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Delivery Hero kurz vor Break-Even?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Beim Essenslieferant Delivery Hero stehen die Zeichen auf Wachstum. Erst kürzlich erhöhte das 2011 gegründete Berliner Start-up seine Umsatzprognose. Hinzu kommt der Kauf des Lieferdienstes Zomato in den Vereinigten Arabischen Emiraten, mit dem weitere neue Märkte erschlossen werden sollen. 

Auch die Zahl der Bestellungen bei Delivery Hero steigt stetig - und das weltweit. Allerdings könnte dem jungen MDax-Unternehmen nun dauerhafte Konkurrenz durch den US-Riesen Amazon drohen. 

Schocknachricht

Es war eine Nachricht, die den Essenslieferdiensten in der gesamten Branche Sorgen bereitete: Am 17. Mai verkündete der US-Onlinehändler Amazon, dass er sich an einer Finanzierungsrunde in Höhe von 575 Millionen Dollar für den britischen Delivery-Hero-Konkurrenten Deliveroo als größter Investor beteiligen will. Die Aktie der Berliner sackte danach phasenweise um bis zu vier Prozent ab, auch die Kurse weiterer Wettbewerber wie Just Eat +3,60% , Takeaway -1,10% und Hellofresh +4,63% gaben teils deutlich nach. 

Mit seiner Größe und Finanzkraft könnte Amazon den ohnehin hart umkämpften Markt für Essenslieferanten nachhaltig aufmischen. Noch ist jedoch unklar, ob das Investment der US-Amerikaner bei Deliveroo erst der Anfang einer groß angelegten Offensive im Online-Lebensmittelgeschäft ist. Amazon könnte Deliveroo zu einem schlagkräftigen Konkurrenten aufbauen, der zum Teil in den gleichen Märkten agiert wie Delivery Hero. 

Starkes Wachstum

Unabhängig von diesem möglichen Szenario treiben die Berliner ihre Geschäfte konsequent voran und wachsen rasant. Das erst seit Ende Juni 2017 börsennotierte Unternehmen legte beim Umsatz im ersten Quartal um 94 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, die Bestellungen stiegen um mehr als die Hälfte. Auf Jahressicht erwartet Vorstandschef Niklas Östberg jetzt Erlöse im Wert zwischen 1,1 und 1,2 Milliarden Euro - und damit etwas mehr als noch Ende 2018 angenommen. 

Gerade die Regionen Nahost und Nordafrika sind Wachstumstreiber für Delivery Hero. Die steigende Anzahl an Restaurants und Verbesserungen der Plattform spielen dem Unternehmen laut Östberg in die Karten. 

Damit Delivery Hero auf Dauer profitabel wird, sind jedoch noch weitere Schritte vonnöten. Denn der Essenslieferant schreibt nach wie vor rote Zahlen. Für das laufende Jahr geht das Unternehmen weiter von einem Verlust aus. Der um Sondereffekte bereinigte Fehlbetrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll 2019 in der Spanne von 270 bis 320 Millionen Euro liegen. Aufgrund der guten Entwicklung in Europa will Delivery Hero aber zumindest dort bereits in der zweiten Jahreshälfte die Gewinnschwelle erreichen.

So steht es um die Aktie

Seit ihrem Börsengang Ende Juni 2017 haben die Papiere von Delivery Hero deutlich an Wert gewonnen. Lag der Ausgabepreis vor knapp zwei Jahren noch bei 25,50 Euro je Aktie, stieg der Kurs bis Juli 2018 auf über 50 Euro. Bis Anfang 2019 ist die Aktie auf gut 30 Euro zurückgekommen und hat sich daraufhin wieder erholt. Am Mittwoch verliert die Delivery Hero-Aktie ±0,00% jedoch deutlich.

Mit Material von dpa-AFX.


12-Monats-Chart Delivery Hero in Euro
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