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Deutsche Bank und Commerzbank: Der Widerstand wächst

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Widerstand gegen eine mögliche Fusion zwischen Deutscher Bank -1,52% und Commerzbank +0,11% wächst. Nicht nur auf Seiten der kleineren Großbank, sondern nun auch bei Deutschlands Bankenprimus werden die Stimmen gegen den offenbar politisch gewollten Zusammenschluss lauter.

Vor allem Arbeitnehmervertreter beider Geldinstitute sind dagegen, da ein Job-Kahlschlag befürchtet wird. Die Gewerkschaft Verdi rechnet im schlimmsten Fall mit dem Abbau von 30.000 Jobs. Ende 2018 hatten die beiden Institute zusammen gut 133.000 Vollzeitstellen. Zunächst würde ein Personalabbau in dieser Größenordnung zudem viel Geld kosten.

In einem Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hieß es nun, dass auch im Aufsichtsrat der Deutschen Bank der Widerstand gegen einen Kauf der Commerzbank wachse. Die Transaktion sei "zu komplex", hieß es von einem Mitglied des Gremiums. Damit könnten auch die Kosten gemeint sein, die sich nur durch eine Kapitalerhöhung stemmen lassen dürften. Auch Großaktionäre der Deutschen Bank wie das Emirat Qatar, der Vermögensverwalter Blackrock oder das chinesische Konglomerat HNA seien weiterhin keineswegs vom Sinn eines Zusammengehens mit der Commerzbank überzeugt, hieß es.

Hinzu kommen die Bedenken von Firmenkunden, von denen sich viele gegen einen Zusammenschluss der beiden Banken ausgesprochen haben sollen. Damit scheint es offener denn je, ob die bislang "ergebnisoffenen" Gespräche in eine vertiefte Prüfung eines Zusammenschlusses münden oder abgebrochen werden, schreibt die FAZ

Beide Aktien stehen am Dienstag unter Druck, die Aktien der Commerzbank +0,11% verlieren jedoch stärker. Jüngst wurden die Anteilsscheine der Commerzbank von einem Medienbericht über ein Interesse des niederländischen Finanzkonzerns ING +0,96% an dem Institut angetrieben.

Die Deutsche Bank -1,52% wird am Freitag Geschäftszahlen für das erste Quartal vorlegen. Spätestens dann dürfte sich das Institut zum aktuell Stand der Fusionsgespräche äußern, sagten Börsianer. Nach Einschätzung von Analysten dürfte die Deutsche in den ersten drei Monaten dieses Jahres noch weniger verdient haben als im schon mageren Vorjahresquartal. Analysten rechnen im Schnitt mit 55 Millionen Euro Gewinn. Im ersten Quartal 2018 hatte das Institut 120 Millionen Euro Gewinn ausgewiesen nach 575 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

(mmr mit Material von dpa-AFX)

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