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Der Deal

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nach zwei Jahren Verhandlungen und umfangreichen Störungen vereinbarten die Amerikaner und Chinesen einen ersten Kompromiss, um ihre Differenzen im Handel auszugleichen. Die Kritiker sind natürlich nicht zufrieden, wohlwollende Kommentare sind selten. Große Politik funktioniert jedoch so:

 

Das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern liegt bei über 600 Mrd. $, je nach Zurechnung (kalenderbereinigt) auch bei 630 Mrd. $. Das Defizit in diesem Handel erreichte zeitweise 430 Mrd. $. Für die Amerikaner und Donald Trump war das zu viel. Als Präsident konnte er dies nicht akzeptieren und musste handeln. Per 2021 wird sich dieses Defizit nach aktueller Rechnung rund halbieren, womit das erste Ziel im Zollkonflikt erreicht ist. Es ist ein guter Grund, damit sehr zufrieden zu sein.

 

Die Chinesen müssen ihre Außenhandelsziele grundsätzlich überdenken. Sie waren in den letzten dreißig Jahren die größten Exporteure. Doch die Inlandsnachfrage der Chinesen nimmt stärker zu, ist vor allem konsumorientiert und verlangt nach hochwertigen sogenannten westlichen Produkten. So wie sich das bisherige Aktivum in ein Passivum verwandeln würde, wäre China der größte Käufer ausländischer Produkte weltweit. Dann kann China die Rolle erreichen, die die Amerikaner seit ca. 1949 für die Welt innehaben, nämlich als Käufer von Produkten mit Verzicht auf die Produktion dieser Produkte im Inland. Ohne diese amerikanischen Importe wäre das Wirtschaftswunder in Deutschland und Japan und teilweise auch in den anderen europäischen Ländern nicht möglich gewesen.

 

Nun sind die Europäer dran. Deren Exporte in die USA sind weitgehend abgabefrei. Wenige Ausnahmen sind zu berücksichtigen. Die amerikanischen Exporte nach Europa unterliegen jedoch vielfältigen Zöllen. Das Schwergewicht sind landwirtschaftliche Produkte. Also verlangen die Amerikaner das Gleiche wie gegenüber den Chinesen: Offene Märkte. Der Aufschrei der Europäer ist nachvollziehbar, aber nicht zu vermeiden.

 

Europas Wirtschaft im Rahmen der Eurozone (zuvor EU) lebte zu gut 20 bis 30 % von diesem Protektionismus, der im Umfang der größte weltweit ist. Also werden die Europäer umfangreiche Zugeständnisse machen müssen. Am Ende ergibt es das Gleiche: Fairer Handel, faire Bedingungen, aber keine spektakulären Negativwirkungen, wie gelegentlich verbreitet wird.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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