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Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Massive Unterstützungszone bei Adidas

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Kursverhalten der Adidas-Aktie nach Vorlage der Q1-Zahlen am Donnerstag war ein schönes Beispiel dafür, dass sich die Entwicklung von Börsenkursen nicht seriös vorhersagen lässt und selbst Insiderwissen nicht zwingend reich macht. Wer vorher gewusst hätte, dass der Sportartikelhersteller die Analystenschätzungen beim Gewinn übertreffen und die Prognosen für das Gesamtjahr bestätigen wird, der wäre wohl kaum auf die Idee gekommen, auf einen Kurseinbruch der Aktie zu spekulieren. Doch obwohl genau das eingetroffen ist und im Anschluss sogar mehrere Analysten ihre Schätzungen und/oder Kursziele angehoben haben, war Adidas mit einem Minus von fast 7 Prozent an diesem Tag der größte Verlierer unter allen 110 im HDax gelisteten Aktien. Bei den anschließenden Erklärungsversuchen wurde lediglich darauf verwiesen, dass der Einbruch direkt mit Beendigung des Conference Calls im Anschluss an die Zahlenbekanntgabe begonnen habe. Vielleicht hat hier irgendein Marktteilnehmer eine Aussage des Unternehmens zum Anlass genommen, seine Positionen abzubauen. Oder aber es handelte sich um das typische „Sell-on-good-news“-Verhalten, was angeblich „typisch für US-Anleger“ sei, die stark in Adidas engagiert sind. Genau werden wir es wohl nie erfahren.

Aus charttechnischer Sicht bietet der Kurssturz in Kombination mit den fundamental wohl weiterhin positiven Aussichten eine interessante Möglichkeit im Rahmen unserer „Mehrere hundert Prozent“-Strategie. Im Bereich zwischen 188,35 und 190 Euro befindet sich bei Adidas (Schlusskurs am Freitag: 192,70 Euro) eine massive Unterstützungszone, die aus mehreren alten Zwischenhochs, dem Tief eines kleinen Aufwärtstrends sowie der 50-Prozent-Korrekturmarke des großen Aufwärtstrends besteht. Wie immer gibt es natürlich keine Garantie, dass die schon seit Mitte April laufende Korrektur genau in diesem Bereich ihr Ende findet und es danach wieder nach oben geht. Die Chance auf zumindest eine technische Gegenbewegung ist an solchen Marken aber vergleichsweise groß. Die Idee unserer Strategie ist also auch hier, dass wir versuchen, beim Eintauchen der Aktie in diese Unterstützungszone möglichst günstig ein sehr hoch gehebeltes Long-Produkt zu erwerben, welches dadurch dann die Chance auf mehrere hundert Prozent Gewinn in einem überschaubaren Zeitraum bietet.

Im Bereich der dafür in Frage kommenden Stay-High- oder auch Inline-Optionsscheine mit einer Restlaufzeit von einigen Wochen werden wir diesmal allerdings nicht so richtig fündig. Ganz hart gesottene Trader könnten es mit einem bis Mitte Juni laufenden Stay-High-Optionsschein der Societe Generale versuchen, dessen Barriere bei 188 Euro liegt (WKN: ST1M6U). Das ist allerdings schon sehr nah an dem unteren Ende der genannten Unterstützungszone. Ansonsten gibt es nur Scheine mit Barrieren bei 185 Euro, wo man mit niedrigen Abstauberlimits wahrscheinlich keine realistische Chance hat, wenn die Aktie tatsächlich in dieser Zone nach oben dreht (zum Beispiel WKN: HX0X1R).

Eine sinnvolle Alternative sind klassische Knock-out-Produkte. Bei Laufzeiten bis Mitte Juni könnte man es zum Beispiel mit Scheinen probieren, deren Basispreis und Knock-out-Marke bei 187 Euro liegt. Hier bietet sich zum Beispiel ein Turbo Bull der Citigroup mit einem Bezugsverhältnis von 1:10 und dem finalen Bewertungstag am 15. Juni an. Wenn wir davon ausgehen, dass die Aktie im Tief vielleicht noch einmal bis 188 Euro oder knapp darunter abtaucht, dann würde der innere Wert dieses Scheins maximal 0,10 Euro betragen. Unter Berücksichtigung des üblichen Aufgelds und des Spreads sollte man mit einem Abstauberlimit von 0,15 Euro dann eine mehr als realistische Einstiegschance haben. Schon ein Anstieg der Aktie auf 191 Euro würde im Anschluss zu einer Kursverdoppelung des Scheins führen (WKN: CQ51DX, aktueller Kurs: 0,54 Euro). Wie bei dieser Strategie üblich, ist das Risiko eines Totalverlustes aufgrund der nahe liegenden Knock-out-Marke erheblich.

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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