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Die Gaußsche Glocke

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Sämtliche Prognosen der Konjunkturexperten waren bis gestern Abend in Richtung Süden gerichtet. Die Fünf Weisen als Sachverständige versuchen heute Morgen den ersten Dreh in der Prognose 2020: Aus der Rezession wird eine Konjunkturflaute. Nun werden alle anderen Chefvolkswirte der Banken mehr oder weniger das Gleiche sagen und mit kunstvollen Formulierungen begründen, warum und wieso das so ist.

 

Ein Vergleich mit 2009 war meinerseits schon vielfach erwähnt worden. Das war mutig, aber offenbar richtig. Hilfreich ist die Verwendung der Gaußschen Glocke, indem man sie auf den Kopf stellt. Dann erkennt man, wie ein rasanter Niedergang zu einer sehr plötzlichen Wende und einem ebenso beschleunigten rasanten Anstieg führt. Die mathematische Begründung von Professor Gauß aus Göttingen kann jeder nachlesen. Bezogen auf die Wirtschaft oder Konjunktur oder gar Thesen ist es mutig, mit dieser These zu operieren, aber:

 

In den letzten Monaten drehte sich alles um Donald Trump und den britischen Brexit, was täglich in allen Varianten und auf allen Kanälen zu erleben war. Daraus resultierte eine Unmenge von Meinungen, Schätzungen und Kombinationen, die allesamt aus dem Bauch heraus formuliert wurden. Mit einer Ausnahme:

Die einzige Branche, die aus anderen Gründen in eine schwierige Situation geraten ist, betrifft die E-Mobilität. Da sie als größter Wirtschaftssektor in Deutschland das Gesamtbild prägt, geht es also darum, wie schnell und technisch kompetent die deutschen Autobauer diese neue Herausforderung bewältigen. Das funktioniert ebenfalls ähnlich wie nach dem Vorbild von Prof. Gauß: Der blanken Herausforderung technologischer Art folgt eine ungewöhnlich engagierte Strategie der drei großen Konzerne, aus dieser Lage herauszukommen.

 

Dies vorauszusagen war meine These seit etwa 4 Monaten. Es galt sowohl für die Autobauer als auch für die Zulieferer, die jeder auf seine Weise technisch bewältigen muss. Dazu gehören Jobverluste, neue Technik, neue Werkzeuge und auch neue Ideen, aber jeweils mit klaren Akzenten und Zielen versehen, die sich rechnen lassen. Der Wechsel an den jeweiligen Spitzen der Konzerne gehört dazu. Was kommt heraus?

 

Diese Wende in den Köpfen, in den Produkten und in deren Marktgeltung hat für Deutschland ein sehr hohes Gewicht. Daran lässt sich die Konjunkturtendenz ebenso aufhängen wie vor genau 10 Jahren  mit dem gleichen Ansatz in den bekannten Indizes, Einkaufsmanager, ZEW und ifo, wofür Sentix am Dienstag den ersten Ansatz lieferte. Genau auf diese Grafik können Sie die auf den Kopf gestellte Gaußsche Glocke legen. Dann wissen Sie, was in den kommenden zwei Jahren bevorsteht: Neue Rekorde!

 

Mit freundlichen Grüßen

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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