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Deutsche Bank bricht ein – Kanarienvogel einer neuen Bankenkrise?

| Quelle: GoldSilberShop.de | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Aktueller Marktkommentar von Markus Blaschzok für die GoldSilberShop.de GmbH

Die Edelmetalle waren in dieser Handelswoche unter Druck. Der Goldpreis gab rund 20$ auf 1.250$ ab, während Silber 40 US-Cent verlor. Der Palladiumpreis hielt sich hingegen sehr stark auf unverändertem Niveau zum Vorwochenschluss, während der Platinpreis im Umfeld einer historisch einmaligen Spekulation auf einen weiterhin fallenden Preis rund 25$ zur Vorwoche verlor. Beim Platin zeigt sich aktuell enormes Potenzial für einen Short-Squeeze, sobald die Korrektur im Edelmetallsektor abgeschlossen ist. Insgesamt halten sich die Platinmetalle aktuell stärker als die monetären Edelmetalle Gold und Silber. Trotz einer enormen Schwäche am Terminmarkt, zeigte sich Silber in den vergangenen Wochen relativ stark zum Gold. Dies dürfte wohl unter anderem starken Eindeckungen von nackten Short-Positionen J.P. Morgans an der COMEX zu verdanken sein, die auf ein mehrjähriges Tief reduziert wurden.

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Silber zeigte sich relativ stark, sodass das Ratio auf 78 Punkte fiel.
 
Hintergrund der Schwäche bei den Edelmetallen ist ein starker US-Dollar, der in dieser Woche zum dritten Mal einen Angriff auf den Widerstand bei 95 Punkten im USD-Index startete. Der Euro fiel in diesem Umfeld erneut auf die wichtige Unterstützung bei 1,15$, die kurzfristig Halt bieten dürfte, da sich hier zuletzt enorme relative Stärke am Terminmarkt zeigte. Die US Notenbank „FED“ ist langsam dabei ihre Bilanz zu verkürzen und dem Markt im kommenden Jahr eine halbe Billionen US-Dollar an Liquidität zu entziehen, wobei in diesem Jahr noch zwei weitere Zinsanhebungen geplant sind.

Im letzten Jahr haben die größten Notenbanken der Welt rund 1,1 Billionen Dollar an frischem Kapital in die Märkte gepumpt. Seit dem Jahr 2008 wurden die Bilanzen der größten Notenbanken von drei Billionen auf 15 Billionen Dollar ausgeweitet. Es gibt also genügend frisches Geld im System, damit die Konsumentenpreise weiter ansteigen, sodass eine Stagflation das von uns erwartete Szenario ist. Dennoch wird die Bilanzreduzierung der US-Notenbank für eine relative Aufwertung des US-Dollars zu den anderen Papierwährungen sorgen, was die Edelmetallpreise in US-Dollar kurzzeitig etwas unter Druck bringen dürfte.

Einen größeren Abzug von Liquidität aus dem Kreditgeldsystem halten wir für fast ausgeschlossen. Lediglich eine zeitweise Reduktion der aufgeblähten Geldmenge über eine gewisse Zeit ist möglich, ohne das Geschäftsbankensystem an den Rande des Kollapses zu bringen. Das Geld bleibt also und die Inflation wird letztlich zu steigenden Preisen und einer Abwertung der Währungen führen. Im Falle einer erneuten Gefahr für das Bankensystem werden die Notenbanken der Welt sofort wieder die Feuerwehr spielen und die Brände am Kreditmarkt mit einer Flut von neuem Zentralbankgeld löschen. Es gilt bei dem Gelddrucken durch die Notenbanken also immer vorwärts zu gehen, doch rückwärts nimmer.

