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Dämpfer für den deutschen Export

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Quelle: dpa-AFX

Von Friederike Marx, dpa

Der deutsche Export steuert im Gesamtjahr auf einen Rekord zu. Im November 2018 zeigen sich allerdings Bremsspuren, das gilt auch für zwei bedeutende Industriebranchen.

Wiesbaden (dpa) - Die Anzeichen für eine Konjunkturabkühlung mehren sich: Export und Maschinenbau haben im November an Schwung verloren, die Elektroindustrie erhielt weniger Aufträge als im Vorjahresmonat.

«Die Weltkonjunktur ist belastet durch den Handelskonflikt zwischen den größten Volkswirtschaften USA und China und den damit verbundenen Risiken», analysierte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann.

Die Entwicklung hinterließ Bremsspuren beim Export. Die Warenausfuhr blieb nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im November mit 116,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahresmonat nahezu unverändert. Die Importe stiegen dagegen um 3,6 Prozent auf 95,7 Milliarden Euro. Im Vergleich zum starken Oktober sanken Ausfuhren und Einfuhren.

Im Gesamtjahr steuert die Exportwirtschaft trotz der Delle im November auf ein neues Rekordjahr zu. In den ersten elf Monaten 2018 stiegen die Ausfuhren von Waren «Made in Germany» um 3,7 Prozent auf 1221,7 Milliarden Euro. Im gesamten Jahr 2017 war die Bestmarke von 1279,0 Milliarden Euro erreicht worden (plus 6,2 Prozent).

Angesichts der vor allem von den USA angeheizten internationalen Handelskonflikte und der Unwägbarkeiten des Brexits hatte der BGA seine Prognose für das Gesamtjahr 2018 zuletzt nach unten korrigiert. Erwartet wird ein Exportwachstum von 3,5 Prozent. Ursprünglich hatte die Branche mit einem Plus von 5 Prozent gerechnet.

Derzeit gebe es zu viele Krisen im globalen Handel, die für Druck auf die deutsche Exportwirtschaft sorgten, erläuterte Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Bank in Deutschland. Allein der vergleichsweise schwache Euro habe etwas zur Stützung der deutschen Exportgeschäfte beigetragen.

Nachdem zuvor bereits Daten zum Auftragseingang und zur Produktion in der deutschen Industrie enttäuscht hatten, seien die Sorgen vor einer stagnierenden Wirtschaft in Deutschland nach den Exportdaten nicht geringer geworden, sagte Brzeski. Positive Signale kamen dagegen zuletzt vom Einzelhandel, der von der Kauflust der Verbraucher profitierte. Der Privatkonsum ist eine wichtige Konjunkturstütze.

Wie stark Europas größter Volkswirtschaft im Gesamtjahr 2018 gewachsen ist, gibt das Statistische Bundesamt am kommenden Dienstag (15. Januar) bekannt. Ökonomen schließen nicht aus, dass die Konjunktur nach der Delle im dritten Quartal auch im letzten Vierteljahr nicht richtig an Schwung gewonnen hat.

Bedeutende Industriebranchen wie Maschinenbau und Elektroindustrie bekamen die Verunsicherung zum Jahresende zu spüren. Die Bestellungen im Maschinenbau stagnierten im November im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Einem leichten Zuwachs der ausländischen Orders von 2 Prozent stand ein Rückgang der Inlandsaufträge für die deutsche Schlüsselindustrie um 3 Prozent gegenüber.

Bei der Elektroindustrie gingen im November 2,6 Prozent weniger Aufträge ein als ein Jahr zuvor. Immerhin ein Viertel (26 Prozent) der Unternehmen blickt nach Angaben des Branchenverband ZVEI pessimistisch auf das erste Halbjahr 2019.

Nach Einschätzung der Weltbank wächst die Weltwirtschaft zwar weiter, das Wachstum wird aber langsamer. «International haben die Handels- und Produktionsaktivitäten nachgelassen, Handelskonflikte bleiben ein großes Thema und in einigen der großen Schwellenländer sind die Finanzmärkte vehement unter Druck», heißt es in der in Washington vorgestellten Analyse. Das kann exportorientierte deutsche Unternehmen belasten.

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