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Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Gemischte Gefühle bei Adidas

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Während am vergangenen Donnerstag hierzulande viele Männer mit ihren Bollerwägen unterwegs waren und Vatertag gefeiert haben, kam es an der Börse im Rahmen unserer „Mehrere hundert Prozent“-Strategie zu einer spannenden Entwicklung. Konkret ging es dabei um die Aktie von Adidas, bei der wir im Bereich zwischen 188,35 und 190 Euro eine massive Unterstützungszone ausgemacht hatten, die aus mehreren alten Zwischenhochs, dem Tief eines kleinen Aufwärtstrends sowie der 50-Prozent-Korrekturmarke des großen Aufwärtstrends besteht. Zu Beginn der vergangenen Woche hatten wir dazu Folgendes geschrieben: „Wie immer gibt es natürlich keine Garantie, dass die schon seit Mitte April laufende Korrektur genau in diesem Bereich ihr Ende findet und es danach wieder nach oben geht. Die Chance auf zumindest eine technische Gegenbewegung ist an solchen Marken aber vergleichsweise groß. Die Idee unserer Strategie ist also auch hier, dass wir versuchen, beim Eintauchen der Aktie in diese Unterstützungszone möglichst günstig ein sehr hoch gehebeltes Long-Produkt zu erwerben, welches dadurch dann die Chance auf mehrere hundert Prozent Gewinn in einem überschaubaren Zeitraum bietet“ (Investmentecke vom 7. Mai).

Am Donnerstag rutschte die Aktie in die anvisierte Zone, was unter anderem auch mit dem Dividendenabschlag von 2,60 Euro zu tun hatte. Direkt zum Handelsstart auf Xetra fiel die Aktie bis auf 187,50 Euro, um sich anschließend schnell zu erholen. Am Freitag notierte die Aktie im Hoch schon wieder bei über 191 Euro. Unsere Spekulation, dass die Aktie „im Tief vielleicht noch einmal bis 188 Euro oder knapp darunter abtaucht“, ist damit voll aufgegangen. Das könnten wir jetzt einfach so stehen lassen und uns auf die Schultern klopfen. Doch damit ist keinem geholfen. Denn zur Wahrheit gehört leider auch, dass unsere konkreten Produkt-Empfehlungen trotz des wie erhofft eingetroffenen Szenarios nicht den erhofften Erfolg gebracht haben. Doch der Reihe nach: Im Bereich der Stay-High-Optionsscheine ist zunächst einmal alles so gelaufen, wie wir es avisiert hatten. Der Schein mit einer Barriere bei 188 Euro („schon sehr nah an dem unteren Ende der genannten Unterstützungszone“) wurde ausgeknockt und bei den Scheinen mit einer Barriere bei 185 Euro („mit niedrigen Abstauberlimits wahrscheinlich keine realistische Chance“) lagen die tiefsten Kurse klar über 3 Euro, so dass man hier mit Abstaubern zwischen einem und zwei Euro wie erwartet nicht zum Zuge gekommen wäre.

Dasselbe Problem ergab sich aber leider auch bei dem als sinnvolle Alternative empfohlenen Turbo Bull der Citigroup mit einer Laufzeit bis Mitte Juni, dessen Basispreis und Knock-out-Marke bei 187 Euro liegen. Bei einem Bezugsverhältnis von 1:10 hatte der Schein zum Zeitpunkt des Aktien-Tiefs bei 187,50 Euro einen inneren Wert von 0,05 Euro. Wir sind fest davon ausgegangen, dass man selbst unter Berücksichtigung des üblichen Aufgelds und des Spreads mit einem Abstauberlimit von 0,15 Euro „eine mehr als realistische Einstiegschance“ haben sollte. Diese Einschätzung hat sich aber leider als falsch erwiesen. Im Tief wurde der Schein mit einem Briefkurs von 0,18 Euro quotiert, so dass das entsprechende Kauforders zu 0,15 Euro nicht ausgeführt werden konnten. Das ist ärgerlich, da der Schein am Freitag schon wieder bis auf 0,47 Euro gestiegen ist (WKN: CQ51DX). Die Idee an sich war also wirklich gut, die konkrete Umsetzung hat aber nicht gepasst. An der Auswahl des Emittenten lag es übrigens nicht, denn bei Knock-out-Scheine von anderen Emittenten mit identischen Parametern wäre das Limit ebenfalls nicht erreicht worden. Man braucht an der Börse gerade bei solchen Strategien eben immer auch ein bisschen Glück! Wir würden die Orders jetzt aus dem Markt nehmen.

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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