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Coba oder Deutsche – Wer ist zuerst einstellig?

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die beiden deutschen Gar-Nicht-Mehr-So-Groß-Banken liefern sich einen spannenden Wettstreit. Im Zentrum des Duells von Commerzbank und Deutscher Bank steht dabei aber nicht wer das Unternehmen zuerst wieder vernünftig zum Laufen bringt, sondern welche der beiden Aktien als erste unter die 10-Euro-Marke abstürzt. Solche „runden“ Marken sind zwar de facto völlig irrelevant, weil es für den Wert des Unternehmens keinen nennenswerten Unterschied macht, ob die einzelne Aktie 10,01 Euro oder 9,99 Euro kostet. Psychologisch wirken sie aber trotzdem, und sei es nur weil ein einstelliger Aktienkurs optisch keine besondere Stärke signalisiert.

Die Commerzbank weiß das und hat deshalb vor einigen Jahren einen sogenannten Reverse-Split durchgeführt, bei dem 10 alte Aktien in eine neue zusammengelegt wurden. Damals ging es allerdings darum, dass vermieden werden sollte, dass die Aktie zum Penny-Stock wird und sie gar unter die 1-Euro-Marke sinkt. So schlimm ist es dieser Tage nun aber nicht mehr.

So oder so – die Commerzbank hat eindeutig mehr Erfahrung in den Untiefen der einstelligen Aktienkurse und sie ist dem Ziel auch schon sehr viel näher als der Kontrahent. Die Deutsche Bank zeigt dafür die deutlich stärkere Dynamik auf dem Weg nach unten, womit sie dann vielleicht doch als Favorit in den „Wettstreit“ hineingeht. Und da macht sich die fehlende Erfahrung in diesem Kursbereich dann eben auch negativ bemerkbar. So stellen die Charttechniker von Lynx gerade darauf ab, dass sich die Deutsche Bank bei einem Abrutschen unter 10 Euro und dem dabei generierten Verkaufssignal auf keinerlei Haltelinien stützen kann, weil sie dann in unbekanntes Neuland vorstößt.

Auch bei einigen Short-Sellern steht die Aktie gerade groß im Kurs und so machten in den letzten Tagen Meldungen über großangelegte Short-Spekulationen des Hedgefonds AQR Capital die Runde. Hinzukommen Negativmeldungen von den Ratingagenturen, die mit Herabstufungen drohen und nun auch erste Fundamentalanalysen von Wettbewerbern, die Kursziele deutlich unterhalb von 10 Euro nennen (Barclays: 8 Euro).

Nach dem branchenweiten Kursbeben von gestern, in Reaktion auf Forderungen zu einem Schuldenerlass für Italien, könnte es heute zu einer marktüblichen kleinen Gegenbewegung kommen, die vielleicht eine gute Gelegenheit darstellt, um sich dann eben doch auf der Short-Seite zu positionieren.

Wegen der starken Schwankungen sind Faktor-Zertifikate hier aber wenig geeignet, sofern die Spekulation über mehrere Tage aufrechterhalten werden soll. Sinnvoller erscheinen daher Knock-Out-Papiere. Bei der Deutschen Bank bietet zum Beispiel die HypoVereinsbank ein passendes und mit engem Spread angebotenes Instrument mit gut fünffachem Hebel und drohendem Knock-Out bei einem Anstieg der Aktie über 13 Euro (HX0XEM).

Favorit für die Short-Spekulation auf die Commerzbank ist die HX0VVC. Auch hier liegt der Hebel bei 5,3. Ein vorzeitiger Totalverlust droht bei einem Anstieg der Aktie über 12,33 Euro.

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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