Wie gefährdet das Bankensystem ist, zeigt die Deutsche Bank, deren Aktienkurs auf ein historisches Tief gefallen ist. Die Deutsche Bank hat den 2. Teil des US-Stresstests nicht bestanden und ist damit „Kanarienvogel der Kohlenmine“ für den Bankensektor, der vor einer neuen Krise warnt. (Kanarienvögel wurden früher mit in Kohleminen genommen – starben sie, gab es zu wenig Sauerstoff und den Bergmännern blieb noch wenig Zeit zur Flucht.) Seit Februar befinden sich die Banken an den Börsen bereits im Abwärtsstrudel und es stellt sich die Frage, ob dies die Vorboten einer neuen Kreditkrise, einer neuen Rezession und des Platzens von Blasen am Immobilien-, Anleihen- und Aktienmarkt sind. Die bereits in das System gepumpte Liquidität hat die Banken auf bessere Füße gestellt, doch eine wahrhaft restriktive Geldpolitik dürfte wohl kaum, insbesondere in der Eurozone, zu realisieren sein. Zu groß sind die Gefahren für das politische Europa und die europäischen Volkswirtschaften. Die Notenbanken werden also weiterhin auf Inflation und Planwirtschaft setzen, was den Euro letztlich weiter entwerten wird. Für die Altersvorsorge ist daher ein Investment in Edelmetalle, die vor Inflation schützen, unverzichtbar.

Bitcoin weiter auf Talfahrt

Der Hype und die Manie um die kryptische Buchungssoftware ist längst Vergangenheit. Seit Jahresbeginn ist der Handelswert für einen Anteil an der Software „Bitcoin“ um 70% eingebrochen. Nachdem wir Mitte 2015 zu 250$ zum spekulativen Kauf des Bitcoins rieten, hatten wir bei rund 20.000$ unseren Lesern geraten, die Gewinne mitzunehmen und diesem Markt erst einmal für ein Jahr den Rücken zu kehren. Aktuell notiert der Preis bei 5.890$, wo auch das Februartief liegt. Sollte diese Marke unterschritten werden, drohen weitere Abverkäufe und ein erneuter Einbruch der sogenannten „Kryptowährung“. Selbst im Falle einer weiteren Erfolgsstory in den kommenden Jahren, mit einer erneuten medial gehypten Manie und einer noch stärkeren sozialen finalen Infektion der Massen, wäre ein weiterer Rücksetzer auf 1.000$ bis 2.000$ kurz- bis mittelfristig durchaus möglich.

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Der Bitcoin ist mittlerweile um 70% eingebrochen.
 
Langfristig, auf Sicht der kommenden Jahre, sehen wir jedoch kaum bis kein Potenzial für einen nachhaltigen Erfolg des Bitcoins, da starker Wettbewerb in einem sehr innovativen Umfeld bessere Lösungen bieten wird, was den Bitcoin letztlich verdrängen sollte. Darüber hinaus gibt es nur Platz für sehr wenige Zahlungssysteme im Internet, die gegenseitig ständig in Konkurrenz miteinander stehen. Aufgrund vieler technischer Probleme stagniert die Akzeptanz der Kryptowährungen im realen Handel seit Jahren und herbe Rückschläge mussten eingestanden werden. Sicherlich gibt es viele Anwendungsgebiete für die Blockchain-, Tangle-, und Hashgraph-Technologie, doch leitet sich daraus kein Mehrwert für die aktuellen Platzhirsche ab. All diese Technologien dürften langfristig in vielen Programmen und Unternehmen eine zentrale Rolle spielen, doch der Wert des ungedeckten Bitcoins dürfte, ebenso wie alle Fiat-Währungen, langfristig gegen Null tendieren.

Als Spekulationsobjekt ist dieser Markt für geübte Trader aufgrund seiner hohen Volatilität sicherlich auch weiterhin sehr interessant und lukrativ. Langfristig orientierte Investoren raten wir hingegen besser weiterhin in inflationsgeschützte Vermögenswerte – wie die Edelmetalle Gold und Silber – zu setzen, während der Markt für Kryptoprogramme als spekulatives Spielfeld für Investments mit Spielgeld zu betrachten ist.

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Tim Schieferstein Seit 2004 privater Edelmetallinvestor und seit 2012 Geschäftsführer der GoldSilberShop.de GmbH – Tim Schieferstein kennt die unterschiedlichen Facetten der Edelmetalle. Nicht alles was glänzt ist Gold – auch Silber und Diamanten sollte seiner Meinung jeder Anleger besitzen. Schließlich gibt es keine andere Geldanlage, die seit Jahrtausenden ihre Brillanz behalten hat. Anlegern bei der goldrichten Anlageentscheidung zu begleiten ist Ziel seiner Publikationen.

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