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Der Kurstreiber der US-Börsen droht zu einem Bumerang zu werden

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die enorme Bedeutung der in diesem Jahr auf ein neues Rekordhoch steigenden Aktienrückkäufe für die amerikanischen Aktienmärkte haben wir gestern an dieser Stelle bereits thematisiert. Eine der wahrscheinlich wichtigsten Gründe für den Höhenflug liegt damit auf dem Tisch. Doch wie sieht es in der Zukunft bei diesem so wichtigen Einflussfaktor aus? Ganz kurzfristig wird den Börsen der entsprechende Nachfrageschub fehlen, denn im Vorfeld der jetzt anstehenden Berichtssaison fahren die Unternehmen ihre Aktienrückkäufe spürbar zurück. Während der so genannten „Blackout-Periode“ wird nicht gehandelt, was sich in den kommenden vier bis sechs Wochen bemerkbar machen könnte. Wobei man anmerken muss, dass sich die Folgen dieses Kaufstopps zumindest in den ersten drei Quartalen dieses Jahres nicht sonderlich bemerkbar gemacht haben.

Während dieser Effekt aber ohnehin nur temporär und das Ende absehbar ist, dürften sich andere Faktoren über einen längeren Zeitraum auswirken. So weisen die Experten der „Finanzwoche“ darauf hin, dass ein Großteil der Aktienrückkäufe in den vergangenen zehn Jahren über Kredite und nicht durch Gewinne finanziert wurde. Eine Strategie, die von vielen Unternehmen durch die gestiegenen Zinsen künftig wohl nicht mehr als außergewöhnlich attraktiv wahrgenommen wird. Hinzu kommt, dass ein Teil der eingesetzten Gelder aus den so genannten „Steueroasen-Rückflüssen“ stammt, wobei es sich um einen einmaligen Effekt gehandelt hat. Es ist also recht wahrscheinlich, dass der 2018 zu erwartende Rekord bei den Aktienrückkäufen für längere Zeit Bestand haben wird.

Wenn man dann noch bedenkt, dass laut einem Bericht der amerikanischen Börsenaufsicht viele Vorstände die gestiegenen Aktienkurse ihres Unternehmen nach der Ankündigung eines Kaufprogramms zum (Teil-)Ausstieg genutzt haben und der Aufschwung an den amerikanischen Märkten ohnehin nur von wenigen (Tech-)Aktien getragen wird, scheint großer Optimismus für Wall Street und Nasdaq irgendwie fehl am Platz. Gut möglich also, dass es in den kommenden Wochen und/oder Monaten doch mal zu einer stärkeren Korrektur der US-Aktien kommt. Und der Grund wird dann aller Voraussicht nach nicht Trump oder die Konjunktur sein, sondern ganz einfach die Wende in Sachen Liquiditätszufuhr an den Märkten. Börsenkurse werden schließlich immer noch von Angebot und Nachfrage bestimmt, auch wenn sich das in der Berichterstattung oft ganz anders anhört.

Prädestiniert für eine dazu passende Short-Spekulation ist natürlich der Nasdaq 100 mit seinen nun so lange schon hervorragend gelaufenen Schwergewichten wie Alphabeth (Google), Amazon, Apple, Microsoft oder mit Abstrichen auch Facebook. Weil bei einer starken Korrektur in der Regel auch die implizite Volatilität anzieht, eignen sich für Short-Wetten an dieser Stelle vor allem Put-Optionsscheine. Wer darauf spekuliert, kann den Basispreis auch etwas niedriger ansetzen und damit vergleichsweise wenig Kapital einsetzen. Ein noch gut ein Jahr laufender Put der UBS auf den Nasdaq 100 mit einem Basispreis bei 7000 Punkten notiert aktuell zum Beispiel „aus dem Geld“ (der Basispreis liegt unter dem aktuellen Indexstand, so dass der Schein keinen inneren Wert besitzt), weshalb er bei einem Bezugsverhältnis von 1:100 nur rund 3,50 Euro kostet.

Über einen Szenariorechner lässt sich nun zumindest grob ausrechnen, wie sich dieser Schein unter bestimmten Bedingungen entwickeln wird. Fällt der Index innerhalb der nächsten sechs Monate zum Beispiel um 20 Prozent auf rund 5900 Punkte (das würde ungefähr einer 50-prozentigen Korrektur der gesamten Aufwärtsbewegung seit Anfang 2016 entsprechen), dann müsste dieser Schein bei sonst unveränderten Rahmenbedingungen (insbesondere beim Euro/Dollar-Kurs!) rein theoretisch um gut 170 Prozent steigen. In der Praxis sollte das Kursplus dank der in diesem Szenario wohl steigenden Vola sogar noch etwas höher ausfallen (WKN: UX69GC).

Thomas Koch

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