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Deswegen sollten Sie Alphabet-Aktien kaufen!

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Marktmacht Googles ist den Kartellwächtern zwar ein Dorn im Auge. Doch Anleger und Analysten sind sich nach einem starken zweiten Quartal einig: Es gibt viele Gründe die für eine Investition in die Aktien der Google-Mutter sprechen.

Wachstumsdellen und Milliardenstrafen

Nach einer Wachstumsdelle zu Jahresbeginn lief das Geschäft von Google zuletzt wieder auf Volltouren. Der Umsatz der Mutter Alphabet stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 19 Prozent auf 38,9 Milliarden Dollar. Der Quartalsgewinn erreichte fast zehn Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte eine milliardenschwere Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission den Gewinn auf 3,2 Milliarden Dollar gedrückt.

Anfang 2019 hatten eine weitere EU-Milliardenstrafe und Wachstumssorgen den Aktionären einen Schrecken eingejagt. Google hatte den zunehmenden Konkurrenzkampf im Markt für Online-Anzeigen zu spüren bekommen und lieferte den schwächsten Umsatzzuwachs seit drei Jahren.

Im zweiten Quartal steuerte Google mit seinen Werbeeinnahmen und seinen anderen Bereichen wie den Pixel-Smartphones und dem Cloud-Geschäft Erlöse in Höhe von knapp 38,8 Milliarden Dollar zum Konzernumsatz bei. Die anderen Geschäftsfelder von Alphabet wie Waymo oder Loon kamen lediglich auf 162 Millionen Dollar. Allerdings verschlangen sie mehr Geld als zuvor: Ihr operativer Verlust stieg auf fast eine Milliarde Dollar.

Alphabet hatte auch unter dem Druck von Investoren versucht, bei einigen seiner Firmen auf die Kostenbremse zu treten. Jetzt bereitete Finanzchefin Ruth Porat die Anleger auf steigende Ausgaben vor, unter anderem für zusätzliche Mitarbeiter im Cloud-Geschäft, bei YouTube sowie beim maschinellen Lernen.

Allerdings steht Googles Geschäftsverhalten seit gut einem Jahrzehnt im Visier der EU-Kommission. In den Jahren 2017, 2018 und 2019 verhängte die Behörde milliardenschwere Strafen gegen Google - zunächst, weil der Konzern seine marktbeherrschende Stellung bei Anzeigen in Suchergebnissen missbraucht haben soll. Das nächste Mal ging es um Googles Vorgaben für Hersteller von Android-Handys, und zuletzt waren die Praktiken bei der Suchmaschinen-Werbung im Dienst "AdSense for Search" Stein des Anstoßes.

Erstmals geraten große Online-Plattformen auch in den USA ins Visier einer weitreichenden Wettbewerbsuntersuchung. Das Justizministerium will unter anderem untersuchen, ob sie die Konkurrenz behindern. Aus den erwähnten Bereichen - Websuche, soziale Medien, Online-Einzelhandel - wird klar, dass es zumindest um Google, Facebook und Amazon gehen dürfte.

Analysten bleiben positiv gestimmt

Nach einer Wachstumsdelle Anfang 2019 zeigten sich die meisten Analysten von der jüngsten Geschäftsentwicklung des Technologiekonzerns positiv überrascht. Die Google-Mutter habe ihr Umsatzwachstum nach einigen Monaten der Irritation wieder beschleunigt, schrieb Analyst Douglas Anmuth von der US-Bank JPMorgan. Dies unterstreiche das Vertrauen des Managements in das künftige Wachstum.

Analyst Ingo Wermann von der DZ Bank rechnet für Youtube mit einem sehr hohen Wachstumspotenzial. Auch neue Produkte wie "Super Chat" sowie die Einstellung exklusiver Inhalte sollten ihm zufolge zu einer höheren Verweildauer der Nutzer auf den Websites und damit zu steigenden Werbeeinnahmen führen. Zudem bewertete er den gestiegenen Anteil des Cloud-Geschäfts am Konzernumsatz positiv.

Allerdings gibt Analyst Markus Jost von Independent Research zu bedenken, dass Alphabet aufgrund seines Geschäftsmodells permanent durch Imageschäden oder kartellrechtliche Beschränkung der Marktmacht gefährdet sei. Zudem bekomme der Konzern den zunehmenden Konkurrenzkampf bei den Online-Anzeigen zu spüren, wo seit einiger Zeit auch Amazon größere Erfolge verzeichnen könne. Nach wie vor ist Alphabet seiner Ansicht nach zu stark von den Werbeerlösen abhängig.

Von den von Bloomberg befragten 45 Analysten empfehlen 39 Alphabets A-Aktie zum Kauf. Die 6 restlichen Experten raten zum Halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 1400 Dollar und damit rund 18 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.

Aktie reagiert positiv auf Q-Zahlen

Mit einem Kurssprung um mehr als 10 Prozent sowohl bei den A- als auch bei den stimmrechtslosen C-Aktien -0,39% machten starke Zahlen für das zweite Quartal Ende Juli zunächst einmal die Schmach von Ende April fast wieder vergessen. Beide Gattungen konnten aber ihre bisherigen Rekordmarken aus dem April bei fast 1300 Dollar nicht ganz erreichen. Seitdem haben die Papiere wieder einen Teil ihrer Kursgewinne abgegeben und kosteten zuletzt um die 1188 Dollar.

Seit Jahresbeginn stieg der Wert der Aktien um fast 15 Prozent. Damit schneiden die Titel aber schlechter ab als die anderen großen Technologiewerte. Die Aktienkurse von Apple +2,86%, Microsoft -0,10%, Amazon +1,01% und Facebook +0,39% sind in diesem Jahr um mindestens 20 Prozent gestiegen.

Mit Material von dpaAFX.

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