DAX®15.439,35-0,13%TecDAX®3.514,20-0,32%S&P 500 I4.172,45-0,26%Nasdaq 10014.041,91+0,11%
finanztreff.de

Der Impfkrieg

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Impfkrieg hat mit den Börsen eigentlich nicht sehr viel zu tun. Der Verlauf zeigt aber, wie unterschiedlich nationale Interessen, Freund-/Feind-Verhältnisse und andere Beziehungen zu nachhaltigen Vor- und Nachteilen führen.

 

Die Bundeskanzlerin persönlich legte größten Wert darauf, dass keine nationalen Eigeninteressen zu berücksichtigen sind. Sämtliche Bestellungen für Impfstoffe sollten unter 29 EU-Partnern via Brüssel veranlasst werden, um anschließend nach einem getreuen Schlüssel im Proporzverfahren an die einzelnen Ländern auszuliefern. Ihre Statthalterin, Frau von der Leyen, hat sich daran gehalten und die Blamage ist komplett.

 

Kein Land der EU wollten diesem Schlüssel folgen und bediente sich, so wie es ging. Am stärksten betroffen wurde das Land, dass sich daran hielt: Deutschland.

 

Die Amerikaner und Briten machten vor, wie es richtig geht. Ex-Präsident Donald Trump kratzte noch im Oktober rd. 35 Mrd. $ aus verschiedenen Etats zusammen, um alle Impfstoffe zu ordern, die greifbar waren. Am Kongress vorbei, ohne dessen Wissen, aber rechtlich möglich. Damit erreichen die Amerikaner Anfang Mai ein Volumen von 600 Mio. Impfdosen, werden ca. 120/130 Mio. Impfungen durchführen und im Juni/Juli die sog. Herdenimmunität erreichen. Brutal, aber wirksam.

 

Die Briten folgten den Amerikanern wie immer ohne große Kommentare, aber wirksam. Das Ergebnis ist das Gleiche. Den eindrucksvollen Unterschied konnten Sie einer Grafik im Spiegel dieser Woche entnehmen. Folge:

 

Die Deutschen haben mit ihren Sinn für Solidarität und Fairness gut drei bis vier Monate Pandemie-Krise hingenommen, die aus dieser Sicht nicht nötig gewesen wäre. Denn schon im Oktober/November lagen die Liefermöglichkeiten der Anbieter auf dem Tisch. Insbesondere für Biontech und wohl auch Astrazeneca. Der Schaden lässt sich in Euro rechnen: Diese Zeitverzögerung kostet den Deutschen rd. 70 bis 80 Mrd. € an ausgefallenen Leistungen, Einkommensverzichten und Kosten. Entsprechend erscheint das Börsenbild: Der Trend ist erkennbar, aber eine sorgfältige Kalkulation ist vorerst nicht möglich.

Schlagworte:
, , , , ,
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

» Alle News von Hans A. Bernecker

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 16 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen