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Depot-Update (3): Defensive bleibt schwierig – Infrastruktur startet wieder durch

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Zum Abschluss der Quartalsüberprüfung richtet sich der Blick auf die Defensiv-Komponenten, wobei sich zwischenzeitig nichts daran geändert hat, dass genau dieser Teil besonders undankbar ist. Insbesondere für Euro-Investoren bleibt es nämlich dabei, dass es wenig Rendite zu holen gibt, dafür aber trotzdem erhebliche Risiken bestehen. Dies hat sich auch bei den beiden Anleihe-Komponenten gezeigt, die in den beiden Musterdepots eingesetzt werden. Dramatische Verluste gab es dabei zwar nicht, aber trotzdem gehören ausgerechnet diese beiden Positionen zu den wenigen, die überhaupt in der Minuszone sind.

Bei dem ETF für Inflationsanleihen aus der Eurozone hat vor allem die hohe Gewichtung in italienischen Staatsanleihen ihre negative Wirkung gezeigt. Bei dem schon seit langer Zeit gehaltenen Fonds für Hybridanleihen hat sich – wiederum als Folge des Italien-Problems – der hohe Anteil von Papieren aus dem Finanzsektor als Belastung erwiesen. In Ermangelung sinnvoller Alternativen sollen aber auch diese beiden Positionen vorerst unangetastet bleiben.

Ob sie aber in der aktuellen Marktlage das Prädikat „defensiv“ verdienen, muss zumindest ernstlich hinterfragt werden. Bei dem Hybrid-Fonds (WKN: 849088) geht es letztlich um eine Spekulation darauf, dass es NICHT zu einer neuen schweren Bankenkrise kommt. Stattliche 40 Prozent des Portfolios stecken in Finanztiteln und zwar in jenen die im Falle des Falles als erste mit für einen Ausfall herangezogen werden. Dies ist dann eben der Grund dafür, warum sie etwas höhere Renditen ermöglichen als „normale“ Schuldtitel. Dabei gilt in Europa aber eben, dass „etwas höher“ eigentlich meint, dass überhaupt Renditen geboten werden. Im Portfolio des von der  DWS gemanagten Fonds sind es derzeit rund 3,3 Prozent p.a.

Wieviel das tatsächlich wert ist, zeigt sich beim Vergleich mit dem auf inflationsindexierte Staatsanleihen fokussierten ETF im Basis-Depot. Bei diesem wird momentan noch eine „Endfälligkeitsrendite“ der in dem zugrundeliegenden Index enthaltenen Anleihen von -0,16% ausgewiesen. Hier müssten sich die Zahlen aber demnächst verbessern, da die letzten Inflationsdaten wieder deutlich höher gelegen hatten. Große Leidenschaft kann der ETF mit einem Italien-Anteil von 28% trotzdem nicht erwecken, sodass er tatsächlich nur als „Halteposition“ wegen fehlender Alternativen anzusehen ist (DBX0AM).

Ein bisschen anders verhält mit dem hier ebenfalls dem Defensiv-Sektor zugerechneten Fonds für Aktien von Unternehmen deren Geschäft auf der Bereitstellung von Infrastruktur basiert. Der Veri Listed Infrastructure (WKN 976334) hat nach einer Schwächephase in die Erfolgsspur zurückgefunden und war in den letzten drei Monaten sogar die stärkste Position aus beiden Musterdepots. Plus 5,7 Prozent lautet die erbauliche Zwischenbilanz, die hoffen lässt, dass sich die bei der letzten Neujustierung des Fondsdepots im März vorgenommene Anpassung im Selektionsprozess positiv bemerkbar macht. Das Auswahlverfahren wurde da um den Aspekt der „Trendstabilität“ bezogen auf die Kursentwicklung erweitert. Im Gegensatz zu den Inflationsanleihen bleibt der Veri-Fonds damit eine „Überzeugungs-Position“, die wegen des Strategiewechsels trotzdem weiter unter besonderer Beobachtung bleibt.

Beim aktuellen Quartals-Update kommt es damit auch hier zu keinerlei Eingriffen, sodass beide Muster-Depots also unverändert in die „Sommerpause“ gehen. Diese Pause gilt natürlich nicht für die Börse, sondern nur für die Investmentecke.

Thomas Koch und ich laden unsere Akkus auf und wünschen allen Lesern – trotz oder gerade wegen des WM-KO’s der deutschen Kicker – eine erholsame Zeit und melden uns dann am 3. September pünktlich zum Start der üblicherweise besten Börsenmonate wieder zurück!

Ralf Andreß

Zusammenstellung und Transaktionen der beiden Musterdepots können registrierte Nutzer im Depotbereich unter „Mein Finanztreff“ jederzeit einsehen und nachvollziehen. Um Missverständnisse zu vermeiden, sei hinzugesetzt, dass es sich tatsächlich nur um Musterdepots handelt, denen keine realen Anlagen gegenüberstehen. Trotzdem ist es möglich, dass der Autor einige der hier enthaltenen Positionen auch selbst im Bestand hat oder selbst erwägt sie in den Bestand aufzunehmen.

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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