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Deutsche und Commerzbank nach Stresstest unter Druck

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Deutschlands Bankenaufseher haben von April bis Anfang Juni 1.412 Banken und Sparkassen zu Ertragskraft und Widerstandsfähigkeit im Niedrigzinsumfeld befragt - all jene, die direkt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) und Bundesbank beaufsichtigt werden. Das sind 89 Prozent der deutschen Kreditinstitute, gemessen an der Bilanzsumme stehen sie für 38 Prozent des deutschen Marktes. Nun sind die Ergebnisse da - und sie fallen wenig schmeichelhaft aus.

Die Rentabilität der kleinen und mittelgroßen Banken und Sparkassen in Deutschland (Less Significant Institutions - LSI) ist schwach. Die Aussicht auf ein anhaltendes historisch niedriges Zinsniveau macht einen weiteren Rückgang der Rentabilität sehr wahrscheinlich. Das hat die aktuelle Umfrage zur Ertragslage und Widerstandsfähigkeit deutscher Kreditinstitute im Niedrigzinsumfeld ergeben.

Bank-Aktien unter Druck

Die Kurse der Aktien großer Banken litten. Am Montag-Vormittag verlor die Deutsche Bank -1,68% gut vier Prozent auf 7,00 Euro und rangierte damit am DAX-Ende. Die 50-Tage-Linie wackelt nun wieder (siehe Chart unten).  Im MDAX sackte die Commerzbank-Aktie -1,34% zeitweilig sogar um mehr als sechs Prozent ab. Nur K+S verloren dort noch mehr.

Die Institute mussten beantworten, wie ihre Pläne und Prognosen auf fünf Zinsszenarien für den Zeitraum 2019 bis 2023 reagieren würden. In einem Stresstest simulierten sie zudem ihre Ertragslage für 2019 bis 2021 - unter anderem bei erheblicher Wirtschaftseintrübung. Im Durchschnitt seien die deutschen Institute "auch im Stressfall solide kapitalisiert", sagte der oberste Bankenaufseher der BaFin, Raimund Röseler.

Sechs-Monats-Chart Deutsche Bank (in Euro)


Wird Belastung auf Kunden weitergeschoben?

Das Zinstief wird jedoch zur Dauerbelastung für Deutschlands Banken und Sparkassen - und könnte bald auch zu Lasten von mehr Kunden gehen. Ein weiterer Rückgang der Gewinne der Institute in den nächsten Jahren sei "sehr wahrscheinlich", stellten die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Bundesbank am Montag fest.

"Banken ziehen in ihren Planrechnungen vermehrt auch eine mögliche Weitergabe negativer Zinsen an Kunden in Betracht", erklärte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling in Frankfurt. Bislang trifft dies vor allem Geschäftskunden und vermögende Privatkunden.

Mittlerweile wollen 42 Prozent der befragten Banken negative Zinsen weitergeben. Vor zwei Jahren traf dies erst für 23 Prozent der Banken zu. Bislang wollen aber nur neun Prozent der Banken diese Negativzinsen auch an ihre Privatkunden weiterreichen. Bislang sei das nur im Firmenkundengeschäft geplant.

Sinkt das Zinsniveau in Deutschland um einen Prozentpunkt weiter ab, würde jede zweite Bank Negativzinsen auch für Privatkunden in Betracht ziehen, heißt es in den Ergebnissen. Jede Fünfte Bank würde das dann auch noch einmal im Firmenkundengeschäft tun.

Geschäftsbanken müssen inzwischen 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Obwohl die EZB einen Teil der Gelder über Freibeträge vom Strafzins verschont, bleibt dies eine Milliardenbelastung. Die Wende hin zu steigenden Zinsen hat die EZB auf unbestimmte Zeit verschoben. Mit Material von dpa-AFX

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