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Der Krach

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wir stellen uns auf einen Krach an den internationalen Bondmärkten ein. Vorbild dafür sind die bekannten Einbrüche/Konsolidierungen der zuvor überzogenen Märkte seit Oktober 1987. Damals waren es die Junkbonds, diesmal sind es die Zombiebonds. Im Mittelpunkt der Kritik steht die EZB mit ihrer problematischen Politik der Negativzinsen plus Bondkäufe, die eine wesentliche Ursache für die Blase der Zombiebonds darstellen. Es wird zu einer Art Draghi-Put werden.

 

Im Feuer stehen rd. 100 bis 130 Mrd. $ Schuldenpapiere als Schätzung. Eine genauere Abgrenzung existiert nicht. Dieser Betrag wird also verbrannt werden. Das Volumen entstand in den vergangenen zwei Jahren explosionsartig, worin die Gefahr liegt. Je nach Zuordnung betragen diese Volumina insgesamt rd. 260 Mrd. $. Wie viel davon in den Bankbilanzen liegen, ist unbekannt, aber es würde deutlich geringer sein als in allen früheren Fällen. Grund sind die permanenten Kontrollen aller EU-Banken! Erste Folge:

 

Die Zinslandschaft wird sich anschließend erheblich ändern. Die üblichen Eckwerte bezüglich der Inflationserwartung treten in den Hintergrund. Es bildet sich ein neuer Zins am langfristigen Kapitalmarkt, auf den die Notenbanken nur sehr begrenzten Einfluss haben. Im Mittelpunkt steht auch hier die EZB. Zwei Frühwarnungen: Die Fluchtwährung Franken steuert seit Wochen auf ihren alten Topwert zu. Dafür fehlen nur 1 bis 2 Cent/Rappen. Der Bund konnte sein jüngstes Angebot für Bundesanleihen nur noch zu rd. 60 % unterbringen und der Zins stieg von 0,14 auf 0,31 %. Tendenz steigend.

 

Die Aktienmärkte sind davon nicht direkt berührt, aber indirekt und kurzfristig nicht aus dem Risiko zu nehmen. Das kostete in den genannten fünf Fällen von 1987 bis 2011 regelmäßig rund 15 % Kurskorrektur in wenigen Tagen, nämlich einem Durchschnitt von acht Börsentagen. Die anschließende Erholung betrug aber 18 Monate zwischen 50 und 70 % - und gemessen vom Ausgangspunkt (vor der Korrektur) rd. 30 - 40 %. In dieser Konstellation liegen die Chancen für weitere Aktieninvestments mit richtigem Timing.

 

Im Rahmen der „Actien-Börse“ fahren mein Redaktionsteam und ich in dieser Situation mit einer Barquote von rd. 30 %. Entweder infolge von Gewinnmitnahmen oder über enge Stopps. Ein genauer Zeitpunkt ist nicht anzusagen, wie es sich für einen Unfall dieser Art gehört. Mit der Bewertung hat dies nichts zu tun und auch nur wenig mit der Einordnung dieses Sachverhaltes in der Einschätzung der Konjunkturdaten für die kommenden 12 Monate. Wie fast immer, ist New York der Dreh- und Angelpunkt für diese Konstellation und nur im letzten Fall war es die bekannte Griechen-Krise 2011/2012.

 

Resümee: Wir greifen mit dieser Strategie eindeutig vor. Es mag sein, dass wir länger warten müssen oder aber auch der Krach früher kommt, was sich allein aus der Marktkonstellation entwickelt, auf die niemand Einfluss hat. Keine Notenbank kann vorgreifen, sondern nur reagieren. Die Fed wird dies umfangreich und sofort tun. Wie die EZB reagieren wird, ist mit neuer Spitze unbekannt.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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