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Der letzte Akt

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Kampf um das Kanzleramt in Berlin ist eröffnet. Die Bataillone sammeln sich. In Deutschland sind Regierungskrisen und ein Wechsel während einer Legislaturperiode sehr selten. Eigentlich fanden sie nur zweimal statt. Im Mittelpunkt steht das, was einer der Aspiranten schon richtig formuliert hat: Über dem Land hängt eine Nebelwand in Sachen wirtschaftspolitischer Entscheidungen in der ganzen Breite von Straßenbau bis KI oder 5G etc. Darum geht es an der Börse.

 

14 Jahre Merkel sind genug. Niemand kann das bestreiten. Das hat nichts mit persönlichen Sympathien oder der Qualifikation der Kanzlerin im Allgemeinen zu tun. Es geht konkret um die Fragen, die für das immer noch viertgrößte Industrieland der Welt entscheidend sind. Dabei spielt die Autokrise aktuell die wichtigste Rolle. Was wird die Börse daraus machen?

 

Nach sämtlichen sehr langen Kanzlerperioden begann eine grundsätzlich neue Wirtschaftspolitik. Zunächst nach Adenauer mit einem kurzen Interim von Ludwig Erhard, so dann nach Helmut Schmidt mit einer gravierenden Änderung der gesamten Lage, woraus zeitweise der Begriff „Golden Eighties“ entstand. Er ist schon längst vergessen.

 

Nach Helmut Kohl entstand eine kürzerfristige Alternative mit dem bekannten Desaster bis zu blauen Briefen aus Brüssel und dem freiwilligen Händeheben von Gerhard Schröder. Sein einziger Verdienst muss aber erwähnt werden: Die Agenda 2010, die tatsächlich weit über seine Regierungszeit hinaus wirksam wurde und eine bleibende Unterstützung für die folgenden Regierungen blieb. Und nun geht es um die Zeit nach Angela Merkel.

 

Das Institut für Wirtschaft in Köln und der BDI warfen das Thema bereits in den Ring. Sie fordern ein Investitionsprogramm über 450 Mrd. €. Merkel und Scholz halten jedoch an der schwarzen Null fest. Tatsächlich bedarf dieses Programm keiner neuen Bundesschulden, sondern lässt sich bequem anderweitig finanzieren. Für die Börse ergäben sich daraus umfangreiche Perspektiven, die eine Neuausrichtung für die wichtigsten Branchen bedeutet. Nicht nur für Autos, sondern alles rund um Digitalisierung bis zu KI und autonomes Fahren und sämtlichen Techniken, die für die kommenden zig Jahre nötig und bedeutsam sind.

 

Wie reagierten die deutsche Börse auf eine jeweils andere und neue Wirtschaftspolitik? Im ersten Falle mit leichter Verspätung nach dem Rücktritt von Ludwig Erhard als Interimskanzler mit rd. 250 % Gewinn bis zur Wahl 1969 und Willy Brandt als Kanzler. Dann war Schluss.

 

Der Wechsel von Helmut Schmidt zu Helmut Kohl ab Herbst 1982 wurde die Kohl-Wende genannt und anschließend ging es 18 Jahre lang bis zur ersten Spitze des DAX und zusammen 1.600 % Kursgewinn in insgesamt 5 Zyklen inklusive Wiedervereinigung.

 

Als Gerhard Schröder am 23. Mai 2005 das Handtuch warf, begann die Spekulation auf eine Neuwahl, was schon mal rd. 60 % Kursgewinn brachte, und wie es anschließend ging, kann sich jeder je nach Zeitachse selbst ausrechnen.

 

Wie würde ein Regierungswechsel in Richtung einer bürgerlichen Regierung in Berlin und einem einigermaßen sicheren Bundeskanzler mit gründlicher Sachkenntnis in der Wirtschaftspolitik aussehen? Die DAX-Ziele wollen wir an dieser Stelle noch verschweigen, aber sie liegen deutlich über allen bisherigen Rekorden. Das wäre die Perspektive ab 2020. Die Voraussetzung ist definiert.

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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