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Deutsche Bank: Kursziel 3 Euro?!

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 5 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Talfahrt der Deutsche-Bank-Aktie -0,75% setzt sich am Donnerstag fort. Im frühen Xetra-Handel markierten die Papiere mit einem Minus von über drei Prozent auf 6,35 Euro ein neues Allzeittief. Am Nachmittag hat sich das Minus nur wenig verkleinert. Im Dax -0,53% verloren nur die Papiere von Covestro und von Daimler noch mehr – letztere hauptsächlich wegen des Dividendenabschlags. Ein amerikanisches Analystenhaus erwartet auf absehbare Zeit keine große Besserung. Dazu mehr am Ende dieses Artikels.

Heute sind die Anteilseigner der Deutschen Bank in Frankfurt zur Hauptversammlung zusammen gekommen. Update:  Dort kündigte Konzernchef Christian Sewing an, erneut den Rotstift anzusetzen. "Wir sind zu harten Einschnitten bereit." Im Fokus dabei vor allem: das zuletzt verlustreiche Kapitalmarktgeschäft.

Aufsichtsrat hält zu Sewing

"Wir werden die Transformation beschleunigen - indem wir unsere Bank konsequent auf die profitablen und wachsenden Bereiche ausrichten, die für unsere Kunden besonders relevant sind", betonte Sewing bei der Hauptversammlung des Dax-Konzerns. "Wir haben immer noch zu hohe Kosten, die wir nicht direkt einer Leistung für unsere Kunden zuordnen können."

Auch der Aufsichtsrat drückt aufs Tempo - erst recht nach der Absage einer Fusion mit der Commerzbank -0,65%. "Wir müssen noch schneller und radikaler umbauen", forderte Aufsichtsratschef Paul Achleitner. Sewing sei der richtige Mann für diese Aufgabe.

Unter seiner Führung habe der Vorstand 2018 alle Ziele erreicht: die Kosten sanken, die Zahl der Vollzeitstellen schrumpfte um fast 6.000 auf 91 700, der Kapitalpuffer für Krisenzeiten blieb über der Zielmarke von 13 Prozent. Achleitners Bilanz: "Trotz aller Schwierigkeiten: Ich sehe, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Kritik an Achleitner

Die Kritik ist dennoch groß - auch an dem seit sieben Jahren amtierenden Chefkontrolleur des größten deutschen Geldhauses. Sewing ist bereits der vierte Vorstandschef in der Ära Achleitner (seit Juni 2012), der sich um eine Trendwende müht.

Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung (DSW), zeigte Achleitner zumindest verbal die gelbe Karte. Der seit gut einem Jahr amtierende Konzernchef Christian Sewing mühe sich redlich - auch beim überfälligen Umbau des Kapitalmarktgeschäfts. "Aber möglicherweise wurden die Schritte zu spät eingeleitet, wurde zu viel Zeit verloren in den letzten Jahren", sagt Nieding. Der Aufsichtsrat hätte "dafür sorgen können und müssen, dass der Vorstand sich nicht in endlosen Strategiedebatten und Analysen verliert, sondern zügig und konsequent handelt, umsetzt und liefert".

Börsenwert massiv gefallen

Im vergangenen Jahr gab es immerhin den ersten Jahresgewinn seit 2014. Doch das erste Quartal 2019 zeigte, wie angespannt die Lage nach wie vor ist: Die Deutsche Bank verdiente nur 201 Millionen Euro, während die US-Konkurrenz Milliardengewinne einfuhr. Der Börsenwert des Dax-Konzerns ist auf weniger als 14 Milliarden Euro geschrumpft.

Immer mehr zur Bürde entwickelte sich das Investmentbanking, das vor der Finanzkrise mit Milliardengewinnen glänzte - aber auch etliche Prozesse und Strafzahlungen in Milliardenhöhe auslöste. Nach Sewings Vorstellung soll die Investmentbank künftig nur noch solche Geschäfte machen, die mindestens entweder ausreichend profitabel oder als Dienstleistung für andere Geschäftsbereiche wichtig sind. So will die Deutsche Bank zugleich ihr Kapital werthaltiger einsetzen.

Morgan Stanley senkt Kursprognosen

Die Idee, aus Deutscher Bank und Commerzbank eine schlagkräftigere Einheit zu schaffen, hatten beide Institute angesichts der Risiken eines solchen Großprojekts Ende April beerdigt. "Nun, wenn wir nicht durch einen Zusammenschluss wachsen, dann werden wir es organisch tun - national und international", sagte Achleitner.

Die Analysten von Morgan Stanley haben ihre Prognosen Anfang Mai - nach dem Abbruch der Gespräche mit der Commerzbank - dennoch kräftig nach unten gesetzt. Die Amerikaner senkten ihr Kursziel für die Deutsche Bank -0,75% in einem Kern-Szenario von 10 Euro (Juni 2018) auf 6,80 Euro. Wenn alles perfekt läuft bei der Deutschen sehen sie auf Sicht von 12 Monaten ein Kursziel von 13 Euro.

Im Worst-Case-Szenario hatte man vor knapp einem Jahr die Horror-Marke 4,00 Euro ausgegeben. Nun halten Magdalena Stoklosa und Giulia Aurora Miotto im schlimmsten Fall gar 3,00 Euro für möglich.

Mit Material von dpa-AFX

10-Jahres-Chart Deutsche Bank (in Euro)


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