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Der Supermarkt

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Börsen bieten im Frühjahr 2020 den gleichen Eindruck wie die wunderbar ausgestatteten Supermärkte mit umfangreichem Angebot. So gut wie nichts ist nicht lieferbar und alles zum halben Preis oder wenigstens mit 25 % Rabatt. Darin liegt die Einmaligkeit des kürzlichen Zusammenbruches aller Märkte im Zuge der Corona-Krise. Somit ist ein Vergleich mit 2003 und 2009 nicht ganz korrekt, obwohl im Gesamtzusammenhang nachvollziehbar. Worin liegen die Unterschiede?

Die Corona-Krise brach in wenigen Tagen über die Welt herein. Man kann es  auf 4, 5 oder 10 Tage verdichten. Es gab weder Vorwarnungen finanzpolitischer Art oder aus der Wirtschaft, sondern den Nachrichtenschock bis zur Todesangst möglicher Betroffener. Ein solcher Tatbestand ist neu.

 

Jeder, der flüchten wollte oder konnte, sprang aus dem Fenster. Die wahrscheinlich größte Verlierergruppe waren nach jetzigen Erkenntnissen die hochspekulativen Hedgefonds, die mit umfangreichen Krediten und komplizierten Kombinationen vielfach gegen die Wand fuhren. Die herumgereichten Beträge schwanken zwischen 700 und 900 Mrd. €. Ich gebe das nur als Schätzung weiter.

 

Eher unglücklich, aber Zufall: Mehrere Länder oder Staatsfonds benötigten Bargeld für ihre Zwecke, so Norwegen in Sachen Corona und die Petrodollar-Fonds im Zuge des aus anderen Gründen zusammengebrochenen Ölmarktes. Schätzungen für Beträge gibt es nicht, aber sie lassen sich relativ leicht aus den Tagesumsätzen hochrechnen. Bezogen auf den DAX mit seinem sehr hohen Anteil ausländischer Investoren müssten gut 60 bis 90 Mrd. € an DAX-Aktien verkauft worden sein. Das ist eine Nettorechnung. Ergo: Wer in dieser Form in den Keller fuhr, kommt mit gleicher Geschwindigkeit wieder aus dem Keller. Dafür gibt es eine mathematische Formel eines deutschen Mathematikers, der dies schon vor 200 Jahren aus anderen Gründen errechnet hatte. Diese sogenannte Gaußsche Glocke haben wir auf den Kopf gestellt. Das funktioniert zum dritten Mal in gleicher Form wie 2003 und 2009, jeweils in der dritten Woche März. Wer will, kann dies nachlesen. Warum ist das so?

 

Der letzte Monat im ersten Quartal ist markttechnisch stets schwierig, weil in dieser Zeit sehr viele strategische Veränderungen der großen Portfolios anstehen, indem die künftige strategische Linie des Jahres neu definiert wird. Im Gegensatz zu der allgemeinen Annahme, dass dies zum Jahresende so sei. Deshalb war es nicht sehr schwierig, dieses Zeitfenster relativ sicher zu erkennen. Es hat erneut bis auf 1 Tag genau gepasst.

 

Einen vollbestückten Supermarkt kann man unterschiedlich nutzen. Einmal durch direkte Investments, also einen Aktienkauf nach dem Prinzip der einzelnen Auswahl, oder in einer Kombination mit einem ETF oder einem DAX-Call als Optionsschein nebst Hebelwirkung und schließlich mit einer Kombination eines Direktinvestments in einer Aktie, sagen wir Daimler, und einem Daimler-Optionsschein (open end). Nehmen wir eine Relation 75 zu 25. Dann erreichen Sie mit einer Laufzeit von angenommen 9 Monaten ein Potenzial  für dieses Paket von gute 100 %. Das glaubt niemand, wie üblich. Doch genau das ist die Erfolgsquote, wenn man in einem Supermarkt nachdem er beinahe eingestürzt war, gemütlich auf Schnäppchenjagd geht.  So geht es denen, die oben aus dem Fenster gesprungen waren und jetzt wieder unten durch die Haustüre rein müssen.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

 

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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