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Dax steht still vor Notenbanksitzungen

| Quelle: dpa-afx topthemen | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Quelle: dpa-AFX

Frankfurt/Main (dpa) - Zwischen der Entspannung um Nordkorea einerseits und schwachen deutschen Konjunkturdaten andererseits hat sich der Dax am Dienstag zum Stillstand entschlossen. Der Leitindex endete prozentual unverändert bei 12.842,30 Punkten.

Möglicherweise hielten die Investoren schon das Pulver trocken kurz vor den Sitzungen der Federal Reserve am Mittwoch und der Europäischen Zentralbank am Donnerstag.

Zu Beginn des Handels hatte die Einigung zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf erste Schritte zur atomaren Abrüstung die Kurse noch gestützt. Am Vormittag sorgte jedoch die schlechte Stimmung deutscher Finanzexperten für Enttäuschung: Deren vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ermittelte Konjunkturerwartungen fielen auf den niedrigsten Stand seit September 2012.

Besser als der Dax schlugen sich die Indizes der Nebenwerte. So legte der MDax der 50 mittelgroßen Unternehmen um 0,25 Prozent auf 26.779,73 Punkte zu. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,78 Prozent auf 2866,02 Zähler vor. Der SDax der kleineren Börsentitel schaffte es sogar auf ein neues Rekordhoch.

Bei den Unternehmen richteten sich die Blicke abermals auf die Deutsche Post und auf Daimler. Die «Aktie Gelb» büßte als schwächster Dax-Wert 2,5 Prozent ein. Der Bonner Logistikkonzern hatte in der vergangenen Woche die Anleger mit einer Gewinnwarnung wegen Problemen im Brief- und Paketgeschäft geschockt und einen Umbau angekündigt. Nun soll laut dem «Manager Magazin» der Vorstand des erst kürzlich geschaffenen Ressorts für Mobilitätslösungen, Jürgen Gerdes, gehen. Unzufriedenheit mit dessen langjähriger Tätigkeit als Chef der Kernsparte PeP (Post, E-Commerce, Pakete) nannte das Magazin als Grund.

Bei Daimler standen die Beschlüsse nach dem Treffen zwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Vorstandschef Dieter Zetsche im Fokus. Die Stuttgarter müssen wegen des Vorwurfs unzulässiger Abschalteinrichtungen bei der Abgasreinigung europaweit 774.000 Fahrzeuge zurückrufen, darunter 238.000 in Deutschland. Dass die Aktien dennoch um 1,5 Prozent stiegen, begründete ein Händler mit der Erleichterung unter Anlegern: Zetsche habe offenbar ein milliardenschweres Ordnungsgeld abwenden können, so der Händler.

Für die Kursgewinne von Eon und RWE von 2,1 beziehungsweise 1,6 Prozent machten Händler die zuletzt stark gestiegenen Strompreise verantwortlich. Die Vorzugsaktien von Henkel profitierten mit plus 0,5 Prozent von einer Präsentation des Konsumgüterherstellers auf einer Konferenz der Deutschen Bank in Paris. Dort bestätigte das Unternehmen die Konzernziele für das laufende Jahr.

Papiere der Werbe- und Mediengruppe Ströer profitierten von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Mainfirst und verteuerten sich um 5,7 Prozent. Im SDax ging es für die Aktien von Heidelberger Druck um 9 Prozent abwärts. Der Hersteller von Druckmaschinen enttäuschte den Markt mit den Zielen für das laufende Geschäftsjahr.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,13 Prozent auf 3475,58 Punkte. Der Pariser CAC-40 und auch der Londoner FTSE 100 schlossen etwas niedriger. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial trat zum europäischen Börsenschluss wie der Dax auf der Stelle.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,28 Prozent am Montag auf 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,21 Prozent auf 140,27 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,03 Prozent auf 159,80 Punkte nach. Der Euro bewegte sich mit zuletzt 1,1792 Dollar kaum von der Stelle. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1788 (Montag: 1,1790) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8483 (0,8482) Euro.

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