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Continental: Dieser Gewinneinbruch tut weh

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat im ersten Quartal wegen schwacher Nachfrage einen herben Gewinneinbruch erlitten. Der den Aktionären zuzurechnende Überschuss sackte um über ein Fünftel auf 575 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Donnerstag in Hannover mitteilte. Die Aktien von Continental +2,71% haben daraufhin ihre jüngste Talfahrt fortgesetzt.

Der Umsatz war wie vom Konzern bereits mitgeteilt um knappe 0,3 Prozent auf 11,05 Milliarden Euro gestiegen. Wenn der Rückenwind vom schwächeren Euro und Zu- wie Verkäufe ausgeklammert würden, wäre der Erlös jedoch um zwei Prozent gesunken. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel um gut 17 Prozent auf 884 Millionen Euro. Der den Aktionären zuzurechnende Überschuss sackte um 22 Prozent auf 575 Millionen Euro ab.

Im ersten Quartal habe Conti etwas mehr an Forschungs- und Entwicklungsleistungen in der Bilanz aktiviert, sagte Finanzchef Wolfgang Schäfer im Gespräch der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Entwicklungsausgaben fallen dann im Ergebnis nicht so stark ins Gewicht. Die höheren Aktivierungen seien aber keine grundlegende Tendenz, sagte Schäfer, sondern lägen in den jeweiligen Projekten begründet. Im Gesamtjahr dürfte der Konzern bei den aktivierten Forschungsleistungen ein ähnliches Niveau wie im Vorjahr erreichen.

Börsengang der Antriebssparte könnte verschoben werden

Für Verstimmung an der Börse sorgten auch Aussagen des Managements zum für 2020 beabsichtigten Börsengang der Antriebssparte. "Wir haben nichts zu verschenken. Wenn die Märkte nicht in der richtigen Form sind, kann es auch später sein", sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer gegenüber Reuters.

Die Jahresprognosen für Umsatz und operative Marge bestätigte das Management um Chef Elmar Degenhart. Der Konzern rechnet insbesondere in der zweiten Jahreshälfte mit einer Belebung des Umfelds. Im Vorjahr war die Nachfrage und mit ihr die Automobilproduktion in China wegen des US-chinesischen Handelsstreits deutlich unter Druck gekommen. Auch in Europa lief mit der Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsprüfverfahrens WLTP die Autokonjunktur nicht mehr so rund wie zuvor.

Bei der Mitteilung der Eckdaten hatte das überraschend hohe operative Ergebnis noch für Aufatmen bei Anlegern gesorgt und die Aktie beflügelt. Heute sackten die Conti-Papiere +2,71% bis zum Nachmittag um 3,6 Prozent auf das tiefste Niveau seit Anfang April ab und gehörten so in einem trüben Marktumfeld für die Autobranche zu den schwächsten Werten im Dax +2,86%. Auch charttechnisch sieht es derzeit nicht mehr so gut aus. Conti entfernt sich weiter von seiner 200-Tage-Linie (siehe Chart unten). Aktien aus der Autoindustrie und die damit verbundenen Zulieferer standen am Donnerstag angesichts der harten Rhetorik im Handelsstreit zwischen den USA und China europaweit unter Druck.

Hoher Barmittel-Abfluss

Kritisch äußerten sich Experten vor allem zu einigen Details der Quartalszahlen - mit einem schwachen Ergebnis im Autozulieferbereich und einem hohen Abfluss von Barmitteln. Analyst Jose Asumendi von JPMorgan hob in einer ersten Einschätzung vor allem das schwache Abschneiden von Continental im Geschäft mit Bordelektronik hervor. Dem schwachen Zuliefergeschäft stehe das Ergebnis in der Reifensparte gegenüber, das bei Experten allgemein auf recht positive Resonanz stieß.

Einig waren sich Analysten darüber, dass der Abfluss von Barmitteln sehr hoch ausfiel. So hatte UBS-Experte David Lesne statt des deutlich negativen Free Cashflows mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet. JPMorgan-Fachmann Jose Asumendi brachte die Kennziffer neben dem Gewinneinbruch auch mit höheren Investitionen und einem schwachen Nettoumlaufvermögen in Zusammenhang.

Laut dem NordLB-Analysten Frank Schwope ist nach dem schwachen zweiten Halbjahr 2018 per Saldo auch der Auftakt in das neue Jahr unbefriedigend gewesen. Besserung erwartet er erst in der zweiten Jahreshälfte, in der sich Continental nur noch mit den schwachen Vorjahreswerten messen müsse.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Continental (in Euro, Xetra)
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