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Daimler: Ist da was im Busch?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth fordert rasche Investitionen zum Aufbau einer europäischen Daten-Infrastruktur als Alternative zu Diensten aus den USA und China. "Eine europäische Cloud wäre aus meiner Sicht wichtiger als ein europäisches Raumfahrtprogramm, deshalb sollte man hier Geld und Energie investieren", sagte Porth der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf laufende Gespräche über europäische Raumfahrtprogramme und deren Finanzierung.

In Sachen Cloud-Architektur müsse nun gehandelt werden. Es sei nicht sinnvoll, nur darüber zu jammern, "dass bislang keiner eine europäische Cloud aufgebaut hat, die Amerikanern und Chinesen Wettbewerb bieten kann". Nach Plänen der Bundesregierung sollen sich deutsche und europäische IT-Anbieter künftig zu einem Netzwerk zusammenschließen, bei dem Unternehmen ihre Daten sicher und selbstbestimmt speichern und verarbeiten können.

Dieses Cloud-Netzwerk namens Gaia-X solle unter anderem europäischen Firmen den Weg zu digitalen Geschäftsmodellen ebnen. Ende 2020 solle der Livebetrieb mit ersten Anbietern und Anwendern starten. Viele Fragen - etwa zu Kosten und Finanzierung - sind jedoch offen. Das Projekt würde gegen etablierte Cloud-Dienste von US-Konzernen wie Amazon -1,00%, Microsoft -0,20% und Google -1,03% antreten.

Daimler-Aktien an der DAX-Spitze

Die Aktien von Daimler +0,23% haben sich am Montag im DAX +1,41% ganz an die Spitze gesetzt - was allerdings eher Gerüchten über eine Beteiligung eines Investors geschuldet ist. Am Vormittag kletterten sie um 1,8 Prozent auf 53,10 Euro und hoben sich so positiv von der allgemein freundlichen Stimmung im Autosektor ab. Der gesamteuropäische Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts lag zeitgleich gestützt auf neue Hoffnung im US-chinesischen Handelsstreit mit 0,8 Prozent im Plus.

Die relative Stärke von Daimler bezeichnete Arndt Ellinghorst vom Analysehaus Evercore ISI am Morgen als "außergewöhnlich" und führte sie auf Spekulationen zurück, dass ein strategischer Investor derzeit dabei sein könnte, eine Beteiligung an den Stuttgartern aufzubauen. Den Anstoß dazu habe am vergangenen Freitag wohl eine Mitteilung gegeben, wonach die britische Großbank HSBC als möglicher Mittelsmann Zugriff auf fünf Prozent der Stimmrechte habe.

Einer Reuters-Meldung zufolge könnte es sich bei dem Investor um den chinesischen Daimler-Partner BAIC handeln. Bereits Mitte Oktober hatten Vertreter des BAIC-Tochterunternehmens BAIC Motor Corp Ltd bei Investoren-Konferenzen angedeutet, dass sie sich die Erhöhung der Beteiligung vorstellen können.

Ex-Grüner wird Lobbyist bei Daimler

Auch eine Personalie ist erwähnenswert, wenn auch nicht kursrelevant: Der ehemalige Grünen-Politiker Daniel Mack (33) geht als Lobbyist zum Autokonzern Daimler. Der frühere hessische Landtagsabgeordnete werde von Januar an im Berliner Daimler-Büro als Abteilungsleiter tätig sein und die Bereiche Verkehrs-, Umwelt- und Digitalpolitik verantworten, teilte der Autobauer am Montag auf Anfrage mit.

Mack begründete seinen Schritt in einer Stellungnahme auf seiner Homepage damit, dass die Antwort auf den Klimawandel im Erfinden und nicht im Verhindern liege. Es gelte, diese Sache jetzt anzupacken. "Vom Sofa oder Spielfeldrand lässt sich kein Fortschritt erzielen." Mack war von 2012 bis Anfang 2014 Abgeordneter im hessischen Landtag. (Mit Material von dpa-AFX)

Sechs-Monats-Chart Daimler (in Euro)
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