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Deutsche Bank: Aktie kann Gewinne nicht halten

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

"Back to the Roots" heißt es seit gestern bei Deutschlands größtem Geldhaus. Jahrelang versuchte die Deutsche Bank im globalen Geschäft wieder Anschluss zu finden. Das misslang. Nun erfolgt ein radikaler Schritt - ein Strategiewechsel. Vorstands-Chef Christian Sewing stutzt die Bank kräftig und will sie in den kommenden drei Jahren auf die profitablen Geschäftsteile reduzieren. Besser spät als nie.

Rund 18.000 Vollzeitstellen will die Bank bis 2022 weltweit streichen - und das möglichst "sozialverträglich". Die Zahl der Vollzeitstellen soll von zuletzt gut 91.500 auf etwa 74.000 sinken, vor allem in der Investmentbanking-Sparte. Und da dürften die Standorte New York und London am stärksten betroffen sein. Unter anderem der massive Stellenabbau soll die bereinigten Kosten bis ins Jahr 2022 auf 17 Milliarden Euro drücken.

Teure Umstrukturierung - ohne Kapitalerhöhung

Aus dem weltweiten Aktienhandel will man sich komplett zurückziehen, das Geschäft mit Krediten, Anleihen und Währungen sowie die strategische Beratung werden im Vordergrund stehen. Bilanzpositionen in Höhe von 74 Milliarden Euro will die Bank in einer internen Abwicklungseinheit (Bad Bank) abbauen. Drei Vorstandsposten werden erneuert, die Dividende dürfte für dieses und das Folgejahr gestrichen werden.

Bis zu 7,4 Milliarden Euro soll die Umstrukturierung kosten, schon in diesem Jahr dürften 5,1 Milliarden Euro in der Bilanz auf der Minus-Seite auftauchen. Der Konzern werde den Umbau selbst finanzieren, sagte Sewing dem Nachrichtensender n-tv. Man bitte die Aktionäre nicht um eine Kapitalerhöhung. Finanzieren will die Deutsche Bank die Maßnahmen stattdessen etwa über eine Senkung der harten Kernkapitalquote auf 12,5 Prozent.

Die Ratingagentur Moody's kommentierte, der Umbau sei ein "positiver Schritt in Richtung eines ausbalancierteren und nachhaltigeren Geschäftsmodells". Ihren negativen Ausblick für die Deutsche Bank behielt die Agentur aber vorerst bei - dies spiegele die "signifikanten Herausforderungen" wider, vor denen die Bank stehe.

Anfangs kräftige Gewinne an der Börse

Die Neuausrichtung wird Jahre dauern. Ob sie tatsächlich auch Früchte trägt und entsprechend außer Kostenreduzierungen auch Erträge abwirft, ist derzeit nicht sicher. An der Börse kommen die Maßnahmen am Montag dennoch zunächst gut an. Die Deutsche Bank Aktie -2,83% lag am Vormittag mit einem Plus von zeitweise gut vier Prozent auf 7,49 Euro an der Spitze der Tagesgewinner im Dax -1,15%. Im Tagesverlauf bröckelte der Kurs aber wieder ab.

Wenn die Umsetzung klappt, könnte das Ergebnis je Aktie 2022 bei 2 Euro liegen, erklärte Analyst Daniele Brupbacher von der UBS am Morgen. Der faire Wert könne dann auf 14,70 Euro steigen - ein möglicher Verdoppler für den optimistischen und geduldigen Anleger.

Die Experten bleiben aber gerade mit Blick auf die schwache Historie vorsichtig, was die alles entscheidende Ausführung betrifft. Eoin Mullany von der Berenberg Bank rät sogar, in die Kursstärke aufgrund der ausbleibenden Kapitalerhöhung hinein zu verkaufen - eben wegen "enormer Umsetzungsrisiken" und wenig Raum für Fehler mit Blick auf die Kapitaldecke.

Update: Am Montag-Nachmittag notierte die Aktie wieder tief im Minus bei 6,88 Euro. Auch charttechnisch hat sich das Bild für die Deutsche Bank damit eingetrübt. Zwar konnte ein seit Anfang 2018 bestehender Abwärtstrend zuletzt überwunden werden (siehe Chart). Doch mit dem aktuellen Kursrückfall ist die Deutsche Bank wieder unter diese Linie gefallen. Ein erneuter Rückfall bis auf 6 Euro ist nicht unwahrscheinlich.

Bei 7,83 Euro wartet auf dem Weg nach oben die 200-Tage-Linie als Widerstand. Außerdem liegt bei knapp 8 Euro noch ein Widerstand in Form des April-Hochs. Erst wenn der Kurs auf 8,50 Euro steigt, kann charttechnisch Entwarnung gegeben werden.  (mmr)

12-Monats-Chart Deutsche Bank (in Euro)

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