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Corona führt zu rückläufigen Investitionen in Startups - Studie

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
FRANKFURT (Dow Jones)Die Corona-Krise macht sich einer Studie zufolge bei deutschen Startup-Unternehmen in rückläufigen Investitionen, kleineren Transaktionen bei Finanzierungsrunden sowie verstärktem Interesse an Gesundheits-Startups bemerkbar.

Der Gesamtwert der Investitionen in deutsche Startups gab in den ersten sechs Monaten um 22 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro nach. Allerdings stieg die Zahl der Startups, die frisches Kapital erhielten, sie lag mit 360 Firmen um 8 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Das sind Ergebnisse des Startup-Barometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Berücksichtigt wurden Unternehmen, deren Gründung höchstens zehn Jahre zurückliegt.

Es gibt eindeutig einen Corona-Effekt bei den Risikokapitalinvestitionen", so Thomas Prüver, Partner bei EY. "Die offensichtlichste Entwicklung ist der starke Rückgang bei sehr großen Deals: Die Zahl der Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 100 Millionen Euro sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von sieben auf zwei. Gleichzeitig gab es allerdings mehr kleine Transaktionen. Damit fällt der Corona-Effekt weniger massiv aus als zunächst befürchtet."

Zudem sank laut EY-Studie nach einem sehr starken Jahresauftakt die Zahl der Finanzierungen im Verlauf des ersten Halbjahres spürbar: Von 90 im Januar über 49 im März auf 34 im Juni. Laut EY wurden Transaktionen, die in der Vor-Corona-Zeit in Angriff genommen worden waren, zum großen Teil auch abgeschlossen; nur relativ wenige Deals wurden abgesagt.

Die mittelfristigen Folgen der Krise werden wir erst in den kommenden Monaten sehen. Dann zeigt sich, in welchem Umfang noch neue Transaktionen gestartet und zum Abschluss gebracht werden. Fest steht aber schon jetzt: Die Investoren sind eindeutig vorsichtiger geworden", sagte Prüver.

Laut EY war die größte Transaktion in Deutschland eine Finanzspritze von 218 Millionen Euro für den Münchner Flugtaxi-Entwickler Lilium im März, die im Juni auf fast 250 Millionen Euro erweitert wurde. An zweiter Stelle steht eine 195-Millionen-Euro-Finanzierung für den Berliner Verleiher von Technik-Geräten Grover im Januar. Die drittgrößte Transaktion konnte die Smartphone-Bank N26 vermelden, die im Mai 91 Millionen Euro erhielt.


Software, Analytics und Gesundheits-Startups gewinnen an Bedeutung

Nach Branchen verschoben sich EY zufolge die Schwerpunkte der Investitionen deutlich. Der Bereich Software & Analytics konnte kräftig zulegen - um 12 Prozent auf 112 Transaktionen und um 30 Prozent auf 501 Millionen Euro. Andererseits sei deutlich weniger Geld vor allem in Mobilitäts-Startups und FinTechs gegangen: Im Mobilitäts-Segment ging das Finanzierungsvolumen um 34 Prozent auf 434 Millionen Euro zurück, bei jungen Finanzunternehmen betrug der Rückgang sogar 55 Prozent auf 313 Millionen Euro.

EY zufolge bieten "SaaS (Software as a Service), Analytics und KI" vielversprechende Geschäftsideen - auch und gerade in Pandemie-Zeiten. Auch Gesundheits-Startups seien in den vergangenen Monaten stärker in den Fokus von Investoren geraten, so Prüver - die Zahl der Deals in diesem Segment stieg um 30 Prozent auf 61. "Digital Health wird weiter boomen. Und auch BioTech und Medtech haben in den vergangenen Monaten enorm an Bedeutung gewonnen."

Regional konnte Berlin im ersten Halbjahr seine Position als Deutschlands führender Startup-Standort behaupten, Bayern konnte aber kräftig zulegen und den Abstand zur Bundeshauptstadt deutlich verringern.

Kontakt zur Autorin: ulrike.dauer@wsj.com; @UlrikeDauer_

DJG/uxd/jhe

END) Dow Jones Newswires

July 13, 2020 04:56 ET ( 08:56 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
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