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Crowdinvesting vs. Crowdfunding – Wo liegt der Unterschied?

| Quelle: Crowdfunding-News | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

In den Medien werden Crowdinvesting und Crowdfunding oft synonym verwendet, und obwohl Crowdinvesting und Crowdfunding für Startups verwandte Finanzierungsformen sind, unterscheiden sie sich in einigen Punkten gravierend.Es handelt sich in beiden Fällen um eine Form der Schwarmfinanzierung. Wir erklären Ihnen die wesentlichen Unterschiede zwischen Crowdinvesting und Crowdfunding.

 

Crowdinvesting ist nicht gleich Crowdfunding

Viele Menschen haben eine gute Idee für ein Unternehmen, ein Produkt oder ein Projekt, aber ihnen fehlt das nötige Geld zur Umsetzung. Sie suchen deshalb über das Internet die Unterstützung der sogenannten Crowd (Zu Deutsch: Menschenmenge), die ihnen bei der Beschaffung des Geldes helfen soll.

Hierbei spricht man ganz allgemein vom sogenannten Crowdsourcing (Zu Deutsch: Schwarmfinanzierung). Dabei stellen viele Menschen jeweils einen kleinen Betrag bereit, um ein Projekt zu verwirklichen. Insgesamt gibt es vier unterschiedliche Modelle des Crowdsourcing: spendenbasiertes Crowdfunding, gegenleistungsbasiertes Crowdfunding, Crowdinvesting und Crowdlending.

Alle vier Formen des Crowdsourcing haben eines gemeinsam: Ein Mensch richtet sich mit einem Projektvorschlag auf der Suche nach Geld an ein breites Publikum. Beim Crowdlending können sich Privatpersonen untereinander Geld leihen und verleihen, ohne dabei auf eine Bank zurückzugreifen. Wir gehen in diesem Artikel jedoch nicht näher auf diese Form des Crowdsourcing ein und wollen Ihnen stattdessen zeigen, wie sich Crowdinvesting und Crowdfunding unterscheiden.  

 

Spendenbasiertes Crowdfunding

Beim spendenbasierten Crowdfunding schließen sich viele Menschen zusammen, um ein bestimmtes, meist karitatives oder künstlerisches Projekt, zu finanzieren. Beim spendenbasierten Crowdfunding gibt es keine Gegenleistung monetärer Art. Die Form des Crowdfunding ist also mit einer Art Spende zu verstehen. Menschen helfen anderen Menschen, ein Projekt umzusetzen und ihre Motivation ist purer Altruismus.

Auch Startups nutzen diese Form der Schwarmfinanzierung, um sich in der Seed-Phase mit Geld zu versorgen. Sie haben zu diesem Zeitpunkt in der Regel noch kein fertiges Produkt, sondern erst ein Konzept. Für die Entwicklung eines Prototyps kann Crowdfunding daher durchaus Sinn ergeben, da die Gründer an Kapital kommen, aber dafür keine Anteile oder Gewinnbeteiligungen abgeben müssen.

 

Gegenleistungsbasiertes Crowdfunding

Gegenleistungsbasiertes Crowdfunding ist dem spendenbasierten Crowdfunding sehr ähnlich. Doch hier wird die Crowd für Unterstützung auf nicht-monetäre Art belohnt. Da diese Form des Crowdfunding häufig für Kunstprojekte genutzt wird, erhalten die Unterstützer danach ein Exemplar der Musik-CD, ein T-Shirt oder ein Exemplar des Films.

Seit Anfang der 2000er Jahre machten dann Crowdfunding-Plattformen wie Artistshare und SellaBand von sich reden, über die Fans ihre Künstler unterstützen konnten und im Gegenzug CDs oder Zugang zu exklusiven Konzerten erhielten. Heute zählen Kickstarter und Indiegogo zu den größten Crowdfunding-Plattformen.

Auch Startups in einer sehr frühen Phase nutzen gegenleistungsbasiertes Crowdfunding. Häufig stammen die Startups aus dem Hardware-Bereich und bringen eine Idee für ein Produkt mit, dass sie gern entwickeln möchten.

