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Deutsche Post: Warum der Dax-Wert plötzlich abrutscht

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Post ist dank des Verkaufs ihrer Lieferketten-Logistik in China mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 746 Millionen Euro und damit 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie der Dax-Konzern -1,15% am Freitagmorgen in Bonn mitteilte. Der operative Gewinn (Ebit) legte um 28 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro zu und traf so die Erwartungen von Analysten. Die Post-Aktie -1,32% rutschte am Vormittag dennoch ab. Börsianer hatten noch bessere Quartalszahlen erwartet.

Zwischen Januar und März erwirtschaftete der Logistik-Konzern einen Umsatz von 15,4 Milliarden Euro. Das waren 4,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um 28,1 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Insbesondere die DHL Divisionen verzeichneten erneut erfreuliche Ergebnisbeiträge, so die Deutsche Post in einer Mitteilung. Gebremst wurde das EBIT-Wachstum hingegen von den bereits angekündigten Restrukturierungsaufwendungen bei Supply Chain und in der neuen Division eCommerce Solutions.

Prognose bestätigt

Vorstandschef Frank Appel sieht die Post auf Kurs, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 3,9 bis 4,3 Milliarden Euro einzufahren. Im kommenden Jahr soll er weiterhin auf mehr als 5 Milliarden Euro steigen.

Die Neuaufstellung des Lieferketten-Logistik in China trieb das Ebit im ersten Quartal um 426 Millionen Euro nach oben. Die Deutschen haben ihr Geschäft in dem Bereich an den Konkurrenten S.F. Holding verkauft und arbeiten mit dem Unternehmen künftig in einem Bündnis zusammen.

Während die Post ihren Umsatz in allen Geschäftsbereichen steigern konnte, brach der Gewinn im Heimatgeschäft Post & Paket Deutschland wegen erhöhter Personalkosten und eines Sondereffekts aus dem Vorjahr allerdings deutlich ein.

Portoerhöhung dringend erwartet

Rückenwind erwartet die Post hier künftig von der Bundesnetzagentur. Die Aufsichtsbehörde will noch im Mai entscheiden, wie stark der Konzern das Briefporto in dem regulierten Geschäft auf dem Heimatmarkt anheben darf. Mitte April schlug die Behörde vor, dass der Spielraum für Preiserhöhungen 10,6 Prozent betragen soll. So stark könnte sich die Gesamtmenge aller Einzelsendungen der verschiedenen Briefarten verteuern.

Das Porto für einen Standardbrief könnte aber noch stärker steigen – Branchenkreisen zufolge ist eine Anhebung von aktuell 70 Cent auf bis zu 90 Cent möglich. Dann würde sich das Porto für andere Arten – ob Maxi-Brief, Kompaktbrief oder Postkarte – gar nicht oder kaum verteuern.

Sobald die Behörde endgültig über den Erhöhungsrahmen entschieden hat, legt die Post die Preise fest. Diese sollen dann ab dem 1. Juli gelten und würden die Einnahmen des Konzerns schlagartig erhöhen. Das letzte Mal war das Briefporto Anfang 2016 gestiegen.

Auch im Paketgeschäft dreht die Post an der Preisschraube. "Generell müssen sich die Kunden auf steigende Paketpreise einstellen", sagte Appel Ende April der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Schon 2018 habe das Unternehmen angefangen, die Preise für Pakete bei Geschäftskunden und Anfang des Jahres auch bei einem Filialpaket anzuheben.

200-Tage-Linie im Fokus

Die Aktien der Deutschen Post -1,32% drehten am Vormittag in die Minuszone ab, nachdem sie vorbörslich noch positiv auf die jüngsten Quartalszahlen reagiert hatten. Nun sollte die 200-Tage-Linie bei 28,49 Euro verteidigt werden, sonst drohen charttechnisch weitere Abgaben.

Analysten sind derweil überwiegend positiv gestimmt. Die Expertin Matija Gergolet von der US-Bank Goldman Sachs hob die überraschend starke Entwicklung im globalen Speditionsgeschäft und in der Kontraktlogistik positiv hervor.

Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für Deutsche Post nach Zahlen zum ersten Quartal auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 30 Euro belassen. Der Umsatz und das operative Ergebnis (Ebit) hätten die Erwartungen erfüllt, während der Reingewinn leicht enttäuscht habe, schrieb Analyst Daniel Roeska in einer am Freitag vorliegenden Studie. Das Brief- und Paketgeschäft habe weniger stark zugelegt als vom Markt erhofft.

Die Baader Bank ist mit einem Kursziel von 46 Euro deutlich optimistischer. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit) seien wie erwartet ausgefallen, schrieb Analyst Christian Obst. Der Logistik-Konzern dürfte damit näher an das obere Ende der Spanne des für die Jahre 2019 und 2020 angepeilten Ebit heranrücken. Etwas Sorgen bereiten könnte Investoren allerdings die schwächere Entwicklung der freien Barmittel.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Deutsche Post (in Euro, Xetra)

Hinweis: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Deutsche Post.

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