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Darum ist der Goldpreis gestiegen und an dieser Stelle lohnt der Einstieg

| Quelle: INV

Gold ist wieder in! In den vergangenen acht Wochen ist der Preis des Edelmetalls um 11 Prozent gestiegen. Zu Wochenbeginn wurde bei rund 1340 US-Dollar der höchste Stand seit November 2016 markiert. Sucht man nach den vermeintlichen Gründen dieses Höhenflugs, stößt man schnell auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen. Wenn Nordkorea Wasserstoffbombentests durchführt, Südkorea im Gegenzug „für viele Milliarden Dollar“ Rüstungsgüter aus den USA kaufen darf und Donald Trump massive Warnungen in Richtung von Pjöngjangs Machthaber Kim Jong Un schickt, dann flüchten Anleger reflexartig in den „sicheren Hafen“, als der Gold immer noch angesehen wird. So zumindest ist es in zahlreichen Berichten aktuell nachzulesen.

Andere Marktteilnehmer sind eher der Ansicht, dass die Entwicklung des US-Dollar (vor allem gegenüber dem japanischen Yen) und der Anleiherenditen in den USA die Richtung des Goldpreises bestimmt. Und tatsächlich lassen sich bei diesen Assetklassen über einen längeren Zeitraum relativ gleichläufige Tendenzen beobachten. Demnach steigt Gold immer dann, wenn die Rendite 10jähriger US-Anleihen sinkt und wenn der Dollar/Yen-Kurs an Wert verliert. Beides war in den vergangenen acht Wochen der Fall – und Gold legte deutlich zu.

Über die Hintergründe des Anstiegs lässt sich also trefflich diskutieren. Wirklich nachweisbar ist, dass die Nachfrage von unterschiedlichen Anlegergruppen kam. Einige Länder wie zum Beispiel Russland haben ihre Goldreserven aufgestockt, die börsengehandelten Gold-ETFs verzeichneten ebenfalls Zuflüsse und die Netto-Long-Positionen der Spekulanten sind vor kurzem sogar auf den höchsten Stand seit elf Monaten gestiegen.

Fakt ist auch, dass der Goldpreis im Bereich zwischen rund 1335 und 1375 Dollar mit charttechnischen Widerständen in Form alter Hochpunkte konfrontiert wird, während die US-Anleihen sowie der Dollar/Yen-Kurs kurz vor Unterstützungszonen notieren. Sollten diese Marken nachhaltig durchbrochen werden, dürfte wohl eine noch stärkere Bewegung folgen. Allerdings kommt es an solchen Punkten im Chart oft erstmal zu einer Gegenbewegung. Beim Goldpreis bietet sich als Ziel einer etwaigen, kurzen Korrektur zum Beispiel der Bereich um 1295/1300 Punkte an, der als alter Widerstand nach dem jüngsten Durchbruch jetzt als Unterstützung gilt. Hier könnte sich der Aufbau einer Long-Spekulation lohnen, wobei etwaige Knock-out-Marken nicht zu nahe am aktuellen Kurs liegen sollten (auch wenn solche Scheine immer mit extrem hohen Hebeln reizen).

Bei unserem letzten Artikel zu Gold hat man nämlich wieder sehr schön gesehen, wie eng Erfolg und Misserfolg an der Börse zusammenhängen (Investmentecke vom 11. April). Bei einem Goldpreis von rund 1250 Dollar und deutlichen Anzeichen einer bevorstehenden Korrektur hatten wir zwei Stay-Low-Scheine mit einer Restlaufzeit von nur noch zwei Monaten vorgestellt, deren Knock-out-Marken nicht allzu weit entfernt lagen. Der erste Schein (K.o. bei 1275 Dollar) wurde noch am selben Tag ausgeknockt. Beim zweiten Schein (K.o. bei 1300 Dollar) hingegen haben Anleger im Juni den Höchstbetrag erhalten, weil der Goldpreis gleich zweimal im Bereich von 1296 Dollar wieder nach unten drehte und die Knock-out-Marke damit bis zum Laufzeitende unverletzt blieb.

Thomas Koch

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