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Die Alternative zur Bank: ein Privatkredit

| Quelle: FIN | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es ist der gängige Weg für Privatpersonen, zu einer Kreditbank, einer Sparkasse oder einer Kreditgenossenschaft zu gehen, wenn sie einen Kredit aufnehmen wollen. Alle drei Varianten liegen laut dem Bankenverband auf der Beliebtheitsskala recht nah beieinander. 31,9 Prozent der im Jahr 2017 vergebenen Kredite wurden von einer Kreditbank vergeben, 28,4 Prozent von einer Sparkasse und 24,1 Prozent von einer Kreditgenossenschaft. Bei Unternehmenskrediten liegen die Sparkasse mit 28,4 Prozent vor den Kreditbanken (27,7 Prozent) und den Kreditgenossenschaften (18,1 Prozent). Fakt ist: Ein Bankunternehmen gibt einen Kredit aus. Zur Alternative, die immer häufiger ins Gespräch zu kommen scheint, dem Privatkredit, beantwortet dieser Beitrag die wichtigsten Fragen.

Was sind die Vor- und Nachteile eines Privatkredits?

Privatkredite müssen heute nicht mehr zwingend ausschließlich von Privatpersonen vergeben werden. Stattdessen gibt es auch organisierte Formen des Privatkredits, die auf der Grundlage basieren, dass ein privater Investor bereit ist, sein Geld zu verleihen. Wer Geld privat verleihen möchte, bekommt dafür Zinsen. Entsprechende Kreditnehmer, die explizit nach einem Privatkredit suchen sowie jene, die einen Privatkredit vergeben wollen, treffen sich heute vornehmlich in der Anonymität des Internets. Dort profitieren beide Seiten von diesen Vorteilen:

 

  • Ein privater Kreditvertrag muss nicht denselben Regularien folgen wie ein hoch offizieller Kredit. Das heißt: Es gibt beispielsweise Möglichkeiten, um die Bonitätsabfrage zu kappen. Weitere Festlegungen, wie etwa die Laufzeit, müssen dennoch festgelegt werden.
  • Die Zinsregelung ist eine Frage der Absprache, was auch bedeutet: Die Zinshöhe variiert oftmals nach dem Risiko, das der Kreditgeber sieht. Wer als Kreditnehmer seriös auftritt, hat gute Chance auf gute Zinsen.

 

Wer einen Privatkredit zu lax gestaltet, erkennt schnell die Nachteile eines un-koordinierten Privatkredits, denn: Je weniger Festlegungen es gibt, desto größer sind Risiko und Unsicherheiten. Knackpunkte auf dem Weg zu einem sicheren Privatkredit sind vor allem Zinsbindung und Vertragslaufzeit sowie etwaige Kündigungsbedingungen.

Praxistipp: Renommierte Kreditvergleichsportale, wie beispielsweise smava, bieten die Vorteile eines Privatkredits – wie etwa Schnelligkeit und Preis – ohne dabei rechtliche Grauzonen zu eröffnen. Kostenlos und unverbindlich lassen sich online Kreditangebote einholen, die auf den Parametern Verwendungszweck, Kreditlaufzeit und Nettokreditbetrag fußen. Gefällt eines der eingereichten Angebote, kann der Vertrag direkt online abgeschlossen werden.

Wann lohnt sich ein Privatkredit überhaupt?

Ein Privatkredit kann immer als Kreditoption in Betracht gezogen werden – sei es für die Finanzierung eines wichtigen Gebrauchsgegenstandes, wie beispielsweise einer Waschmaschine, als auch zur Autofinanzierung. Grundsätzlich ist es nämlich so, dass Barzahler meist die besseren Angebote im Handel bekommen. Die Null-Prozent-Finanzierung ist hingegen in den allermeisten Fällen nur ein Lockangebot; etwaige Zinsen liegen irgendwo im Kleingedruckten begraben. Der wichtigste Punkt ist darüber hinaus auch der, dass der Kauf eines Elektroartikels per Privatkredit beim Händler unbemerkt erfolgt. Das wiederum heißt: Ist das Gerät defekt oder entspricht es nicht den Wünschen, kann es zurückgegeben werden, was bei einer Händlerfinanzierung nicht ohne Weiteres möglich ist.

Darüber hinaus ist der Privatkredit eine willkommene Option für all jene, die zur „Risikogruppe“ der Kreditnehmer zählen. Darunter fallen all jene ohne festes Einkommen oder mit nur geringem Einkommen, wie beispielsweise Studenten, Hausfrauen und Rentner. Aber auch in der Welt der Unternehmen gibt es in der Riege der Selbstständigen, der Freiberufler und der Start-Ups zahlreiche Unternehmer, die sich leichter damit tun, Fremdkapital in Form eines Privatkredits heranzuschaffen als über einen regulären Bankenkredit.

Welche Besonderheiten haben Privatkredite für Unternehmen?

Privatkredite für Selbstständige können klassische Kreditmodelle sein oder in Form von Investorenprogrammen Fremdkapital ins Unternehmen bringen. In Start-Up-Kreisen heißt diese Variante des Fremdkapitals heute nicht mehr Privatkredit, sondern Crowdfunding. Crowdfunding ist eine Finanzierung über mehrere Menschen, also mithilfe einer „Crowd“. Das Äquivalent zum Privatkredit für Unternehmen ist das lending-based Crowdfunding, das in der Kurzform auch als Crowdlending bezeichnet wird.

Die Unterschiede der verschiedenen Crowdfunding-Modelle zeigt diese Auflistung:

 

  • Crowdinvesting und Crowdlending sind die zwei Finanzierungsmodelle, bei denen ein finanzieller Rückfluss ähnlich sicher eingeplant wird wie bei einem Kredit. Beim Crowdinvesting fließt die Investition zurück, allerdings bemisst sich der Rückfluss nach dem unternehmerischen Erfolg, was für den Investor durchaus ein Risiko birgt. Beim Lending fließt das geliehene Geld zurück. Es besteht eine Festsetzung zu Zins- und Tilgungsraten, die in der Regel eine monatliche Rückzahlung vorsieht.
  • Crowdfunding in der Ursprungsvariante wurde komplett offen gehalten; etwaige Rückzahlungen mussten flexibel und individuell vereinbart werden. Das bedeutete auch, dass nicht zwingend Geld zurückfließen musste. Auch der Rückfluss in Form von Know-how, Netzwerk, Produkten, Dienstleistungen und Erfahrung wäre denkbar.
  • Die Crowd Donation wird hingegen vor allem dann genutzt, wenn es um gemeinnützige Projekte geht. Das Investment ist eine Spende und kein Privatkredit.

 

Vergeben werden Crowd-Finanzierungen in aller Regel online über Plattformen. Hier finden sich Unternehmer und Investoren weltweit zusammen.

Abbildung 1: pixabay.com © 1820796 (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © Goumbik (CC0 Public Domain)

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