Crowdfunding kann für sie ein erster Markttest sein, ob das Produkt auch auf Nachfrage trifft. Denn die Crowd besteht häufig aus Technik-Pionieren, die sich als Erste für Neuentwicklungen begeistern. Das Startup kann auf diesem Weg Vorbestellungen annehmen und die Crowdinvestoren der ersten Stunde mit den ersten Exemplaren belohnen.

 

Crowdinvesting

Bis vor wenigen Jahren war es nur wohlhabenden Privatpersonen möglich, in Startups in der Frühphase zu investieren. Doch vor einigen Jahren hat sich der Ursprungsgedanke des Crowdsourcing auch auf den Bereich der Start-Finanzierung ausgedehnt. Man spricht dabei von Crowdinvesting (auch Equity-based Crowdfunding genannt). Wenn Crowdfunding für Startups sinnvoll ist, um ein Produkt zu entwickeln, dann ist Crowdinvesting für Startups sinnvoll, um ein Unternehmen aufzubauen. Bei einem Crowdinvestment handelt es sich also nicht um Spenden, sondern um Vermögensanlagen.

Beim Crowdinvesting investieren Privatanleger in ein Startup und erhalten im Gegenzug Anteile. Die Gründer des Startups stellen sich mit ihrer Geschäftsidee, einem fertigen Produkt und ihrem Finanzierungsbedarf einer Gruppe von Crowdinvestoren vor. Die Crowdinvestoren können sich dann mit kleinen oder großen Beträgen an der Finanzierung eines Startups beteiligen. Sie werden dann zu Anteilsinhabern des Startups und profitieren von Gewinnen der Startups und falls das Startup an verkauft wird (auch Exit genannt).

Beim Crowdinvesting gibt es viele mögliche Motivationen. Manche Crowdinvestoren möchten einfach eine gute Geschäftsidee und ihre Gründer fördern. Sie begeistern sich für Unternehmertum und neue Technologien. Für andere Crowdinvestoren stehen finanzielle Aspekte im Vordergrund – insbesondere die Beteiligung bei einem Unternehmensverkauf. Sie wollen sich mit ihrem Crowdinvestment sehr früh an Wachstumsunternehmen beteiligen und für dieses Risiko entsprechend belohnt werden.

Nicht nur in Deutschland erfreut sich diese Form des Crowdsourcing immer größerer Beliebtheit, denn Crowdinvesting ist auch international weit verbreitet. Es gibt Crowdinvesting-Plattformen in den USA und Israel. Aber auch in Europa – allen voran Großbritannien, Frankreich, Österreich und Schweden – gibt es große Crowdinvesting-Plattformen. Diese Länder unterscheiden sich zum Teil sehr stark, wenn es darum geht, wie sie ein Crowdinvestment regulieren. In Deutschland wird Crowdinvestment durch das Kleinanlegerschutzgesetz reguliert und unterliegt damit wie andere Vermögensanlagen auch dem Vermögensanlagengesetz (VermAnlg).

Da es sich bei einem Crowdinvestment um Wagniskapital handelt, sollten Anleger nie ihr gesamtes Vermögen in Startups investieren. Doch als Bestandteil verschiedener Vermögensanlagen kann Crowdinvesting eine sinnvolle Ergänzung des  Portfolios sein. Es handelt sich um Vermögensanlagen mit hohem Risiko, aber auch hohem Renditepotenzial im Erfolgsfall. So können diese Vermögensanlagen in Zeiten historisch niedriger Zinsen eine gute Möglichkeit für Anleger darstellen, eine attraktive Rendite zu erzielen.

 

Dieser Gastbeitrag wurde von Companisto bereitgestellt. Erfahren Sie mehr zum Thema Crowdfunding, Crowdinvesting und zu unterschiedlichen Anlagestrategien in der Companisto Investoren-Akademie und dem Companisto Blog. Weitere Artikel zum Thema finden Sie natürlich weiterhin im Bereich Crowdinvest auf finanztreff.de unter diesem Link.

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