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Deutsche Post wird nach Gewinnwarnung zum perfekten Express-Kandidaten

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Deutsche Post hat ihren Aktionären am Freitag das anschließende Wochenende mal so richtig versaut. Zur Mittagszeit verkündete das Unternehmen per Ad-hoc-Meldung, dass das zuletzt noch bestätigte Gewinnziel für das laufende Jahr nicht erreicht werden kann. Statt der geplanten 4,15 Mrd. Euro wird beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nun ein Wert von nur noch 3,2 Mrd. Euro erwartet. Als Begründung verweist die Post vor allem auf die unverändert schwache Entwicklung im deutschen Brief- und Paketgeschäft. Hier soll jetzt noch massiver als bislang geplant gegengesteuert werden. Schon im ersten Quartal waren die Ergebnisse des Konzerns schwächer als vom Markt erwartet ausgefallen, weshalb zu diesem Zeitpunkt der eine oder andere Analyst eine drohende Gewinnwarnung bereits „vorhergesehen“ hatte. Nun ist die Katze also aus dem Sack.

Die Aktie befindet sich derweil schon seit Ende 2017 im Sinkflug und hat seitdem fast 30 Prozent an Wert verloren. Im letzten Halbjahr gab es im DAX nur einen Kandidaten (Deutsche Bank), der sich noch schlechter entwickelt hat. Ist das Schlimmste für die Post-Aktionäre nun überstanden? Die Reaktion der Marktteilnehmer auf die Gewinnwarnung macht zunächst wenig Hoffnung. Seit Freitagmittag ist der Kurs um gut 8 Prozent gefallen und die temporären Erholungsversuche wurden von den Verkäufern bislang jedes Mal ausgekontert. Nach einer schnellen Trendwende sieht das zumindest momentan noch nicht aus. Dafür muss die Post wahrscheinlich erst mal das zahlreich verloren gegangene Vertrauen vieler Anleger zurückgewinnen.

Für Investoren mit einem etwas längeren Atem könnte das aktuelle Kursniveau aber durchaus eine attraktive Einstiegschance bieten. Immerhin hat der Konzern die für das Jahr 2020 aufgestellte EBIT-Prognose („oberhalb von 5 Mrd. Euro“) im Zuge der Gewinnwarnung noch einmal bestätigt. Allerdings müssen die jetzt eingeleiteten Maßnahmen zur Lösung der bestehenden Probleme dafür auch greifen. Die Analysten sind hier recht optimistisch. Bei den seit Freitag neu veröffentlichten Einschätzungen liegen die Kursziele zwischen 28 und 48 Euro, im Schnitt wird der faire Wert auf 37,60 Euro taxiert. Aktuell kostet eine Post-Aktie nur rund 30 Euro.

Wer wie fast alle Analysten davon ausgeht, dass sich die Aktie in den kommenden Jahren irgendwie stabilisieren wird, der könnte auch mal einen Blick auf die Palette der noch etwas länger laufenden Expresszertifikate werfen. Hier besteht weder die Gefahr eines vorzeitigen Knock-outs noch gibt es eine Barriere, deren Unterschreiten schon während der Laufzeit alle Renditeträume platzen lässt spielen. Damit haben Anleger bis zum Ende immer die Chance, den maximal möglichen Ertrag zu generieren. Von daher ist die Express-Struktur wohl die optimale Lösung für kurzfristig angeschlagene Werte mit intakten Zukunftsaussichten.

Ein noch bis maximal April 2023 laufendes Deep-Express-Zertifikat der LBBW auf die Post-Aktie etwa zahlt zu diesem Termin den Höchstbetrag von 1165 Euro aus, wenn die Aktie dann mindestens bei 21,83 Euro notiert. Dieses Niveau liegt noch mal rund 27 Prozent unter dem aktuellen Aktienkurs, der bis dahin allerdings auch noch einige Dividendenabschläge wird hinnehmen müssen. Trotzdem scheint das Stand heute irgendwie machbar zu sein. Da das Zertifikat aktuell nur ca. 905 Euro kostet, winkt im Erfolgsfall ein Gewinn von 29 Prozent oder annualisierten 5,3 Prozent. Ansonsten werden den Kunden die abgestürzten Post-Aktien ins Depot gebucht.

Vorher besteht jedoch jedes Jahr im April noch die Chance auf eine vorzeitige Rückzahlung, wobei der dann fällige Betrag im kommenden Frühling 1033 Euro beträgt und danach alle zwölf Monate um weitere 33 Euro steigt. Voraussetzung dafür ist, dass die Aktie am jeweiligen Stichtag auf oder über dem vorzeitigen Rückzahlungslevel liegt. Der wiederum sinkt ausgehend von Startwert (36,39 Euro) zunächst um 10 Prozent (32,75 Euro im April 2019) und dann jedes Jahr um weitere 5 Prozentpunkte. Im April 2020 würde so schon ein Aktienkurs von 30,93 Euro ausreichen, um dann eine Zahlung von 1066 Euro zu erhalten. Die p.a.-Rendite würde bei einem Ertrag von rund 18 Prozent dann sogar mehr als 9 Prozent betragen (WKN: LB1Q2V).

Thomas Koch

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