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Chinesische A-Aktien vor Aufnahme in die MSCI-Indizes

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es ist soweit. Ab Juni werden auch die chinesischen A-Aktien in die viel beachteten Auswahlindizes von MSCI aufgenommen. Bislang war dies nur den in Hongkong oder den USA gelisteten Unternehmen vorbehalten, während das lange Zeit nur für Inländer zugängliche A-Segment mit den Aktien der Börsen Shanghai und Shenzen in investmentstarken Indizes wie dem MSCI Emerging Markets nicht berücksichtigt wurden. Hintergrund ist auch hierbei, dass bei den Indizes nicht die volkswirtschaftliche Bedeutung und Größe sondern die möglichst unbeschränkte Investierbarkeit das maßgebliche Kriterium ist.

Trotzdem hatten vor allem institutionelle Investoren zunehmend darauf gedrängt auch die Inlands-Aktien in die Indexberechnung hineinzunehmen, was nun also endlich umgesetzt wird. Die entsprechende Ankündigung erfolgte bereits vor einem Jahr und in der kommenden Woche soll nun auch bekanntgegeben werden, welche Titel für die Aufnahme vorgesehen sind. Schon der lange Vorlauf zeigt, dass MSCI auf einen behutsamen Übergang bedacht ist, um zu vermeiden, dass die Indexentscheidung zu Marktverwerfungen führt. Diesem Ziel folgend, wird auch die Einbeziehung der A-Aktien in mehreren kleinen Schritten erfolgen. So werden die Aktien zu Beginn noch nicht mit ihrer vollen Marktgewichtung berücksichtigt, sondern in eher homöopathischen Dosen von anfänglich nur 2,5 Prozent der eigentlichen Größe.

Dies wird dann sukzessive aufgestockt, wobei es mehrere Jahre dauern kann, bis die volle Berücksichtigung erreicht wird. Bei Südkorea oder Taiwan etwa erstreckte sich die Anpassung nach Angaben der DZ Bank über sieben bzw. acht Jahre, wobei im Fall der A-Aktien aber eine schnellere Umsetzung erwartet wird. Dennoch. Zum Auftakt werden die A-Aktien den vorläufigen Berechnungen zufolge im MSCI Emerging Markets nur auf eine minimale Gewichtung von 0,39 Prozent kommen. Nach Abschluss der Anpassung könnte der Anteil dann bis auf rund 17 Prozent steigen.

Das bedeutet aber nicht, dass China nur mit einem derart geringen Gewicht in den Indizes berücksichtigt ist. Denn diese Mini-Quote bezieht sich eben nur auf das A-Segment. Deutlich größer und bedeutender sind auch jetzt schon die in Hongkong und in Übersee notierten Aktien. Sie reichen aus um China auch heute schon ein Gewicht von etwa 30 Prozent im weltweit wichtigsten Aktienindex für die Schwellenländer zu verleihen.

Wichtig ist diese komplizierte Unterscheidung bei den Notierungen der chinesischen Unternehmen auch bei der Auswahl geeigneter Anlageinstrumente für China-Aktien. Denn je nach Indexkonzept fallen einige äußerst relevante chinesische Giganten aus der Abdeckung heraus. Die prominentesten Beispiele sind die beiden Internet-Riesen Alibaba und Tencent. Alibaba wird über ADR in den USA gelistet und fehlt damit in den meisten „China-ETFs“, weil diese sich auf Aktien mit Notierung in Honkong oder dem A-Segment beschränken. Tencent wiederum gehört zu den Hongkong-Aktien und fehlt dementsprechend in reinen A-Aktien-ETFs.

Das kompletteste Paket für Anleger, die sich keine Gedanken über solche Sondereffekte machen wollen, bietet wieder einmal Wisdom Tree, die sich damit mehr um mehr zum neuen „Lieblings-ETF-Anbieter“ mausern. Der Wisdom-ETF bezieht sich auf den S&P China 500 und deckt einfach die 500 größten chinesischen Unternehmen ab – ganz gleich wo deren Hauptnotierung ist (A2ANVN). Positiver Nebeneffekt dieser Herangehensweise ist auch eine vernünftige Branchenverteilung, die weder eine extreme Schlagseite bei Finanzwerten hat noch bei den Technologieriesen. Der Finanzsektor kommt auf 32 Prozent (der von anderen Anbietern genutzte FTSE China 50 und auch der HangSeng China Enterprises kommen hier auf beinahe 60%). Technologie ist in dem S&P China 500 mit gut 20 Prozent enthalten, während dieser Anteil bei den anderen China-ETF entweder völlig unter oder drastisch über-repräsentiert ist (1,2 % Harvest FTSE, DBX0P8 oder 41% im MSCI China, DBX0G2).

Anzumerken ist hier natürlich, dass der besonders Tech-lastige DBX0G2 in den letzten Jahren die deutlich stärkste Performance geliefert hat. Wer darauf schielt und an eine Fortsetzung des Tech-Booms glaubt, der kann ein Basisinvestment in dem S&P China 500 natürlich auch durch Hinzunahme von Tencent und/oder Alibaba als Einzelaktie „tunen“.

Anleger, die hingegen den Sondereffekt der A-Aktien-Aufnahme gezielt nutzen wollen, finden in dem  MSCI China A von iShares das stimmigste Instrument. Dieser Index orientiert sich nämlich schlicht am sogenannten MSCI China A Inclusion-Index, also exakt an dem Auswahlindex für die Aktien, die aufgenommen werden sollen (A12DPT).

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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