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Continental: Das stimmt Anleger wirklich nachdenklich

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die schwächer werdende Autokonjunktur und eine hohe Abschreibung haben den weltweit zweitgrößten Zulieferer Continental im dritten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Unterm Strich verbuchte der Konzern einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro. Wie der DAX-Konzern +0,42% berichtete, lag dies zwar zum Großteil am Einmaleffekt verringerter Firmenwerte aus früheren Übernahmen sowie Kosten für ein gestartetes Umbauprogramm.

Diese Faktoren waren bereits vor einigen Wochen bekanntgeworden. Aber auch im laufenden Geschäft sank das bereinigte operative Ergebnis zwischen Juli und September deutlich um ein Fünftel auf noch knapp 615 Millionen Euro. Die Conti-Aktie rutschte ans Ende der DAX-Riege.

Trostloser Ausblick

Angesichts der schwierigen Lage der Autoindustrie sprach Conti-Chef Elmar Degenhart von einer vergleichsweise soliden Entwicklung - "trotz des weiterhin rückläufigen Marktumfeldes". Die Anzeichen deuten allerdings auf eine schwierige Zukunft hin: "In den kommenden fünf Jahren rechnen wir ähnlich wie andere Marktteilnehmer nicht damit, dass sich die weltweite Produktion wesentlich beleben wird", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer. Im dritten Jahresviertel 2019 nahm sie bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um drei Prozent ab.

Der Autozulieferer und Reifenhersteller aus Niedersachsen konnte seinen Umsatz zuletzt zwar insgesamt leicht um 3 Prozent auf 11,1 Milliarden Euro steigern - aber nur, wenn man den Effekt von Zukäufen und Wechselkursveränderungen mit einrechnet. Aus eigener Kraft gingen Contis Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent zurück.

Jobabbau nicht vermeidbar

"Die aktuelle Situation verlangt von uns, unsere Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu erhöhen", betonte Degenhart. Das kürzlich gestartete Programm "Transformation 2019-2029" baut den Konzern um - weg von Hydraulik und Verbrenner-Technik, hin zu mehr Elektronik, Software und Komponenten für die Elektromobilität. Die Mitarbeiter sollen qualifiziert werden, es dürfte aber auch Stellenstreichungen geben.

Bis 2023 könnte die Neuausrichtung im Unternehmen 15.000 Arbeitsplätze betreffen, 5.000 davon in Deutschland. Degenhart hatte gesagt, dass Kündigungen nicht auszuschließen seien - jedoch nur als "allerletztes Mittel". Zugleich entstehen neue Jobs. Ende September beschäftigte Continental in aller Welt mehr als 242.000 Menschen.

Der Wandel in der Autoindustrie schlug sich bereits in einer enormen Wertminderung nieder: Im Oktober musste Conti 2,5 Milliarden Euro an Abschreibungen in die Bücher nehmen, weil übernommene Firmenanteile aus der Zeit vor 2008 nicht so hoch bewertet werden können wie zuerst angenommen. In diesem Klima mag der Vorstand auch die Antriebssparte nicht auf herkömmliche Art an die Börse bringen, der erzielbare Preis ist zu unsicher. Bei der Ausgliederung sollen die eigenen Aktionäre die Papiere des Vitesco genannten Unternehmens ins Depot bekommen.

Conti-Aktie ist DAX-Verlierer

Die zurückhaltende Aussagen zur künftigen Geschäfsentwicklung haben die Conti-Aktien +0,52% am Dienstag an das Ende des DAX +0,42% gedrückt. Sie büßten zeitweise gut Prozent auf 128,66 Euro ein und testeten die 200-Tage-Durchschnittslinie bei 128,56 Euro. Diese gilt als Indikator für den längerfristigen Trend.

Analyst Jose Asumendi von JPMorgan vewies in einer ersten Einschätzung auf einen wenig inspirierenden Ausblick der Hannoveraner. Diese rechneten in den kommenden fünf Jahren nicht mit einer merklichen Verbesserung der weltweiten Produktion. Im kommenden Jahr dürfte die Automobilfertigung auf der Stelle treten. Für die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sei sogar das dritte Jahr mit rückläufigen Produktionszahlen nicht auszuschließen. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart Continental (in Euro)
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