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Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Inliner können eine gute Alternative sein

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wie gestern an dieser Stelle bereits angekündigt, wollen wir uns ab heute mit der Frage beschäftigen, welche Produktalternativen es bei unserer „Mehrere hundert Prozent“-Strategie zu den dafür perfekt geeigneten Stay-Optionsscheinen gibt. Notwendig ist diese Suche, weil die bevorzugten Stay-Scheine nur auf eine begrenzte Zahl von Basiswerten emittiert werden und gerade im Segment der Mid- und Small-Cap-Aktien Flaute herrscht. Um einen wirklich sinnvollen Vergleich zu ermöglichen, bleiben wir als Basisprodukt bei dem gestern erwähnten Stay-High-Schein der HypoVereinsbank (HVB) auf die Aktie von Infineon mit einer Barriere bei 20 Euro und einer Laufzeit bis Mitte Juni. Der wurde am 4. April im Tief zu 1,37 Euro gehandelt, als die Aktie bei 20,32 Euro notierte und sprang zum Xetra-Schluss desselben Tages auf 2,72 Euro (Aktie bei 20,65 Euro), um am Folgetag weiter auf 4,38 Euro (Aktie bei 21,38 Euro) sowie am vergangenen Freitag auf 5,88 Euro (Aktie bei 21,92 Euro) zu klettern. Ausgehend vom Tief konnte der Schein an diesen drei Stichtagen also um 99 Prozent, 220 Prozent und 329 Prozent zulegen (WKN: HW4YN5). Diese Werte dienen uns als Vergleichsmaßstab.

Die naheliegende Variante sind natürlich Inline-Optionsscheine mit einer identischen (in diesem Fall unteren) Barriere. Ein direkt ersichtlicher Vorteil ist, dass hier deutlich mehr Produkte angeboten werden und auch mal der eine oder andere „kleinere“ Wert abgedeckt ist. Bei Infineon gibt es allein von der HVB und der Société Générale 24 Inline-Optionsscheine mit einer unteren Barriere von 20 Euro und einer Laufzeit bis Mitte Juni. Diese Vielfalt macht die Suche nach dem „besten“ Produkt zumindest auf den ersten Blick relativ schwierig. Doch das Problem löst sich relativ schnell. Um möglichst nahe an das Chance/Risiko-Profil der Stay-Scheine zu kommen, sollte die zweite (in diesem Fall obere) Barriere für den Kursverlauf während unserer Haltedauer eine möglichst geringe Rolle spielen. Daher ist es hilfreich, wenn der Puffer bis zu dieser Barriere so groß wie möglich ist. Ansonsten wird die angepeilte Kurserholung zu schnell ausgebremst, weil nach oben schon wieder ein Barriere-Bruch droht. Diesen Effekt sieht man sehr schön an den aktuellen Kursen der verschiedenen Inliner. Während bei einem Aktienkurs von derzeit 21,90 Euro ein Schein mit Barrieren bei 20 und 34 Euro schon 6,80 Euro kostet (WKN: SC7QXB), notiert ein anderer Schein mit Barrieren von 20 und 24 Euro bei lediglich 4,30 Euro (WKN: SC9XGN). Hier wirkt die schon jetzt bedrohlich nahe rückende 24er-Barriere oben wie eine Kursbremse.

Gucken wir uns den erstgenannten Inliner daher noch mal im Detail an. Hier lag das Tief am 4. April bei 1,34 Euro, also nahezu dem identischen Niveau wie bei dem Stay-High-Schein. Zum Xetra-Schluss an diesem Tag ging es auf 2,51 Euro hoch (+87 Prozent) und an den beiden Folgeterminen stand der Schein dann bei 4,59 Euro (+243 Prozent) bzw. 6,50 Euro (+385 Prozent). Die Werte weichen also etwas von unserem Vergleichsmaßstab ab und sind zum Teil sogar besser, was in diesem konkreten Fall aber daran liegt, dass wir es hier mit zwei verschiedenen Emittenten zu tun haben. Ein von der Société Générale ebenfalls angebotener Stay-High-Optionsschein mit Laufzeit Juni und einer Barriere bei 20 Euro (WKN: SC6773) weist in diesem Zeitraum einen nahezu identischen Kursverlauf auf wie der gerade analysierte Inline-Optionsschein.

Als erstes Fazit können wir also sagen, dass sich für diese spezielle Strategie Inline-Optionsscheinen genauso gut eignen können wie die Stay-Scheine. Allerdings muss dafür die zweite Barriere so weit entfernt liegen, dass diese Marke im Zuge der erhofften ersten Kursbewegung noch keinen nennenswerten Einfluss auf den Kursverlauf des Scheins hat. Je nach Basiswert und Marktumfeld muss vor diesem Hintergrund auch die die Kennzahl der implizite Volatilität berücksichtigt werden.

Je deutlicher die Kurserholung des Basiswertes im Laufe der Zeit ausfällt, desto stärker wird irgendwann aber doch der zu Beginn zu vernachlässigende Nachteil der zweiten Barriere wiegen, weshalb gerade das Halten bis zur Fälligkeit schnell zu einer echten Zitterpartie werden kann. Von daher würden wir Stay-Scheine für unsere Strategie grundsätzlich immer bevorzugen, notfalls aber auch auf Inline-Optionsscheine wechseln, wenn hier ein (besser) passendes Produkt dabei ist. Morgen werfen wir in diesem Zusammenhang dann noch einen Blick auf klassische Knock-out-Produkte als zunächst einmal ebenfalls denkbare Alternative.

Thomas Koch

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Im Artikel erwähnt...

INFINEON Down&Out 2018/06 (UCB)
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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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