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Deutsche Bank: Darum rauscht die Aktie wieder in die Tiefe

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der radikale Konzernumbau hat die Deutsche Bank auch im dritten Quartal in die roten Zahlen gestürzt. Unter dem Strich entfiel auf die Aktionäre ein Fehlbetrag von 942 Millionen Euro, wie der DAX-Konzern -0,27% am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. "Die Transformation ist in vollem Gang, mit spürbaren Fortschritten auf der Kostenseite und beim Risikoabbau", sagte Vorstandschef Christian Sewing. In seinen vier Kerngeschäftsbereichen habe das Institut Gewinne erzielt.

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten überhaupt nicht gut an. Am Vormittag verlor die Deutsche-Bank-Aktie -0,41% rund fünf Prozent an Wert. Damit unterschritt der Kurs wieder die charttechnisch wichtigen gleitenden Durchschnitte über 50 und 200 Tage (siehe Chart unten).

Der Nettoverlust der Bank fiel im dritten Quartal noch höher aus als von den wenigen Analysten erwartet, die sich überhaupt zu einer Schätzung durchgerungen hatten. Vor Steuern verbuchte das Institut einen Verlust von 687 Millionen Euro. Die Kernbank, die alle Bereichen außer der Abbaueinheit umfasst, wies dagegen vor Steuern einen Gewinn von 353 Millionen Euro aus.

Allerdings musste die Bank auch wegen der Einstellung ihres Aktienhandels einen überraschend deutlichen Rückgang ihrer Erträge hinnehmen. Mit knapp 5,3 Milliarden Euro fielen sie 15 Prozent niedriger aus als ein Jahr zuvor und verfehlten zudem die Erwartungen von Branchenexperten.

Konzernchef Sewing will mit einer grundlegenden Neuausrichtung die Dauerkrise des Instituts beenden. Das Investmentbanking, das dem Geldhaus milliardenschwere Strafen einbrockte, wird kräftig gestutzt. Kern der neuen Deutschen Bank soll die neue Sparte Unternehmensbank werden, die sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne kümmert.

Die Zahl der Vollzeitstellen soll bis Ende 2022 um rund 18.000 auf weltweit 74.000 sinken. Nach wie vor ist unklar, wie stark der Abbau den Heimatmarkt trifft. Zuletzt hatte Deutschlands größtes Geldhaus erklärt, sobald Entscheidungen gefallen seien, würden sie zuerst mit den Beschäftigten in den betroffenen Bereichen besprochen. Im dritten Quartal sank die Zahl der Vollzeitstellen den Angaben zufolge erstmals seit der Übernahme der Postbank im Jahr 2010 auf unter 90.000. Zum Quartalsende waren es 89.958 Stellen - etwa 4.750 weniger als ein Jahr zuvor.

Bis Sewing die Früchte des Konzernumbaus ernten kann, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Wegen der Milliardenkosten für den Umbau dürfte auch das Gesamtjahr 2019 mit roten Zahlen enden - es wäre nach neuesten Zahlen der Bank das fünfte Verlustjahr für in Folge. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten rechneten im Schnitt zuletzt mit einem Minus von rund 4,5 Milliarden Euro.

Hinzu kommt die Zinsflaute, die die Branche insgesamt belastet. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte erst jüngst den Strafzins verschärft, den Banken zahlen müssen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Da sich das Zinsumfeld im Vergleich zum zweiten Quartal 2019 eingetrübt habe, arbeite die Bank an einer Reihe flankierender Maßnahmen wie Preisanpassungen für Einlagen und der Einführung von Kontoführungsgebühren, erklärte das Institut. (Mit Material von dpa-AFX)

12-Monats-Chart Deutsche Bank (in Euro)

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