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Deutsche Bank: So reagiert die Aktie auf die Bad-Bank-Pläne

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Bank will einem Bericht zufolge im Rahmen des geplanten Konzernumbaus Risiken von Wertpapieren in Milliardenhöhe loswerden. Dabei sollen vor allem lang laufende Derivate, die zuletzt kaum Ertrag abgeworfen haben, im Volumen von bis zu 50 Milliarden Euro in eine interne Abwicklungseinheit ("Bad Bank") ausgelagert oder verkauft werden, berichtete die Financial Times (FT) am späten Sonntagabend unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Ende März hatte die Bank in der Bilanz den Marktwert ihrer Derivate auf 331 Milliarden Euro beziffert - die gesamte Bilanzsumme der Bank belief sich auf 1,44 Billionen Euro. Die Bank selbst wollte den FT-Bericht nicht konkret kommentieren, sondern verwies auf frühere Aussagen zu diesem Thema: "Auf der Hauptversammlung im Mai haben wir angekündigt, dass wir zusätzliche Maßnahmen ergreifen werden, um unsere Transformation zu beschleunigen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern. Wir werden Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Öffentlichkeit sobald wie möglich über die Ergebnisse informieren."

Sollte die Bank also 50 Milliarden Euro an Derivaten intern abwickeln oder verkaufen, würde das zwar die Risiken minimieren - der Effekt wäre aber nicht allzu hoch. Dies hatte der JPMorgan-Analyst Kian Abouhossein, der die Bank seit vielen Jahren beobachtet, bereits Anfang Juni in einer Studie errechnet. Er hatte damals auf die Spekulationen über eine "Bad Bank" geschrieben, dass er nicht mit einem Abbau von Risiken im großen Stil rechnet und auf Basis einer Auslagerung von 50 Milliarden Euro nur einen minimalen Effekt auf die Eigenkapitalrendite, einer zentralen Steuerungsgröße für Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing errechnet.

Auch der von vielen Beobachtern und auch von dem Blatt erneut genannte starke Abbau des Aktien- und Anleihegeschäfts außerhalb Europas - oder sogar der Ausstieg aus diesem - wäre nach Einschätzung von Abouhossein nicht der große Wurf in puncto Rendite. Diesen würde wohl nur der massive Abbau von Stellen in der Verwaltung bringen. Experten gehen davon aus, dass Sewing bei der Vorlage der Halbjahreszahlen am 24. Juli seine Pläne für den dringend benötigten forcierten Umbau der Bank vorlegen wird.

Dennoch reagierten die Aktien der Deutschen Bank +0,12% am Montag sehr positiv auf den Medienbericht . Die Anteilsscheine stiegen am Vormittag um über drei Prozent auf 6,23 Euro. Damit nimmt die Bank-Aktie einen kurzfristigen Abwärtstrend ins Visier (siehe Chart unten).

Die Aktien hatten allerdings in den vergangenen vier Handelstagen mal wieder deutlich unter Druck gestanden. Diese Kursverluste machten sie am Montag nur teilweise wett. Das Papier der Deutschen Bank zählt im bisherigen Jahresverlauf mit einem Abschlag von rund 12 Prozent mal wieder zu den größten Verlierern im deutschen Leitindex Dax +0,27%. Anfang Juni hatte sie zudem mit 5,80 Euro abermals ein Rekordtief markiert, von dem sich die Aktie bisher kaum erholen konnte. Investoren warten weiter auf Antworten, wie der jetzt seit etwas mehr als einem Jahr amtierende Konzernchef Christian Sewing die Probleme der Bank lösen will.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Deutsche Bank (in Euro, Xetra)
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