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Deutsche Telekom: Mega-Deal genehmigt - T-Aktie nachbörslich rauf

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die US-Wettbewerbshüter haben dem Zusammenschluss der Telekom-Tochter T-Mobile US mit dem kleineren Rivalen Sprint zugestimmt. Für die Genehmigung mussten die Unternehmen jedoch weitreichende Zugeständnisse machen, wie das Justizministerium mitteilte.  

Trotz der nun erteilten Zustimmung des Justizministeriums bleibt Ungewissheit - eine Gruppe von US-Bundesstaaten will den Zusammenschluss wegen befürchteter Nachteile für Verbraucher und Mitarbeiter gerichtlich untersagen lassen. Die Aktie der Deutschen Telekom -0,15% legte im nachbörslichen Handel dennoch deutlich zu und übersprang die 15-Euro-Marke. 

Um ihre über 26 Milliarden Dollar schwere Fusion bei den Kartellwächtern durchzubringen, sicherten T-Mobile und Sprint den Verkauf umfassender Geschäftsteile und Funkfrequenzen zu. So soll verhindert werden, dass der Wettbewerb auf dem von wenigen Anbietern dominierten US-Mobilfunkmarkt leidet.

Weiterer Wettbewerber entsteht aus Sprint-Ableger

Den Durchbruch in den seit über einem Jahr andauernden Verhandlungen mit den US-Behörden brachte das Versprechen, Sprints Prepaid-Marken wie Boost und Mobilfunk-Frequenzen an den Satelliten-TV-Betreiber Dish zu veräußern. Dish zahlt für das Paket laut US-Medien fünf Milliarden Dollar und soll damit hinter den Platzhirschen Verizon +0,13% und AT&T -0,22% sowie der aus der Fusion von T-Mobile und Sprint entstehenden Gesellschaft zur neuen vierten Kraft im US-Telefonmarkt aufgebaut werden. Ein weiterer Wettbewerber war für die Aufseher eine zwingende Bedingung. Der nun erzielte Kompromiss muss noch gerichtlich genehmigt werden.

Der Ende April 2018 vereinbarte Mega-Deal galt kartellrechtlich von Anfang an als umstritten, die Unternehmen hatten ihre Fusionspläne zuvor schon zweimal wieder abgeblasen. Laut früheren Unternehmensangaben ergibt sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von über 70 Milliarden Dollar.

Zusammen über 100 Milliarden Dollar schwer 

T-Mobile ist der drittgrößte US-Mobilfunker und hatte zuletzt einen Börsenwert von rund 70 Milliarden Dollar. Sprint, die Nummer vier im Markt, bringt es auf knapp 32 Milliarden Dollar. Aufgrund der hohen Verschuldung beider Unternehmen liegt das Gesamtvolumen des Deals jedoch noch deutlich höher. Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung der Fusion gut 26 Milliarden Dollar wert.

Auch wenn die Telekom-Beteiligung deutlich unter der 50-Prozent-Schwelle bleibt, werden die Bonner mit 69 Prozent der Stimmrechte das Sagen haben. Bereits 2014 wollten T-Mobile und Sprint fusionieren, was damals an kartellrechtlichen Bedenken scheiterte. Bei einem weiteren Anlauf konnten sich die Konzerne nicht auf Preis und Besitzverhältnisse einigen. 

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Deutsche Telekom (in Euro, Tradegate)
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