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Daimler-Aktie: Es hätte schlimmer kommen können

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Autobauer Daimler hat am Morgen seine Quartalszahlen vorgelegt. Und die sind nicht gerade berauschend ausgefallen. Die Erwartungen wurden im Großen und Ganzen gerade mal so erfüllt. Der Kfz-Konzern sieht sich nach dem schwachen Auftakt vor noch schwierigeren Aufgaben in diesem Jahr. "Das Erreichen der Ziele für 2019 ist nach dem ersten Quartal nicht einfacher geworden", sagte der im Mai abtretende Konzernchef Dieter Zetsche. Der Aktienkurs von Daimler +1,97% hält sich recht wacker.

In diesem und in den nächsten Jahren seien große Kraftanstrengungen und ein "fokussierter Mitteleinsatz unumgänglich", gab der seit über 13 Jahren amtierende Zetsche seinem designierten Nachfolger Ola Källenius mit auf den Weg. An kurzfristigen Sparmaßnahmen und langfristigen Weichenstellungen führe kein Weg vorbei.

Wie stark das Sparen genau ausfallen soll und wo konkret der Rotstift angesetzt wird, wollte Noch-Finanzchef Bodo Uebber in einer Telefonkonferenz noch nicht verraten. Auch er wird den Vorstand nach vielen Jahren im Mai nach der Hauptversammlung verlassen. Sein Nachfolger Harald Wilhelm, der von Airbus +0,46% kam, muss dann mit Källenius den Dax +0,91%-Konzern durch das aktuell schwierige Fahrwasser führen.

Erlöse leicht gesunken

Denn ein schwächelndes Kerngeschäft und die weiter hohen Ausgaben schlagen sich beim Auto- und Lkw-Bauer zunehmend in der Bilanz nieder. Die Erlöse gingen leicht von 39,8 auf 39,7 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte wie von Experten erwartet um 16 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro ab. Darin war aber sogar noch ein Sonderertrag von rund 718 Millionen Euro enthalten, weil der Konzern Anteile am neu gegründeten Carsharing-Gemeinschaftsunternehmen mit BMW +0,55% neu bewertete.

Unter dem Strich sank der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Daimler zahlte nur rund halb so viele Steuern wie vor einem Jahr. Die Daimler-Aktie +1,97% konnte sich am Vormittag von ihren Tiefständen erholen.

Die Zahlen überzeugten nicht, schrieb NordLB-Analyst Frank Schwope. Eine Gewinnwarnung in den nächsten Quartalen würde nicht überraschen, so der Experte. Dem neuen Vorstandschef Källenius stünden einige Aufräumarbeiten bevor.

Pkw-Sparte leidet

Vor allem in der wichtigen Pkw-Sparte Mercedes-Benz steht Daimler unter Druck. Insgesamt verkaufte Daimler im ersten Quartal 5,6 Prozent weniger Autos der Marke Mercedes-Benz. Weil Mercedes derzeit auch wegen Modellwechseln weniger teure Stadtgeländewagen (SUVs) los wird, aber dafür mit der neuen A-Klasse mehr günstigere Kompaktwagen, gehen die Margen zurück. Im ersten Quartal sank die Umsatzrendite von 9 Prozent vor einem Jahr auf jetzt 6,1 Prozent. Auch bei den Preisen muss Mercedes mit zunehmendem Alter der Modelle Abstriche machen. Wechselkurseffekte und hohe Vorleistungen für neue Technologien belasten zusätzlich.

Schwach fiel wegen eines starken Lageraufbaus in der Pkw-Sparte auch die Kassenbilanz von Finanzchef Uebber aus. Im ersten Quartal flossen im Industriegeschäft über 2 Milliarden Euro aus dem Unternehmen ab. Die will Uebber in den kommenden Quartalen aber wieder hereinholen. Im Gesamtjahr soll der Free Cashflow dann etwas besser abschneiden als im Vorjahr.

In der Lastwagen-Sparte verzeichnete das Unternehmen dank eines höheren Absatzes und Wechselkurseffekten zwar einen deutlichen Umsatzanstieg, das operative Ergebnis brach hingegen um zehn Prozent ein. Daimler hat insbesondere mit Engpässen in der Lieferkette, höheren Rohstoffpreisen und Kosten für neue Technologien zu kämpfen.

Produktion wird runtergefahren

Bei den kleineren Nutzfahrzeugen reduzierte der Konzern gleich die Absatz- und Renditeerwartungen, weil die Sparte im ersten Quartal in die roten Zahlen fuhr. Kosten für Maßnahmen rund um Dieselfahrzeuge sowie für Garantien und Kulanz belasteten. In Russland und Argentinien fährt das Unternehmen die Produktionskapazitäten herunter, in dem südamerikanischen Land wird nun ganz auf die Produktion der X-Klasse verzichtet. Auch der Produktionsanlauf des Sprinters im US-Werk in Charleston kostet Geld. Im Gesamtjahr dürften die Vans noch eine geringe positive Rendite einfahren, hieß es.

Trotz allem will Daimler auf Konzernebene weiter den Absatz und Umsatz steigern, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll nach wie vor "leicht" zulegen, was bei Daimler ein Plus von 5 bis 15 Prozent bedeutet.

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat Daimler +1,97% nach den Quartalszahlen auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 73 Euro belassen. Es sei schade, dass kurz vor dem Ausscheiden der Führung um Zetsche und Uebber die Profitabilität deutlich gesunken sei, die Mercedes-Margen strauchelten und der Barmittelfluss negativ sei, schrieb Analyst Max Warburton in einer Studie. Allerdings sollte nicht vergessen werden, wie weit der Autobauer in diesem Jahrzehnt gekommen sei. So sei die Profitabilität des Dax-Konzerns nach wie vor solide und Zetsche hinterlasse Daimler in erheblich besserer Verfassung als zu seinem Antritt.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Daimler (in Euro, Xetra)

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Daimler.

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