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DGAP-News: Grammer bestätigt die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2019 und erwartet erhebliche Abschwächung in 2020

| Quelle: Dow Jones Newsw... | Lesedauer etwa 7 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen


DGAP-News: Grammer AG / Schlagwort(e): Jahresergebnis
Grammer bestätigt die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2019 und
erwartet erhebliche Abschwächung in 2020

2020-03-30 / 09:10
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

*Grammer bestätigt die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2019 und
erwartet erhebliche Abschwächung in 2020*

_- Positive Umsatzentwicklung in beiden Segmenten auf Basis des starken
ersten Halbjahres 2019_

_- Konzernumsatz von 2,04 Milliarden Euro und operatives EBIT von 77
Millionen Euro_

_- Produktionsstopps bei Kunden im Automobil- und Nutzfahrzeugbereich
erfordern Kapazitätsanpassungen in Grammer-Werken im ersten Quartal 2020_

_- Aufgrund der Auswirkungen der weltweiten COVID-19-Pandemie wird die
Prognose für das Geschäftsjahr 2020 ausgesetzt _

*Amberg, 30. März 2020* - Der Automobilzulieferer Grammer hat heute seinen
Geschäftsbericht für das Jahr 2019 veröffentlicht und die vorläufigen Zahlen
für das abgelaufene Geschäftsjahr bestätigt. Demzufolge stieg der Umsatz um
9,5 Prozent oder 177,2 Millionen Euro auf 2,038 Milliarden Euro (Vj. 1,861
Milliarden Euro). Das Wachstum wurde dabei von beiden Segmenten getragen,
wobei sich im Automotive-Bereich insbesondere die erstmals vollständige
Konsolidierung des im Oktober 2018 übernommenen amerikanischen
Automobilzulieferers TMD auswirkte.

Das aus Unternehmenssicht aussagekräftigere operative Ergebnis vor Zinsen
und Steuern (operativer EBIT) lag bei 77,0 Millionen Euro, was einem Plus
von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 75,8 Millionen Euro
entspricht. Die Marge des operativen EBIT betrug 3,8 Prozent (Vj. 4,1
Prozent). Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf 74,5
Millionen, d.h. ein Plus von 25,8 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (Vj.
48,7 Millionen Euro). Das Ergebnis nach Steuern lag für das Geschäftsjahr
2019 bei 43,5 Millionen Euro, d.h. ein Anstieg von 20,3 Millionen Euro
gegenüber dem Vergleichswert von 23,2 Millionen Euro. Damit errechnet sich
ein unverwässertes Ergebnis je Aktie von 3,56 Euro (Vj. 1,90 Euro).

"Trotz einer zunehmend schwächeren Branchenentwicklung konnte die Grammer
Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr einen höheren Umsatz erzielen. Unser
Wachstum hat jedoch im zweiten Halbjahr 2019 an Dynamik verloren und die
Absatzsituation hat sich zu Beginn des laufenden Jahres erheblich
eingetrübt", erläutert Thorsten Seehars, Vorstandsvorsitzender der Grammer
AG, die aktuelle Entwicklung. "Die großen Herausforderungen für unsere
Branche und die derzeit überhaupt noch nicht absehbaren Konsequenzen der
weltweiten COVID-19-Pandemie verursachen bereits im ersten Quartal 2020 sehr
deutliche Spuren in unserem Geschäft."

