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Die Story

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wenn ein Start-up mit einer sehr guten technischen Idee eine Menge Geld einsammelt, durchweg von Investoren, um damit ein Produkt mit Zukunft zu entwickeln, ist dies eine höchst erfreuliche unternehmerische Story. Zum Beispiel der Volocopter für eine Drohne, die sehr viele Anwendungsmöglichkeiten hat. Vielleicht wird es ein Börsenwert.

Wenn erstklassige Techniker von Tesla ein Konkurrenzprodukt aufbauen und dafür mehrere Milliarden Dollar von Investoren erhalten, ist dies eine besondere Herausforderung im Weltformat. Das strebt Lucid an, die seit 8 Tagen über einen sogenannten SPAC-Mantel ebenfalls in New York notieren. Es ist eine unternehmerische Herausforderung.

Wenn in Dubai ein Streaming-Dienst für Araber aufgebaut wird und soeben in New York ebenfalls über einen SPAC Flagge zeigt, steckt darin eine Unternehmeridee mit politischen Nebenwirkungen. Denn: Einen Streaming-Dienst für Araber ist für den Nahen Osten eine neue Größenordnung der Kommunikation. 70 Mio. Nutzer sind bereits an Bord.

Diese drei Beispiele zeigen, was zurzeit mitten in den Turbulenzen der Coronakrise machbar und möglich ist und welcher Erfindergeist sich inzwischen aufgebaut hat. Neu:

Daimler und Volvo sind als LKW-Hersteller die zwei größten Konkurrenten, sowohl in den USA als auch in Europa. Dem schwedischen Daimler-Chef ist etwas gelungen, was bislang als unmöglich galt: Dass beide Marken eine Gesellschaft gründen, um die Brennstoffzelle für LKWs marktfähig zu machen. Diese Story klingt auf den ersten Blick nicht sehr aufregend, aber sie zeigt, wie unter bestimmten technischen Voraussetzungen oder Anforderungen und sinnvollen Überlegungen neue Perspektiven auch für große Konzerne entstehen, die bislang seit Jahren in harter Konkurrenz standen.

Alle Märkte, sowohl in New York wie Frankfurt etc., sind zurzeit nicht besonders preiswert. Gemessen am KGV gibt es keine aufregenden Nachrichten. Der Rückenwind aus der Coronakrise vor 12 Monaten war ein Mainstream. Mehr oder weniger alle lebten davon, wenn sie nicht gerade ausdrückliche Corona-Verlierer waren. Mit diesem Rückenwind kommt man demnächst nicht viel weiter. An der Zinsfront baut sich eher eine Bremse auf und bei dem Wort Inflation gibt es umfangreiche Interpretationen. Also ist eine Bewertung der Aktienmärkte anhand der klassischen Daten kaum lukrativ oder möglich. Was dann?

Allein die Story macht es. Ohne eine neue Idee strategischer Art, sei es technologisch oder im Sinne der Markterweiterung, ist kein großer Name ein neuer Investmentfavorit. Das gilt für fast alle Sektoren ohne Ausnahmen. Selbst die großen Techs gehören dazu: Sie haben eine erstklassige Story in den vergangenen Jahren geliefert, die umfangreich bewertet wurde, vielfach überbewertet, aber dennoch als Erfolg verkauft. Abgesehen davon, dass in diesem Sektor die Korrekturen begonnen haben, entscheidet ab jetzt:

Wer hat die beste Story, um aus seinem bisherigen Geschäft oder einem neuen eine wirklich neue Idee wirtschaftlich zu realisieren? Jedes Unternehmen ist dazu in der Lage. Selbst ein Beinahe-Pleitier wie Thyssen hat diese Chance nach dem neuesten Nachrichtenstand wie auch die schwerfälligen zwei Chemiekonzerne mit einer sehr schwierigen Produktpalette, aber dem Ehrgeiz, beide Konzerne neu auf- oder umzubauen. Ergebnis:

DAX und Dow geben nun in ihren Bewegungen die Tagesstimmungen wieder. Mehr ist nicht drin. Was in den einzelnen Unternehmen steckt, ist die jeweilige Story für Investoren in nächster Zeit.

Die Actien-Börse griff das Thema Daimler besonders auf, wie bereits erwähnt, und zeigt damit, wie man aus der Situation von jetzt auf demnächst investiert sein muss. Das ist kein Schnellverfahren, sondern gekonnte Strategie für Investoren, klein wie groß, und deshalb ein Muss. Zum Beispiel die Wette: Daimler notierte vor zwölf Monaten noch bei 23 Euro, als die Actien-Börse als einziger Börsenbrief die berühmte Schnäppchenjagd öffentlich diskutiert hat. Jetzt notiert Daimler bei 70 Euro, aber wo liegen die alten Kurse aus der Zeit vor dem VW-Skandal? Bei rd. 100 Euro. Die Differenz von rd. 30 Euro sind immer noch gut 40 % Potenzial, und wie man dies nutzt, das ist die Strategie des ältesten Börsenbriefes unter einheitlicher Leitung in Deutschland.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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