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Dax: Crash voraus?

| Quelle: BIALLO | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Aktienmärkte



Erst Nordkorea, dann Iran und schließlich Italien - politische Krisen erschüttern scheinbar in immer schnellerer Abfolge die Welt. Die Börsen zeigten sich davon zumindest in den vergangenen Wochen zunächst weitgehend unbeeindruckt, was für die Wahrheit des Spruchs "politische Börsen haben kurze Beine" zu sprechen scheint.



Doch am Mittwoch sackte der Deutsche Aktienindex Dax unter die vielbeachtete Marke von 13.000 Punkten und notierte zum Handelsschluss bei 12.977 Zählern. Experten begründeten den Kurssturz mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Der nächste Dämpfer folgte einen Tag später: US-Präsident Trump sagte das Gipfeltreffen mit Nordkoreas Staatschef Kim ab.



Die Lage in Italien treibt Experten momentan jedoch am ehesten die Schweißperlen auf die Stirn. "Italien ist ein großes Land in der EU, weshalb ein Konfrontationskurs zu Brüssel und den Europäischen Regeln zu Systemfragen führen könnte", warnt Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank, im Gespräch mit biallo.de.



Italien als Damoklesschwert über der EU

Die Koalition aus der rechtspopulistischen Lega und der EU-kritischen Fünf-Sterne-Bewegung steht vor der Übernahme der Regierungsmacht. Die Einlösung der Wahlversprechen des gefährlichen Duos würde geschätzte 150 Milliarden Euro kosten, in einem Land, das ohnehin eine der höchsten Staatsverschuldungen der Welt hat. Finanziert werden soll das nach Meinung der neuen Regierung durch einen Schuldenerlass der Europäische Zentralbank in Höhe von 250 Milliarden Euro.



Sogar mit dem Austritt aus dem Euro wird geliebäugelt. Die Situation erinnert an die in Griechenland 2015. Das Problem: Italien ist wesentlich größer, könnte den Rest der EU-Gruppe anstecken und mit einem Austritt sogar die Zukunft des Euro gefährden.



Trotzdem bleiben die Experten gelassen - schließlich ist die Halbwertzeit von Regierungen in Italien in der Regel kurz und auch die Griechenland-Krise ging letztendlich glimpflich aus. "Ob der Brexit, die US-Wahl oder jetzt Italien – die Märkte sind inzwischen abgestumpft gegen derlei geopolitische Risiken. Sie können zu einer kurzen Korrektur führen, aber nicht zu einem Abschwung", sagt Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Diba im Gespräch mit biallo.de.



Eine neue Eurokrise hält Brzeski für unrealistisch. Ulrich Stephan fügt hinzu: "Aktienkurse orientieren sich an der Gewinnsituation, dem Zinsniveau und einem politischen Risikoaufschlag. Erstere Faktoren überwiegen zur Zeit." Ein wie vom einstigen "Mr.Dax" Dirk Müller vorhergesagter Crash sei also nicht zu erwarten.



Weltkonjunktur nach wie vor intakt

Solange es nicht zu einer kriegerischen Auseinandersetzung kommt oder das Zinsniveau durch die Zentralbanken zu schnell angehoben wird, sehen die Experten weiter Luft nach oben am Aktienmarkt. "Wir sehen einen robusten zyklischen Aufschwung der Weltwirtschaft. Die Inflation und die Inflationserwartungen sind immer noch moderat, die Geldpolitik expansiv. Ich gehe nicht davon aus, dass sich dieses Bild kurzfristig ändert. Zumal die Unternehmen auch höhere Gewinne schreiben. Insofern würde ich auf mittlere Sicht noch Aktien halten. Diversifikation ist dabei noch nie falsch gewesen", empfiehlt Stephan.



Eine zusätzliche Absicherung bieten gemanagte Fonds, die das Risiko möglichst breit streuen, wie etwa der DWS Aktien-Strategie Deutschland. Brzeski glaubt, dass "kurzfristig keine stärkere Korrektur" am Aktienmarkt zu erwarten ist. Allerdings werde die - im Gegensatz zu den Vorjahren - gestiegene Volatilität an den Aktienmärkten wegen des inzwischen schon lang andauernden Aufschwungs wohl erhalten bleiben. "Einen absoluten Schutz vor Kurskorrekturen oder ein magisches Erfolgsrezept gibt es nicht. Man muss immer schauen, wie der eigene Anlagehorizont ist und dann seine Strategie entsprechend einrichten", so der ING-Diba-Chefvolkswirt.



Fazit: Trotz aller politischen Krisen - Aktien bleiben nach Meinung der Experten zumindest mittelfristig attraktiv als Anlage. Auf lange Zeit haben die Aktienmärkte traditionelle Anlagen wie Festgeld oder Sparbuch immer geschlagen. Diversifikation oder auf die Expertise von Fondsmanagern zu vertrauen, kann das Risiko etwas minimieren. Allerdings sollte man die Entwicklung in Italien und in den Krisenherden in Nahost oder Nordkorea genau beobachten. Genau wie die Zinsentwicklung in den USA und im Euroraum.



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Quelle: Biallo & Team GmbH
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