Trump kommt oder sich ein echter Handelskrieg entwickelt – wird auch künftig entscheidenden Einfluss auf die Kursentwicklung im bevölkerungsreichsten Land der Erde haben. Die jüngsten Handelsgespräche blieben allerdings ergebnislos.



Die Fundamentaldaten stimmen jedenfalls, auch wenn das außergewöhnliche Wirtschaftswachstum zuletzt stetig zurückgegangen ist. "Wir reden aber von 6,2 Prozent in diesem Jahr und 5,8 Prozent im nächsten. Das ist bei einer so riesigen Volkswirtschaft im Vergleich zu beispielsweise der EU weiterhin gigantisch", sagt Ulrich Stephan gegenüber biallo.de.



Der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank glaubt, dass sich das Wachstum in diesem und im kommenden Jahr bei etwa sechs Prozent einpendeln wird. Falls sich der Handelsstreit mit den USA verschärfen sollte, werde die Kommunistische Partei mit entsprechenden fiskalpolitischen Maßnahmen und anderen Stimuli gegensteuern.



Erfolg um jeden Preis


"China will bis 2020 die Verdopplung der Durchschnittseinkommen durchbringen und 2021 den 100. Geburtstag der Kommunistischen Partei feiern. Das Ziel ist, eine gute Stimmung in der Bevölkerung zu haben – fast um jeden Preis", glaubt Stephan.



Dazu gehört auch, dass sich die Aktienkurse positiv entwickeln, schließlich investieren viele Chinesen ihr Geld an der Börse. Die Bewertung der Unternehmen liegt derzeit knapp über dem Zehn-Jahres-Durchschnitt, ist also einigermaßen fair.



Zu teuer seien derzeit Kommunikationsunternehmen, eher billig dagegen Papiere aus dem IT- und Immobilienbereich. Die Performance seit Jahresanfang ist mit einem Plus von elf Prozent beim Hang Seng sehr ordentlich, ein positives Ende des Handelsstreits könnte jedoch noch einmal einen deutlichen Impuls nach oben bringen.



Statt schnell, nachhaltig wachsen


"Nachhaltiges Wachstum ist besser als hohes Wachstum", lautet die neue Devise der Kommunistischen Partei Chinas. Genau diese Marschrichtung – das langsame Herunterfahren der Wachstumszahlen – findet Anlagestratege Stephan langfristig richtig.



Nachhaltig bedeutet in Zeiten, in denen die USA das Pariser Klimaabkommen gekündigt hat, aber auch, dass China auf erneuerbare Energien wie Solar und Windkraft setzt. "Die politische Führung hat über die Jahre immer dazugelernt", findet Stephan.



Dazu gehört auch, dass der chinesische Aktienmarkt zunehmend für ausländische Investoren geöffnet wird. Neben den in Hongkong gehandelten Papieren, können auch die an den Festlandbörsen von Shanghai und Shenzhen gelisteten sogenannten A-Aktien leichter gekauft werden.



Vielen Anlegern aus der "alten Welt" ist überhaupt gar nicht bewusst, wie groß der Aktienmarkt in China ist. Die Marktkapitalisierung der Handelsplätze von Shenzhen und Shanghai ist zusammen schon jetzt etwa so groß wie die der US-Technologiebörse Nasdaq.



Das dort investierte Geld stammt zu 80 Prozent von Privatanlegern und nur zu 20 Prozent von institutionellen Anlegern – in den traditionellen Aktienmärkten ist das Verhältnis genau umgekehrt. Durch ein stärkeres Engagement von Großanlegern in China könnten sich ebenfalls Impulse für positive Kursentwicklungen ergeben.



China bleibt mittelfristig ein guter Tipp

"Die Gewinnerwartungen der chinesischen Unternehmen wurden zuletzt etwas nach unten revidiert. Man muss mit Schwankungen leben können, aber ich würde als Anleger einen Teil meines Kapitals in China investieren", sagt Stephan. Wer das Risiko minimieren will, setzt auf Fonds wie den Comgest Growth China EUR.



Aber auch Einzelwerte wie die E-Commerce-Riesen Alibaba oder JD.com, der chinesische Elektroauto-Pionier BYD oder die Tencent-Gruppe könnten eine lohnende Investition sein. Es spricht also fast alles für die Farbe Rot.



Fazit

China ist ein lohnenswerter Tipp für die Geldanlage - auch wenn es durch die Entwicklung des Handelsstreits mit den USA auch künftig größere Ausschläge geben dürfte. Das Wachstum und die Dynamik der wirtschaftlichen Entwicklung im Riesenreich sprechen mittelfristig für positive Kursentwicklungen. Risikobewusste Anleger investieren einen Teil ihres Vermögens in Fonds / ETFs mit Aktien aus China / Hongkong, mutigere können auch auf Einzelwerte großer Firmen setzen.

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Quelle: Biallo & Team GmbH
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