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Depot-Update (2): Top-Kandidaten für Doppelbesetzung in Asien und USA

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Auch beim Blick auf die außereuropäischen Aktienpositionen ergibt sich ein zweigeteiltes Bild. Grund hierfür ist die unterschiedliche Handhabung der Währungsrisiken in den beiden Musterdepots. Dabei hat sich die im Basis-Depot verwendete Absicherung gegen ein Verlust-Risiko beim US-Dollar in den letzten Monaten als Nachteil erwiesen. Tatsächlich konnte die US-Währung gegenüber dem Euro nämlich signifikant an Wert zulegen, was im Depot bedauerlicherweise gänzlich ungenutzt geblieben ist. Der hier eingesetzte ETF auf den S&P 500 hat zwar seit dem letzten Update zum Ende des ersten Quartals um knapp zwei Prozent zugelegt, bei einer Anlage ohne eingebauten Währungsschutz wäre aber deutlich mehr möglich gewesen.

Sichtbar wird dies beim Vergleich mit dem im Spezialitäten-Depot genutzten ETF auf die amerikanischen Dividendenaristokraten, der einem in Euro denkenden Anleger im gleichen Zeitraum einen saftigen Wertzuwachs von mehr als sechs Prozent eingebracht hat. Und dies obwohl sich der vom Ansatz her defensiv ausgestaltete Index eigentlich schwächer entwickelt hat als der marktbreite S&P 500. Das gilt zumindest für die jüngere Vergangenheit, in der die US-Börsen vor allem von den Tech-Werten angetrieben wurden, wovon der Dividend Aristorcrats-Index zwangsläufig kaum profitieren kann, weil die meisten dieser Titel die strengen Aufnahmeregel für die Dividenden-Aristokratie nicht erfüllen. 20 aufeinander folgende Jahre mit steigenden Dividenden setzen eben auch voraus, dass ein Unternehmen schon seit mindestens 20 Jahren existieren muss, was so mancher Internet-Überflieger eben noch nicht von sich behaupten kann.

So oder so, beide Positionen können durchaus überzeugen, und es ist sicher kein Fehler, wenn in einem realen Wertpapierdepot beide ihren Platz finden. Ob dies dann im Fall des S&P 500 mit oder ohne Währungssicherung erfolgt, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. In den letzten drei Monaten war die Sicherung ungünstig, in den drei Monaten davor hat sie positive Depoteffekte gebracht. Da der Dollar inzwischen schon ein gutes Stück Weg nach oben vollzogen hat, könnte es für einen Seitenwechsel schon zu spät sein, weswegen in den Musterdepots die zweigeteilte Strategie erst einmal beibehalten werden soll. Für Neueinsteiger könnte aber trotzdem ein ETF ohne Eingriff in die Währungsentwicklung die bessere Wahl sein, wobei dann auf das ebenso überzeugende Schwesterprodukt der Deutschen Bank zugegriffen werden kann: DBX0F2. Diesem ETF ist zuletzt häufig das Kunststück gelungen über die Einnahmen aus den hinterlegten Swap-Geschäften mehr Geld zu generieren, als für die Portfolio-Verwaltung abkassiert werden muss. In Summe ergab dies zuletzt eine „negative Gebührenbelastung“ von -0,52 Prozent p.a. Soll heißen: Für die Anleger gab es einen halben Prozentpunkt dazu.

Auch bei den beiden ETFs für die asiatischen Märkte gibt es derzeit keinen Handlungsbedarf. Die derzeit vorherrschende Verunsicherung wegen der globalen Handelsstreitigkeiten kann jedenfalls nicht ernsthaft dazu führen, dass auf die wachstumsstärksten und zukunftsträchtigsten Märkte verzichten wird. Zumindest nicht bei einem langfristigen Denkansatz, wie er diesen Muster-Depots zu Grunde liegt. Ob dabei dann der offensivere MSCI EM Asia aus dem Basis-Depot oder der defensivere Dividenden-Ansatz des SPDR Pan Asia Dividend Aristocrats gewählt wird, bleibt wieder eine individuelle Glaubensfrage. Zuletzt war die Defensiv-Variante die bessere Wahl und gehörte im Rückblick auf die letzten drei Monate mit einem Plus von 3,1 Prozent zu den stärksten Positionen beider Musterdepots.

Auch hier gilt aber irgendwie, dass in einem größeren Wertpapierdepot durchaus beide Positionen ihren Platz finden können. Dies auch deshalb, weil es dabei kaum zu Überschneidungen kommt. Der Pan Asia Dividend-Index ist mit 30 Prozent in Japan und mit 25 Prozent in Australien investiert, wobei Immobilien und Gebrauchsgüter die wichtigsten Branchen sind. Im EM Asia sind es dagegen Technologiewerte (37%) und Finanztitel (20%), die wiederum überwiegend aus China (43%), Südkorea (20%) und Taiwan (15%) kommen.

Kurzum: Alle Komponenten können voll überzeugen und bleiben auf der Liste der „Top-Käufe“ weiter ganz oben.

Es wird also auch hier beim aktuellen Update keine Veränderungen geben. Zum Abschluss des Quartals-Update stehen dann morgen die Defensiv-Positionen auf dem Prüfstand.

Ralf Andreß

Zusammenstellung und Transaktionen der beiden Musterdepots können registrierte Nutzer im Depotbereich unter „Mein Finanztreff“ jederzeit einsehen und nachvollziehen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sei hinzugesetzt, dass es sich tatsächlich nur um Musterdepots handelt, denen keine realen Anlagen gegenüberstehen. Trotzdem ist es möglich, dass der Autor einige der hier enthaltenen Positionen auch selbst im Bestand hat oder selbst erwägt sie in den Bestand aufzunehmen.

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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