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Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Diese Chance haben wir leider verpasst

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Unser „Mehrere hundert Prozent“-Strategie ist bekanntlich sehr erfolgreich angelaufen (Investmentecke vom 13. März und vom 28. März). Die ersten Gewinne sind eingesackt und der im Tief unter 2 Euro gehandelte Schein auf den spanischen Leitindex IBEX 35 kletterte gestern im Hoch sogar bis auf 7,40 Euro (WKN: SC91WR). Mit Covestro haben wir zudem schon den nächsten aussichtsreichen Kandidaten vorgestellt (Investmentecke vom 12. April). Ein Problem bei der praktischen Anwendung dieser wirklich sehr spannenden Strategie ist allerdings, dass die dazu optimal passenden Stay-High-Optionsscheine zwar von immerhin drei Emittenten angeboten werden, die Zahl der Basiswerte insgesamt aber trotzdem stark limitiert ist. Viele Chancen können so nicht optimal genutzt werden, weil es einfach nicht das richtige Vehikel dafür gibt. Im Laufe dieser Woche werden wir daher mögliche Alternativen genauer unter die Lupe nehmen und die Vor- und Nachteile herausarbeiten.

Umso ärgerlicher ist es vor diesem Hintergrund, wenn man eine richtig gute Chance verpasst, obwohl die entsprechenden Produkte vorhanden gewesen wären. Genau das ist uns leider bei dem Chiphersteller Infineon vor knapp zwei Wochen passiert, wie wir erst jetzt festgestellt haben. Nun ist es im Nachhinein immer einfach, eine Anlageidee als potenziellen Erfolgs-Trade darzustellen und sich dafür dann noch auf die Schulter zu klopfen. Das ist aber gar nicht unser Anliegen. Vielmehr wollen wir interessierte Anleger dafür sensibilisieren, auf welche Konstellationen sie in Zukunft achten sollten, weil sich da oftmals die Möglichkeit auf schnelle Gewinne bietet.

Bei Infineon sah es Anfang April konkret so aus, dass die große, im Februar 2016 gestartete Aufwärtsbewegung durch ein Doppel-Hoch (November und Januar) zunächst einmal gestoppt wurde. Anfang Februar und Anfang März war bei gut 21 Euro dann ein kleines Doppe-Tief markiert, die 30-Prozent-Korrekturmarke dabei aber knapp verpasst worden. Vielleicht auch deshalb ging es nach einem ersten, bis fast 24 Euro reichenden Erholungsversuch in der zweiten Märzhälfte auch noch einmal bergab. Wer sich nun per Anfang April (also ohne die Entwicklung der letzten zwei Wochen) den Chart ansieht, der könnte und sollte auf die Idee kommen, dass viele der kurzfristig agierenden Trader etwaige Long-Positionen wahrscheinlich mit einem Stoppkurs unterhalb des vermeintlichen Doppeltiefs bei gut 21 Euro abgesichert hatten. Zudem fällt auf, dass knapp darunter (bei ca. 20,50 Euro) mit dem Zwischenhoch aus dem Juni 2017 eine weitere, direkt ins Auge fallende Chartmarke lag.

Wenn man nun weiß, dass solche Marken (alte Hochs von noch intakten Trends) im Zuge einer Korrektur gerne angelaufen und von Trendfolgern als Einstieg genutzt werden, dann ergibt sich in der Kombination der genannten Überlegungen ein schönes Setup für unsere „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Sollte der Aktienkurs unter das kleine Doppeltief bei gut 21 Euro fallen (womöglich sogar gezielt darunter gedrückt werden), dann dürfte sich kurzfristig eine weitere kleine Verkaufswelle anschließen, sobald die oben erwähnten Stoppkurse erreicht und die in Folge dessen unlimitierten Verkaufsorders ausgeführt werden. In diesem Zuge könnte wiederum die erwähnte Unterstützung bei rund 20,50 Euro erreicht (und vielleicht kurz unterschritten) werden, wo es dann dank des Einstiegs der Trendfolger zumindest zu einer kurzen Erholung kommt. Klingt erst mal logisch oder?

Tatsächlich ist es dann nach Ostern exakt so gekommen. Am 4. April eröffnete die Infineon-Aktie bei 21,39 Euro, fiel im Tief bis auf 20,32 Euro und erholte sich zum Handelsschluss leicht auf 20,65 Euro, um in den Folgetagen tendenziell weiter zu steigen. Ein bis Juni laufender Stay-High-Schein der HypoVereinsbank mit einer Barriere bei 20 Euro (gut 2,3 Prozent unter der „Trendfolge-Unterstützung“ der Aktie) fiel an diesem besagten Tag nach einem Eröffnungskurs von 4,13 Euro im Tief bis auf 1,37 Euro und stand zum Zeitpunkt des Xetra-Schlusskurses schon wieder bei 2,72 Euro. Wer hier mit den bei uns bislang „üblichen“ Staffellimits (2,00, 1,50 und 1,00 Euro) gearbeitet hätte, der wäre also zumindest zweimal zum Zuge gekommen und hätte damit gegenüber seinem Einstandskurs (1,75 Euro) innerhalb weniger Stunden einen Gewinn von 55 Prozent auf dem Depotauszug stehen. Einen Tag später (Aktie im Hoch wieder bei 21,38 Euro) stand der Schein schon bei 4,38 Euro und zum Ende der abgelaufenen Woche (Aktie im Hoch bei 21,92 Euro) wären sogar Kurse von 5,88 Euro handelbar gewesen, also 236% höher als der gemittelte Einstieg. Mindestens der erste Teilverkauf (bei 100 Prozent Gewinn) wäre damit auch hier bereits eingetütet worden (WKN: HW4YN5).

Wie gesagt, im Nachhinein ist so etwas immer relativ einfach und der eine oder andere Leser wird sich völlig zu Recht fragen, warum wir darauf nicht vor zwei Wochen hingewiesen haben. Dennoch hoffen wir, dass auch dieser Artikel einigen interessierten, risikofreudigen Anlegern einen gewissen Nutzwert bringt. Solche Konstellationen in den Charts, wo potenzielle Stoppkurse kurzfristiger Trader und potenzielle Einstiegsmarken anderer Akteure relativ eng beieinander liegen, sind einfach zu spannend, um sie (wenn auch erst im Nachgang) unkommentiert zu lassen. Wenn auch nur ein einziger Leser beim nächsten Mal so etwas entdeckt (gerne dann eine kurze Mail an uns) und erfolgreich handelt, hat sich dieser Artikel schon gelohnt.

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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