*Automotive im Jahr 2019 mit Wachstum nach TMD-Übernahme*
Die Umsatzerlöse des Segments Automotive erhöhten sich im Geschäftsjahr 2019
um 167,2 Millionen Euro oder 12,7 Prozent auf 1,480 Milliarden Euro (Vj.
1,313 Milliarden Euro). Der Anstieg resultierte insbesondere aus der
Akquisition der ab Oktober 2018 erstmalig konsolidierten TMD-Gruppe.
Dementsprechend stieg der Umsatz in der Region Americas um 247,0 Millionen
Euro oder 85,9 Prozent auf 534,6 Millionen Euro.
Das EBIT im Segment Automotive belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf 51,0
Millionen Euro und lag damit um 13,3 Millionen Euro bzw. 35,3 Prozent über
dem Vorjahreswert von 37,7 Millionen Euro. Um Fremdwährungs- und
Sondereffekte bereinigt ergibt sich ein operatives EBIT von 48,9 Millionen
Euro, welches mit 12,1 Millionen Euro bzw. 32,9?Prozent über dem Wert des
Vorjahres von 36,8 Millionen Euro lag. Die operative EBIT-Rendite stieg
damit trotz der angespannten Marktlage im Automobilsektor auf 3,3 Prozent
(Vj. 2,8?Prozent).

*Commercial Vehicles mit stabilem Umsatz in 2019*
Die Umsatzerlöse des Segments Commercial Vehicles erhöhten sich im
Berichtszeitraum um 7,6 Millionen Euro bzw. 1,3 Prozent auf 607,4 Millionen
Euro (Vj. 599,8 Millionen Euro). Der Anstieg resultierte insbesondere aus
Marktzuwächsen bei Fahrer- und Beifahrersitzen für Lkw und Fahrersitzen für
Offroad-Nutzfahrzeuge (Traktoren, Baumaschinen und Gabelstapler). Weiterhin
konnten insbesondere in Europa wichtige Projekte im Bereich Bahn & Bus
gewonnen werden.
Das Segment-EBIT reduzierte sich im Geschäftsjahr 2019 um 11,4 Millionen
Euro bzw. 20,5?Prozent von 55,5 Millionen Euro auf 44,1 Millionen Euro. Das
operative EBIT sank um 10,8 Millionen Euro auf 42,7 Millionen Euro. Die
operative EBIT-Rendite reduzierte sich auf 7,0 Prozent (Vj. 8,9?Prozent).
Hier machte sich die insbesondere im zweiten Halbjahr 2019 angespannte Lage
auf den internationalen Märkten für Lkw und Offroad bemerkbar. Neben der
abkühlenden Nachfrage wirkten sich der Produktmix sowie Sonderaufwendungen
im Rahmen von Verlagerungen in China und Produktneuanläufe in den USA auf
die EBIT-Rendite aus.

*Unterschiedliche Entwicklung in den Regionen*
In der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten, Afrika) wurde ein Umsatz von
1,115 Milliarden Euro erwirtschaftet: Das bedeutet einen Rückgang von 76,1
Millionen Euro (-6,4 Prozent) gegenüber dem Vorjahr aufgrund des schwachen
Marktumfeldes. Dabei sank der Umsatz im Segment Automotive deutlich, während
das Segment Commercial Vehicles nahezu auf Vorjahresniveau lag.
In der Region Americas (Nord-, Mittel- und Südamerika) belief sich der
Umsatz in Folge der erstmalig ganzjährigen Konsolidierung der
TMD-Akquisition auf 609,5 Millionen Euro (Vj. 366,4 Millionen Euro) und lag
um 243,1 Millionen Euro (66,3 Prozent) sehr deutlich über dem Vorjahreswert.
Damit war die Region Americas im Umsatz die zweitstärkste Region innerhalb
der Grammer Gruppe. Während die Umsätze im Segment Automotive durch die
Akquisition erheblich anstiegen, verzeichnete der Bereich Commercial
Vehicles in der Region Americas einen leichten Umsatzrückgang.
In der Region APAC (Asia Pacific) erzielte die Grammer Gruppe einen
Umsatzanstieg um 10,2 Millionen Euro (3,4 Prozent) auf 313,7 Millionen Euro
(Vj. 303,5 Millionen Euro). In dieser Region entwickelten sich die Segmente
ebenfalls unterschiedlich. Während der Bereich Automotive mit den
allgemeinen Marktrückgängen in der chinesischen Automobilindustrie
konfrontiert wurde und dabei nur einen leichten Umsatzrückgang verzeichnete,
konnte das Segment Commercial Vehicles aufgrund von Neuanläufen bei
chinesischen Nutzfahrzeugherstellern eine Umsatzsteigerung ausweisen.

