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Der Champion

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Champion

Der deutsche Wirtschaftsminister plädiert für eine Politik, Champions zu schaffen. FIAT und RENAULT versuchten vor einigen Tagen einen solchen Champion zu schaffen, was nach 8 Tagen bereits erledigt war: Rückzug. Die Italiener merkten sehr schnell, warum dies nicht geht. Sinnigerweise lieferte der französische Finanzminister in einem umfangreichen Interview in der FAZ am 06.06.2019 die Begründung dafür. Überschrift: „Wir brauchen einen europäischen Kapitalismus.“ Das Faktum: Zwei große alte Konzerne zusammenzuschweißen ist wie ein Duo von zwei Opas zur Erhaltung ihrer Positionen, aber ohne Zukunft. Bestenfalls deckt man einen alten Markt ab oder verteidigt ihn. Der Staat bleibt als Großaktionär weiterhin dabei!

Im Falle THYSSEN lief es ähnlich und es ist gleichfalls gescheitert. Was die teilweise neue Mannschaft nun mit THYSSEN vorbereitet, muss sich noch zeigen. Sicher ist lediglich, dass ein Rückbau unmöglich und ein Vorbau möglich wird. Darin liegt eine Chance, mehr noch nicht.

INFINEON wurde Anfang der Woche massiv dafür bestraft (Tagesverlust 10 %), dass man 10 Mrd. $ in die Hand nimmt, um einen wichtigen amerikanischen Spezialisten in diesem Markt zu kaufen. Sämtliche Analysten senkten die Daumen. Erst nach drei Tagen hoben die ersten Banken vorsichtig den Finger. Was bezweckt INFINEON? Ohne den Kauf von Spezialisten kann INFINEON seine Stellung im Chipmarkt nicht halten. Mit dem Kauf von CYPRESS wird man etwa die Nr. 10 oder 11 im Weltmarkt sein. Im Spezialgebiet Automotive sogar die Nr. 1 und wichtigster Partner der deutschen Autobauer in voller Breite. Dafür sind Preise zu zahlen, die mit herkömmlichen kleinkarierten Rechnungen nicht zu greifen sind.

SAP liefert die Vorlage. Seit mehreren Jahren kauft SAP schrittweise und überschaubar die Technik und das Wissen zu, was man in Wiesloch bei Heidelberg nicht selbst erarbeiten kann. Nur auf diese Weise kann SAP seine Stellung in seinem Markt halten und ausbauen. Also das Gleiche wie im Falle INFINEON in Sachen Chips.

Beide investieren viel für die Zukunft. Investitionen in die Vergangenheit zwecks Sanierung sind das Gegenteil. Der Hintergrund für alle ist: Die Märkte sind weltweit weitgehend verteilt. Wer Marktanteile gewinnen will, hat die Wahl, entweder einen Marktteilnehmer zu kaufen oder aber einen Verdrängungswettbewerb gegen die anderen zu starten, um selbst zu wachsen. Nach aller Regel kostet dies wesentlich mehr, als den Mitbewerber zu kaufen. Dann kommt es auf die richtige Auswahl und den angemessenen Preis an. Nur dieser Weg führt zum Champion.

Der Weg von VW ist ähnlich. Um seine Position am Automarkt als Nr. 1 zu behalten, nimmt VW 40 Mrd. € in die Hand, um die E-Mobility zu forcieren - und dies im größten Markt der Welt, nämlich China. Reaktion in der deutschen Presse ebenfalls: Daumen runter! VW riskiert sogar erheblichen politischen Ärger mit der Reduzierung seiner Arbeitsplätze in Deutschland, aber wer Champion bleiben will, muss diesen unbequemen Weg gehen. Fortsetzung folgt.

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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