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Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Chancenreiches Abstauber-Limit bei der Allianz

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein Volltreffer, ein Fehltrade und ein knapp verpasstes Kauflimit: So lautet die bisherige Bilanz unserer hier zum ersten Mal Mitte März vorgestellten „Mehrere hundert Prozent“-Strategie. Die dahinter stehende Idee ist, dass wir versuchen, beim Eintauchen einer Aktie in eine markante charttechnische Unterstützungszone möglichst günstig ein sehr hoch gehebeltes Long-Produkt zu erwerben, welches dadurch dann schon bei einer kleinen Gegenbewegung die Chance auf mehrere hundert Prozent Gewinn in einem überschaubaren Zeitraum bietet. Das Risiko eines schnellen Totalverlustes ist dabei natürlich überdurchschnittlich groß, weil bei hoch gehebelten Produkten der Puffer bis zur Knock-out-Marke entsprechend dünn ist. Die enormen Gewinnchancen im Erfolgsfall sollten dieses Risiko auf lange Sicht aber rechtfertigen. Anleger brauchen aber gute Nerven und Geduld.

Nach dem spanischen Leitindex IBEX 35 sowie den Aktien von Covestro und Adidas stellen wir mit der Allianz heute den nächsten potenziellen Kandidaten für diesen spekulativen Handelsansatz vor. Die Aktie befindet sich seit Ende 2008 in einem großen Aufwärtstrend, bei dem gerade die Korrektur des dritten Bewegungsarmes läuft. In den vergangenen fünf Monaten ist der Kurs des DAX-Titels um gut 15 Prozent auf aktuell rund 176 Euro gefallen. Die zuvor Mitte 2016 gestartete Aufwärtsbewegung ist damit bereits zu gut einem Drittel korrigiert worden. Auch wenn die Korrektur natürlich noch weiterlaufen kann (oft geht es bis zur 50-Prozent-Marke, die hier bei rund 163 Euro verläuft), steigen nach einer solchen Phase die Chancen auf technische Gegenbewegungen nach oben. Auch deshalb, weil die Korrektur über einen relativ langen Zeitraum lief und somit kein akuter Bedarf an panikartigen Gewinnmitnahmen mehr bestehen sollte.

Für solche Gegenbewegungen bieten sich aus Sicht der Charttechnik vor allem alte Hoch- oder Tiefpunkte eines intakten Trends an. Das Tief eines kleineren Aufwärtstrends bei ca. 177 Euro wurde bei der Allianz zum Beispiel Ende März angelaufen. Nach einem kurzen Intraday-Tief bei 176,10 Euro ging es danach innerhalb von sechs Wochen auf über 200 Euro nach oben. Mit diesem Tief kämpft die Aktie nun erneut, wobei der Kurs am Dienstag schon auf 174,60 Euro gefallen ist und nach dem dritten Test innerhalb von drei Wochen ein Durchbruch immer wahrscheinlicher wird. Echte Aufwärtsdynamik ist trotz dieser Unterstützung jedenfalls nicht zu erkennen.

Damit steigen die Chancen, dass die Aktie im nächsten Abwärtsschub das alte Hoch des großen Aufwärtstrends aus dem April 2015 testet, das bei gut 170 Euro liegt. Ein Niveau, das im November 2015 noch einmal getestet und wieder nicht überwunden wurde. Erst nach einem deutlichen Rücksetzer auf unter 120 Euro startete damals die angesprochene Aufwärtsbewegung, die jetzt gerade korrigiert wird. Unsere Spekulation ist also, dass die Aktie auf ca. 170 Euro fällt und es dort zumindest zu einem kurzen „Bounce“ nach oben kommt. Im besten Fall resultiert daraus dann eine mehrwöchige Aufwärtsbewegung wie Ende März. Es kann aber auch bei einer kurzen Intraday-Erholung bleiben. Deshalb macht es Sinn, nach Ausführung der Order direkt ein Teil-Verkaufslimit in den Markt zu legen, um so eine erste schnelle Gewinnmitnahme zu ermöglichen. Wir würden dieses Limit 100 Prozent über dem Einstiegkurs platzieren, damit der Gesamttrade keine großen Verluste mehr erleiden kann.

Über die Problematik der richtigen Produktauswahl sowie des passenden Abstauberlimits haben wir hier zuletzt mehrfach ausführlich geschrieben. Diese „Kröte“ muss man bei einer solchen Strategie wohl leider schlucken. Jeder kann dabei natürlich seine eigenen Ideen umsetzen. Wir geben mit einem konkreten Beispiel eine Anregung, auf die wir uns dann im Nachhinein auch berufen können, egal ob es gut ausgeht oder nicht. Konkret bietet sich zum Beispiel ein Turbo Bull der HypoVereinsbank mit einer Knock-out-Marke bei 168 Euro an, der bei noch drei Monaten Restlaufzeit und einem Bezugsverhältnis von 1:10 aktuell 0,83 Euro kostet. Der Hebel liegt hier bei gut 20, wird aber bei weiter fallenden Kursen noch deutlich steigen. In diesem Fall würden wir es mit einem Abstauberlimit bei 0,15 Euro versuchen, welches ungefähr bei einem Aktienkurs von 169 Euro erreicht werden sollte. Der innere Wert des Scheins läge dann zwar nur bei 0,10 Euro, ein gewisses Aufgeld wird von den Emittenten in der Nähe der Knock-out-Marke aber immer eingepreist (WKN: HX0P24).

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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