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Deutsche Börse AG: Damit haben nur wenige gerechnet

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Update:  Die Deutsche Börse hat im ersten Quartal trotz eines für den Börsenbetreiber mauen Aktienmarkt-Umfelds dank der breiten Aufstellung deutlich mehr verdient. Die Deutsche Börse Aktie -0,11% zeigte sich nach den überraschend guten Zahlen im nachbörslichen Handel verbessert.

Der um Sondereffekte wie Kosten für den Stellenabbau und Übernahmen bereinigte Gewinn sei um acht Prozent auf fast 292 Millionen Euro geklettert, teilte der im Dax -0,47% gelistete Börsenbetreiber am Montagabend in Frankfurt mit. Unter dem Strich verdiente die Deutsche Börse 275 Millionen Euro und damit elf Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die Nettoerlöse stiegen um vier Prozent auf 721 Millionen Euro. Damit erfüllte die Deutsche Börse die Erwartungen der Experten beim Erlös, übertraf aber die durchschnittliche Prognose der Analysten beim Gewinn deutlich. Der Konzern bestätigte zudem seine Prognose für 2019 - demnach soll der bereinigte Gewinn um rund zehn Prozent steigen und die Erlöse aus eigener Kraft um mindestens fünf Prozent zulegen.

Im ersten Quartal konnte die Deutsche Börse die stagnierenden Erlöse in der DerivateSparte Eurex, dem größten Bereich, und dem Rückgang im Aktienhandel mit Zuwächsen in anderen Bereichen mehr als kompensieren. "In einem schwachen Aktienmarktumfeld konnten wir unsere Stärken wie das planmäßige Wachstum der strukturell bedingten Nettoerlöse in Höhe von 5 Prozent und ihr diversifiziertes Geschäftsmodell voll ausspielen", sagte Finanzvorstand Gregor Pottmeyer.

Aktie reagiert positiv

Die Deutsche-Börse-Aktie -0,11% legte nach Bekanntgabe der Zahlen für das erste Quartal leicht zu. Auf der Handelsplattform Tradegate kostete die Aktie zuletzt 117,30 Euro und damit 0,3 Prozent mehr als zum Xetra-Schluss.

Die Kursentwicklung der Anteile -0,11% spiegelt das gute Geschäft wider. So verteuerte sich das Papier seit dem Amtsantritt Weimers um rund ein Fünftel Prozent. Damit gehört die Aktie in diesem Zeitraum zu den größten Gewinnern im schwachen Dax -0,47%.

Allerdings ist die Luft inzwischen dünn geworden. So sackte der Aktienkurs nach dem Mehrjahreshoch von 121,15 Euro im Juli vergangenen Jahres wieder bis auf knapp über 100 Euro ab. Inzwischen konnte sich das Papier – beflügelt unter anderem durch die Hoffnung auf erfolgreiche Übernahmen – wieder deutlich zulegen. Zuletzt notierte das Papier mit etwa 117 Euro wieder knapp unter dem Mehrjahreshoch.

Dennoch empfehlen sechs der 16 von dpa-AFX erfassten Analysten das Papier weiter zum Kauf, und das durchschnittliche Kursziel liegt mit rund 122 knapp über dem Mehrjahreshoch. Aber die Luft wird für die Deutsche Börse auf jeden Fall dünner – Weimer muss also liefern, mit weiterem Wachstum und geschickten Zukäufen.

Wertvollstes börsennotiertes Finanzunternehmen in Frankfurt

Derzeit kann der frühere HVB-Chef allerdings mit Genugtuung genießen, dass das von ihm geführte Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von gut 22 Milliarden Euro das wertvollste börsennotierte Finanzunternehmen in Frankfurt ist – weit vor der Deutschen Bank (15 Mrd.) und der Commerzbank +2,45% (19 Mrd.) und auch Wirecard +0,07% (17 Mrd. Euro). Seit dem Amtsantritt des Konzernchefs Theodor Weimer zog der Börsenwert um rund ein Fünftel auf rund 22 Milliarden Euro.

Weimer hat das Unternehmen nach dem Krisenjahr 2017 mit der wieder einmal gescheiterten Übernahme der Londoner Börse und dem Insiderskandal um den Ex-Chef Carsten Kengeter wieder in ein ruhigeres Fahrwasser geführt. Er setzt nicht mehr auf große Übernahmen, sondern auf selektive Zukäufe vor allem in Bereichen, die das Unternehmen unabhängiger vom volatilen Aktienmarkt machen - wie dem Devisenhandel oder dem Indexgeschäft.

Zudem drückt Weimer auf die Kosten. Das half der Deutschen Börse auch im ersten Quartal - so gingen die operativen Aufwendungen trotz des anziehenden Geschäfts um 1 Prozent auf 273 Millionen Euro zurück. Der frühere HVB-Chef will die jährlichen Fixkosten bis Ende 2020 um um rund 100 Millionen Euro drücken.

Großer Personalumbau

Die Hälfte dieser Einsparungen soll aus dem Personalbereich kommen. Dafür sollen Stellen in Frankfurt wegfallen und an Billigstandorten wie Cork (Irland) oder Prag entstehen. Am Ende soll das Unternehmen größer sein als zuletzt. "Bis Ende 2020 wollen wir nicht nur ein effizienteres Unternehmen sein, sondern auch ein größeres mit mehr Mitarbeitern als heute", hatte Weimer bei der Ankündigung des Sparprogramms gesagt.

Bis dahin sollen auch im Aufsichtsrat die Konsequenzen aus dem Krisenjahr 2017 gezogen sein. Denn das Unternehmen hatte bereits am Montagnachmittag mitgeteilt, dass der in der Kritik stehende Aufsichtsratschef Joachim Faber sein Amt mit Ablauf der Hauptversammlung 2020 niederlegt. Er hatte bereits bei dem Aktionärstreffen vor einem Jahr einen vorzeitigen Abtritt im Laufe seiner dritten dreijährigen Amtszeit angedeutet.

Mit Material von dpa-AFX

Drei-Jahres-Chart Deutsche Börse AG (in Euro)
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Long  DC5Q0L Dt.Börse WaveUnlimited L 112.5191 (DBK) 7,038
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