*Stärkung des Eigenkapitals*
Zum 31. Dezember 2019 lag die Bilanzsumme der Grammer Gruppe bei 1,474
Milliarden Euro und damit um 33,0 Millionen Euro oder 2,3 Prozent über dem
Wert zum 31. Dezember 2018 (Vj. 1,441 Milliarden Euro). Der Anstieg ist im
Wesentlichen auf die Anwendung der neuen Bilanzierungsvorschriften des IFRS
16 "Leasingverhältnisse" zurückzuführen. Das Eigenkapital erhöhte sich
aufgrund des positiven Konzernergebnisses zum 31. Dezember 2019 um 27,4
Millionen Euro auf 342,2 Millionen Euro (Vj. 314,8 Millionen Euro). Die
Eigenkapitalquote stieg auf 23,2 Prozent (Vj. 21,8 Prozent).

*COVID-19-Pandemie belastet weltweite Konjunktur und Automobilbranche*
Für Grammer ist die Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie
aller Geschäftspartner sehr wichtig. Daher hat das Unternehmen seit Ende
Januar an allen Standorten entsprechende Vorsorge- und
Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet und überprüft diese kontinuierlich auf
ihre Wirksamkeit.
In Folge staatlicher Anordnungen musste Grammer im ersten Quartal mehrere
Standorte in China vorübergehend schließen. Diese konnten jedoch Anfang
März ihre Produktion wieder aufnehmen. Mittlerweile haben fast alle
Automobil- und Nutzfahrzeughersteller entschieden, ihre Produktionsstandorte
in Europa und den USA zeitweise zu schließen. Daher hat der Vorstand
der Grammer AG beschlossen, ab dem 23. März die Produktion an seinen
Standorten ebenfalls vorübergehend einzuschränken oder komplett
einzustellen. An Standorten, die beispielsweise Kunden in China beliefern,
wird die Produktion bedarfsgerecht aufrechterhalten.
Ende März hat das Unternehmen gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern ein
umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, um die Kapazitäten
insbesondere an seinen Automotive Standorten in Deutschland sowie den
anderen Ländern Europas an die stark rückläufige Nachfrage anzupassen. Das
Maßnahmenpaket sieht vor, die Produktion in Deutschland entsprechend
der Kundenabrufe herunterzufahren und durch die vereinbarte Kurzarbeit die
finanzielle Flexibilität des Unternehmens abzusichern. Einzelheiten zur
Ausgestaltung der Regelungen zur Dauer der Betriebseinschränkung werden
aufgrund standortspezifischer Unterschiede lokal vereinbart. An
Produktionsstandorten außerhalb Deutschlands wurden vergleichbare
Maßnahmen ebenfalls vorbereitet und zeitnah implementiert.
Der Vorstand der Grammer AG hat dem Aufsichtsrat in der letzten Sitzung
mitgeteilt, dass er für die Jahre 2019 und 2020 auf alle Bonuszahlungen
verzichtet, um in der aktuellen Situation ebenfalls einen finanziellen
Beitrag zu leisten.
*Intensivierung der Zusammenarbeit mit Ningbo Jifeng*
Seit Beginn des Jahres arbeiten Grammer und Ningbo Jifeng an einer Vielzahl
von Kooperationsprojekten zur Erzielung von Synergien im Bereich Einkauf und
Fertigung sowie einem erweiterten Produktportfolio und verbessertem
Marktzugang in gewissen Regionen für den jeweiligen Partner. Ende März wurde
nun ein erster Vertrag zur Gründung einer weltweiten Einkaufskooperation der
beiden Firmen unterschrieben, der ab sofort umgesetzt werden soll. Beide

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

March 30, 2020 03:10 ET ( 07:10 GMT)
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