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Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Knock-out-Scheine überraschen positiv

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Nachdem wir gestern an dieser Stelle herausgearbeitet haben, dass neben den bislang genutzten Stay-Optionsscheinen mit gewissen Abstrichen auch ausgewählte Inline-Optionsscheine zur Umsetzung unserer „Mehrere hundert Prozent“-Strategie geeignet sein können, gucken wir uns heute noch die klassischen Knock-out-Produkte an. Hier ist die Auswahl gerade in Bezug auf die Basiswerte wesentlich größer, so dass sich diese Hebelpapiere gerade im Segment der MDAX- und TecDax-Unternehmen als Alternative anbieten würden. Aber ist das Chance/Risiko-Profil für unsere Strategie auch genauso attraktiv?

Die bisher vorgestellten exotischen Optionsscheine mit dem „Alles oder nichts“-Auszahlungsprofil am Laufzeitende bieten die Chance auf schnelle und extrem hohe Gewinne, wenn nahe einer Barriere der Basiswert seine Richtung ändert. Schon bei einer moderaten Bewegung des Basiswertes kann man das eingesetzte Kapital mit etwas Glück beim Einstieg innerhalb kürzester Zeit verdoppeln und verdreifachen. Demgegenüber steht immer das ebenfalls sehr hohe Risiko eines Totalverlustes, wenn die Barriere gerissen wird.

Dasselbe gilt vom Grundprinzip auch für klassische Knock-out-Produkte umsetzen, wobei sich solche extremen Hebelkräfte nur dann erreichen lassen, wenn Basispreis und Knock-out-Marke identisch sind. Bei unserem zum Vergleich ausgewählten Beispiel der Infineon-Aktie blicken wir zunächst wieder auf den 3. April, wo die Aktie im Tief auf 20,26 Euro gefallen war. Für alle Long-Produkte mit Basispreis 20 Euro lag der innere Wert zu diesem Zeitpunkt bei einem Bezugsverhältnis von 1:1 also bei 0,26 Euro. Entsprechende Scheine mit einer Laufzeit bis Mitte Juni haben wir exakt zwölf gefunden. Dass die Emittenten bei diesen Papieren ein gewisses Aufgeld einpreisen und nahe der Schwelle gerne auch mal den Spread ausweiten, ist völlig normal. Allerdings gibt es da erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern, wie wir bei einem kurzen Kurs-Test feststellen mussten. Im Falle von Infineon lagen die Briefkurse an diesem besagten Tag im Tief je nach Emittent zwischen 0,34 und 1,00 Euro (Bezugsverhältnisse zur besseren Vergleichbarkeit vereinheitlicht). Wer sich hier für den „falschen“ Emittenten entschieden und nicht scharf gerechnet hat, hätte das also teuer bezahlt.

In den meisten Fällen bewegten sich die Kurse aber zwischen 0,34 und 0,40 Euro. Wir entscheiden uns als Vergleichsobjekt daher für einen Schein von Vontobel mit einem genau in der Mitte dieser Spanne liegenden Kurs von 0,37 Euro (WKN: VL7VWB). Ein Niveau, das immerhin bei der Hälfte der Produkte im Tief erreicht oder sogar unterschritten wurde. An den folgenden, von uns auch bei dem Stay-High- und dem Inline-Optionsschein überprüften Stichtagen, notierte dieser Schein bei 0,75 Euro (Xetra-Schluss am 4. April), 1,43 Euro (Hoch am Folgetag) sowie 1,91 Euro (hoch am vergangenen Freitag). Gegenüber dem Tief bedeutete das Kursgewinne von 103 Prozent, 286 Prozent sowie 416 Prozent. Die beiden bislang analysierten Scheine wiesen zu diesen Stichpunkten Zuwächse von 87 und 99 Prozent, 220 und 243 Prozent sowie 329 und 385 Prozent aus. Alle diese Werte können von dem klassischen Knock-out-Produkt tatsächlich noch getoppt werden!

Unsere Sorge, dass ein zu hohes Aufgeld und/oder ein zu weit ausgedehnter Spread die Performance bei diesen Scheinen verhageln würde, hat sich zumindest in diesem konkreten Fall also als nicht gerechtfertigt herausgestellt. Damit sind natürlich auch diese klassischen Hebelprodukte eine echte Alternative, wobei es hier sehr darauf ankommt, wie die Kursstellung der Emittenten ist. Das wiederum wird immer auch stark von dem Basiswert und dessen Liquidität abhängen sowie davon, wie nahe sich der Kurs der Barriere angenähert hat. Das alles macht die Auswahl der richtigen Scheine nicht einfacher. Dennoch sind wir zunächst einmal positiv überrascht und freuen uns darüber, dass wir unsere Strategie bei den dafür in Frage kommenden Produkten auf breitere Füße stellen können. Wie sich das Ganze darstellt, wenn wir interessante Kandidaten aus der zweiten oder gar dritten Reihe der Aktienmärkte ins Visier nehmen, werden wir uns dann ganz genau ansehen und natürlich darüber berichten.

Um auch die Leistungen der anderen Emittenten mit attraktiven Kursstellungen bei unserem Test zu würdigen, hier noch die Produktanbieter, die beim Tief der Infineon-Aktie vor gut zwei Wochen mindestens genauso gute Kurse angeboten haben wie Vontobel: Dabei handelte es sich um die Citi (mit zwei Produkten), Lang & Schwarz, UniCredit (HVB) und die DZ Bank. Basis unserer Analyse waren jeweils die im Euwax-Archiv abrufbaren Briefkurse, wobei wir nicht berücksichtigt haben, wie lange und für welche Volumen diese Kurse galten. Gerade bei größeren Anlagesummen wird neben einer guten Kursstellung nämlich auch die Ausführungsqualität zu einem ganz entscheidenden Kriterium. Die lässt sich aber immer erst dann testen, wenn wirklich real gehandelt wird.

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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